Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1890 cc
- Leistung
- 90.0 ch (66.2 kW)
- Drehmoment
- 162.7 Nm @ 2900 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 11.0:1
- Bohrung × Hub
- 103.2 x 113.0 mm (4.1 x 4.4 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Closed Loop Sequential Port injection, 54mm
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Cast Aluminum with Integrated Air-Box
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Belt (final drive)
- Kupplung
- Wet Multiplate
- Vorderradaufhängung
- Telescopic fork
- Hinterradaufhängung
- Dual Shocks w/adjustable preload
- Federweg vorne
- 132 mm (5.2 inches)
- Federweg hinten
- 75 mm (3.0 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Semi-floating rotor. 4-piston calipers.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Floating rotor. 2-piston caliper.
- Vorderreifen
- 130/60-B16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 180/65-B16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 662.00 mm
- Radstand
- 1626.00 mm
- Bodenfreiheit
- 125.00 mm
- Länge
- 2286.00 mm
- Breite
- 915.00 mm
- Höhe
- 1349.00 mm
- Tankinhalt
- 15.14 L
- Gewicht
- 315.00 kg
- Trockengewicht
- 304.00 kg
- Neupreis
- 21 490 €
Übersicht
Kann man noch von einem Bobber sprechen, wenn das Motorrad 315 kg vollgetankt wiegt und unter elektronischer Ausstattung geradezu erstickt? Das ist die Frage, die diese Indian Chief Bobber Dark Horse 2023 aufwirft, eine paradoxe Maschine aus Springfield, die Purismus für sich beansprucht und gleichzeitig auf mechanische Opulenz setzt. Das Paradox ist bei Indian nicht neu, erreicht hier aber eine Form bewusst gelebter Reife.

Auf dem Papier weist die Indian Chief Bobber Dark Horse durchaus die Attribute eines reinrassigen Customs auf. Die Telegabel und die Stoßdämpfer sind in schwarze Abdeckungen gehüllt, die LED-Scheinwerferverkleidung thront über einem 130/60er Vorderreifen auf 16-Zoll-Speichenfelge, und die flache Sitzbank endet auf 662 mm über dem Boden. Das Dark-Horse-Treatment – das ist dieses kompromisslose Schwarz, das jedes Licht verschluckt und dem Ganzen die Ausstrahlung eines Saloons an einem Gewitterabend verleiht. Doch das eigentliche Erkennungszeichen dieser Bobber ist ihre Sitzposition. Der Ape-Hanger-Lenker zwingt Ihre Handgelenke über Schulterhöhe, die vorverlegten Fußrasten schieben Ihre Stiefel nach vorn am Aluminiumgussrahmen entlang. Da sitzen Sie wie ein Cowboy auf seinem Pferd, Arme gespreizt, Kinn erhoben. Custom-Kultur in ihrer theatralischsten Ausprägung.
Unter dieser Inszenierung arbeitet der V-Twin Thunderstroke 116, ein 1890-cm³-V2 mit zwei Ventilen pro Zylinder. Die angegebene Leistung von 90 PS ist bei dieser Art von Triebwerk beinahe nebensächlich. Was zählt, ist das Drehmoment: 162,7 Nm, verfügbar ab 2900 U/min, ein satter Schub, der Sie am Kurvenausgang in die unsichtbare Rückenlehne presst. Der luftgekühlte Motor verfügt sogar über eine Zylinderabschaltung des hinteren Zylinders im Stand, damit sich Ihre Oberschenkel an roten Ampeln nicht in Grillgut verwandeln. Für den Jahrgang 2023 hat Indian vor allem die Kupplung überarbeitet, die nun leichtgängiger ist und das Schalten der sechs Gänge deutlich weniger ermüdend für die linke Hand macht. Eine willkommene Verbesserung, wenn man bedenkt, dass diese Maschine vor allem für ausgedehnte Fahrten in der Stadt und im Umland gedacht ist, nicht für Rundenzeiten auf der Rennstrecke.
Bei der Ausstattung spielt die Chief Bobber Dark Horse in der Premium-Liga. Rundes TFT-Farbdisplay mit Smartphone-Konnektivität und GPS-Navigation, schlüsselloses Startsystem, Tempomat, drei Einspritzkennfelder, USB- und 12V-Anschluss, ABS serienmäßig. Die Bremsanlage setzt vorn auf eine halbschwimmend gelagerte Doppelscheibe mit Vierkolben-Bremssätteln und hinten auf eine einzelne schwimmend gelagerte Scheibe. Ordentlich für die Kategorie, ohne jedoch so bissig zuzupacken wie eine Harley-Davidson Fat Bob 114 bei starken Bremsmanövern. Der 15,14-Liter-Tank bleibt bescheiden und erzwingt regelmäßige Tankstopps, besonders wenn Sie den Thunderstroke großzügig fordern. Die Reichweite ist die wiederkehrende Schwäche dieser Familie amerikanischer Cruiser. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h, eine Zahl, die bei dieser Art Motorrad keinerlei Bedeutung hat: Niemand kauft eine Bobber Dark Horse, um die Grenzen eines GPS auszuloten.
Mit 21 490 Euro positioniert sich der Preis dieser Indian Chief Bobber Dark Horse 2023 auf Augenhöhe mit der Harley-Davidson Fat Boy 114 und oberhalb einer Triumph Rocket III, die immerhin in einer höheren Hubraumklasse antritt. Das ist teuer, deutlich teurer als die Chief Standard, mit der sie die gesamte technische Basis teilt. Man zahlt für den Stil, die Haltung, die Attitüde. Und genau das sucht der Käufer dieses Motorrads: ein Objekt mit Charakter, kein rationales Werkzeug. Die Chief Bobber Dark Horse richtet sich an Custom-Liebhaber, die amerikanische DNA wollen, ohne zwangsläufig im Harley-Universum zu landen, an jene, die das tiefe Grollen des Thunderstroke dem Potato-Potato aus Milwaukee vorziehen. Eine Nische, gewiss. Aber eine Nische, die Springfield mit bemerkenswerter Selbstsicherheit besetzt.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
- Nombre de mode de conduite : 3
- Taille de l'écran TFT couleur : 10,16 cm / 4 pouces
- Régulateur de vitesse
- Bluetooth
- Prise USB
- Démarrage sans clé
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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