Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1890 cc
- Leistung
- 90.0 ch (66.2 kW)
- Drehmoment
- 162.0 Nm @ 2900 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 11.0:1
- Bohrung × Hub
- 103.2 x 113.0 mm (4.1 x 4.4 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Closed Loop Sequential Port injection
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Cast Aluminum with Integrated Air-Box
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Belt (final drive)
- Kupplung
- Wet Multiplate
- Vorderradaufhängung
- Telescopic fork
- Hinterradaufhängung
- Dual Shocks w/adjustable preload
- Federweg vorne
- 132 mm (5.2 inches)
- Federweg hinten
- 75 mm (3.0 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Floating discs.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Floating disc.
- Vorderreifen
- 130/60-19
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 180/65-16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 662.00 mm
- Radstand
- 1626.00 mm
- Bodenfreiheit
- 125.00 mm
- Länge
- 2286.00 mm
- Breite
- 915.00 mm
- Höhe
- 1349.00 mm
- Tankinhalt
- 15.14 L
- Gewicht
- 315.00 kg
- Trockengewicht
- 304.00 kg
- Neupreis
- 19 990 €
Übersicht
Was ist ein Bobber, wenn das Motorrad, von dem er abstammt, selbst schon einer ist? Das ist das Paradox, das die Indian Chief Bobber Dark Horse aufwirft – eine Maschine aus Springfield, die mit den Codes des Custom-Segments zu spielen scheint, nur um sie umso wirkungsvoller zu verbiegen. Auf dem Papier ist ein Bobber ein abgespecktes Motorrad, auf das Wesentliche reduziert. In der Praxis legt diese Chief dort Schichten drauf, wo sich ihre Standard-Schwester mit dem absoluten Minimum begnügt. Ummantelte Gabel und Stoßdämpfer, eine skulptural geformte Scheinwerferschale, Speichenfelgen, ein Vorderreifen in 130/60-19, der den Asphalt mit Autorität plattdrückt. Die Indian Chief Bobber Dark Horse sucht nicht die Zurückhaltung. Sie will, dass man sie ansieht, dass man sie hört, dass man sich an sie erinnert.

Die Sitzposition setzt sofort die Szene. Der Ape-Hanger-Lenker hebt die Handgelenke über Schulterhöhe, die vorverlegten Fußrasten strecken die Beine nach vorn zum Rahmen aus Aluminiumguss. Niedriger Sitz auf 662 mm, angelehnter Rücken, geöffnete Arme. Man fährt diese Maschine nicht, man reitet sie. Der urbane Cowboy-Stil ergibt dann seinen vollen Sinn, wenn der Thunderstroke mit 1890 cc zwischen den Knien zu grollen beginnt. Dieser V-Twin mit zwei Ventilen pro Zylinder entwickelt 162 Nm Drehmoment bereits bei 2900 U/min. Vergessen Sie die PS, auch wenn das Datenblatt 90 PS ausweist. Bei dieser Art von Mechanik zählt der Schub – diese Welle aus niedrigem Drehmoment, die Sie bei jedem Gasaufdrehen nach vorn katapultiert, ohne dass man hochdrehen müsste. Der Motor kann sogar seinen hinteren Zylinder im Stand abschalten, um zu vermeiden, dass Ihre Oberschenkel an einem Hitzetag zu Grillgut werden.
Was die Ausstattung betrifft, kleckert die Indian Chief Bobber Dark Horse 2022 und ihre Folgejahrgänge nicht. Rundes TFT-Display mit Smartphone-Konnektivität und GPS-Navigation, schlüsselloser Start, Tempomat, dreifache Einspritzkartierung, USB-Anschluss, 12V-Steckdose, ABS serienmäßig, LED-Scheinwerfer. Für eine Maschine, die sich als rau versteht, ist die Liste lang. Die Bremsen setzen auf eine Doppelscheibe schwimmend vorn und eine einzelne Schwimmscheibe hinten – ausreichend, um die 315 kg fahrfertig zu verzögern. Der Zahnriemenantrieb mit sechs Gängen sorgt für leisen und wartungsfreien Betrieb, ganz im Sinne der Cruiser-Philosophie. Der 15-Liter-Tank bleibt bescheiden und wirft die Frage nach der tatsächlichen Reichweite auf: Wie weit kommt man mit der Indian Chief Bobber Dark Horse bei dem Verbrauch eines amerikanischen V-Twin? Rechnen Sie mit etwa 200 km, bevor Sie eine Tankstelle suchen müssen, was die Reiseambitionen etwas einschränkt.
Im Wettbewerbsumfeld tritt diese Indian direkt gegen die Harley-Davidson Fat Bob oder die Triumph Bonneville Bobber an, allerdings in einem deutlich massiveren und teureren Segment. Bei 19 990 Euro ist der Einstiegspreis gesalzen. Die Harley bewegt sich in denselben Preisgewässern mit einem kompakteren Twin, die Triumph bietet einen europäischeren Stil für weniger Geld. Das Indian-Argument ist dieses verheerende Drehmoment und diese visuelle Präsenz, die im Custom-Segment nur wenige Maschinen erreichen. Das Zubehörprogramm der Indian Chief Bobber Dark Horse erlaubt es zudem, die Maschine nach Belieben zu individualisieren – vom Auspuff bis zu den Ledertaschen – für alle, die in der Stilbehauptung noch weiter gehen wollen.
Eine Gewissheit bleibt: Diese Chief Bobber Dark Horse richtet sich nicht an Anfänger. Ihr Gewicht, ihr Radstand von 1626 mm und ihre Bodenfreiheit von 125 mm verlangen Sicherheit beim Rangieren und ein Mindestmaß an Kurvenerfahrung. Sie zielt auf den erfahrenen Motorradfahrer, den Liebhaber von Premium-Cruisern, der anders fahren will als die Harley-Masse, ohne auf den amerikanischen V-Twin-Geist zu verzichten. Eine Maschine mit Charakter, gebaut um Boulevards und Landstraßen zu verschlingen – den Ellbogen lässig auf dem Tank abgestützt –, nicht um enge Kurvenkombinationen anzugreifen. Der Preis einer Indian Chief Bobber Dark Horse rechtfertigt sich durch die Verarbeitungsqualität und die mitgelieferte Ausstattung, vorausgesetzt man akzeptiert, dass der Bobber hier eher eine Haltung ist als eine Philosophie des Reduzierens.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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