Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1890 cc
- Leistung
- 90.0 ch (66.2 kW)
- Drehmoment
- 161.8 Nm @ 3200 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 49°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 11 : 1
- Bohrung × Hub
- 103.2 x 113 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 54 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Structure en tubes d'acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 46 mm, déb : 132 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 75 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 180/65-16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 665.00 mm
- Tankinhalt
- 15.10 L
- Gewicht
- 335.00 kg
- Trockengewicht
- 324.00 kg
- Neupreis
- 22 490 €
Übersicht
Wer hätte vor zehn Jahren darauf gewettet, dass Indian es wagen würde, einen kleinen Tourer zwischen seine reinen Cruiser und seine Grand-Touring-Kolosse zu schieben? Genau das ist jedoch die Wette der Super Chief Limited, die 2021 erschien und auch 2023, 2024, 2025 und sogar 2026 noch im Katalog steht. Das Konzept lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Man nehme die Chief, verpasse ihr eine Windschutzscheibe, Ledersatteltaschen und Trittbretter und überlasse dem Fahrer die Entscheidung, ob er als offener Cruiser oder als leichte Reisemaschine unterwegs sein will. Auf dem Papier erinnert die Idee frappierend an das, was Harley-Davidson mit der Softail Sport Glide anbietet, der geistigen Erbin der vermissten Dyna Switchback. Indian erfindet das Rad nicht neu, doch die Marke aus Spirit Lake bringt ihr eigenes Rezept mit.

Was die technischen Daten betrifft, so steckt in der Indian Super Chief Limited 1890 der Thunderstroke 116, ein luftgekühlter V-Twin mit 49° Zylinderwinkel und 1890 ccm Hubraum. Die Leistung liegt bei 90 PS, was sich auf dem Papier nicht gerade nach einem Kraftprotz anhört. Doch das eigentliche Argument findet sich woanders: 161,8 Nm Drehmoment, die bereits ab 3200 U/min anliegen. Dieser Twin verlangt niemals, dass man ihn antreiben muss. Er schiebt kräftig, von unten heraus, mit einer Laufruhe, die perfekt zur Philosophie der Maschine passt. Man fährt geschmeidig, überholt ohne Anstrengung, schluckt leichte Steigungen mit dem Tempomat, ohne den Motor jemals ächzen zu hören. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h, mehr als ausreichend für ein Gefährt mit 335 kg Gewicht vollgetankt.
Und genau davon sollten wir sprechen – dem Gewicht. Mit 335 kg auf der Waage lässt sich die Super Chief Limited bei Niedriggeschwindigkeits-Manövern nicht vergessen. Die Sitzhöhe von lediglich 665 mm erleichtert das Abstellen der Füße, doch man braucht kräftige Oberschenkel, um das Tier wieder aufzurichten, wenn es auf einem abschüssigen Parkplatz aus dem Gleichgewicht gerät. Der Stahlrohrrahmen, übernommen von der Chief Dark Horse, bietet einen kürzeren Radstand als die alte 1811er-Generation. Die stärker eingezogene Front verleiht einen willkommenen Hauch von Agilität. Die teleskophydraulische Gabel mit 46 mm und die beiden Federbeine hinten mit 75 mm Federweg sorgen für ordentlichen, wenn auch nicht außergewöhnlichen Komfort. Die Bremsanlage, bestehend aus je einer 300-mm-Scheibe pro Rad mit Vierkolben-Bremssattel vorne und Zweikolben-Sattel hinten, erweist sich als solide, ohne mehr. ABS ist an Bord, und das beruhigt angesichts der bewegten Masse.

Die elektronische Ausstattung verdient einen genaueren Blick. Schlüsselloses Startsystem, vier Zoll großer TFT-Touchscreen mit integriertem GPS und Smartphone-Anbindung, drei Fahrmodi, USB-Anschluss. Für einen Custom-Tourer ist das recht vollständig. Der 15,1-Liter-Tank erzwingt allerdings häufige Tankstopps, besonders wenn sich der V-Twin auf der Autobahn durstig zeigt. Das ist der Hauptnachteil dieser Maschine für alle, die von langen Etappen träumen. Der Preis der Indian Super Chief Limited liegt bei 22 490 Euro, also rund 25 % mehr als die Basis-Chief. Der Aufpreis rechtfertigt sich durch die Touring-Ausstattung, die Speichenräder, die verkleidete Gabel und vor allem durch die verschwenderische Chrompracht, die jedes Gehäuse, jede Ventildeckelabdeckung, jeden Zentimeter der Crossover-Auspuffanlage schmückt. Wo die Dark Horse und die Bobber auf die Karte des totalen Schwarz setzen, stellt die Limited ihre Mechanik wie ein Schmuckstück in der Vitrine zur Schau.
An wen richtet sie sich? An den Motorradfahrer, der ein einziges Motorrad für zwei Einsatzzwecke will. Unter der Woche nimmt man die Windschutzscheibe und die Satteltaschen ab und fährt als lässiger City-Cruiser. Am Freitagabend rüstet man alles wieder auf und fährt zu zweit Richtung Küste, dank der serienmäßigen Soziussitzbank. Sie ist keine Roadmaster, das große Luxusschiff von Indian, gebaut um einen ganzen Kontinent zu durchqueren. Sie ist ein cleverer Kompromiss, gedacht für spontane Ausflüge statt für Langstrecken-Raids. Wenn Sie eine klare Meinung zur Super Chief Limited suchen: Sie macht das, was sie verspricht, gut – vorausgesetzt, man akzeptiert ihren bescheidenen Tank und ihr Schwergewicht. Für den Rest lohnen der Thunderstroke 116 und seine großzügige Drehmomententfaltung allein schon den Umweg.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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