Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 249 cc
- Leistung
- 46.0 ch (33.8 kW)
- Motortyp
- Single cylinder, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 13.9:1
- Bohrung × Hub
- 79.0 x 50.9 mm (3.1 x 2.0 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 44 mm
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Zündung
- Full transistor
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Aluminium twin tube
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Kupplung
- Multi plate wet clutch
- Vorderradaufhängung
- 49mm Showa coil-spring USD fork
- Hinterradaufhängung
- Showa Mono shock with Honda Pro-Link
- Federweg vorne
- 305 mm (12.0 inches)
- Federweg hinten
- 315 mm (12.4 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc. Two-piston calipers.
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 80/100-21
- Hinterreifen
- 100/90-19
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 955.00 mm
- Radstand
- 1477.00 mm
- Bodenfreiheit
- 328.00 mm
- Länge
- 2177.00 mm
- Breite
- 827.00 mm
- Höhe
- 1265.00 mm
- Tankinhalt
- 6.30 L
- Gewicht
- 104.00 kg
- Neupreis
- 9 399 €
Übersicht
Was treibt Honda dazu, die Karten im hart umkämpften Segment der 250er-Crossmaschinen neu zu mischen? Die Antwort liegt in einem Namen: Tim Gajser. Der zweifache MXGP-Weltmeister hat auf der Weltbühne die Plattform der CRF 450 R 2021 bestätigt, und die Ingenieure des HRC haben beschlossen, auch die kleine Schwester davon profitieren zu lassen. Die Honda CRF250R 2022 erbt somit das Chassis, das sich auf höchstem Niveau bewährt hat, und diese Verwandtschaft spürt man in jedem Detail. Hier geht es nicht um eine bloße kosmetische Auffrischung mit einem neuen roten Kleid. Es ist eine tiefgreifende Überarbeitung, vom Aluminium-Brückenrahmen bis zur Abgasanlage, einschließlich des Getriebes. Gegenüber der Yamaha YZ250F und der KTM 250 SX-F spielt Honda klar die Karte der Zugänglichkeit und Effizienz statt die der reinen Leistung. Eine clevere Positionierung, die allerdings ihren Preis hat: 9 399 Euro.

Der Einzylinder-Viertaktmotor mit 249,4 cc behält seine Bohrung und seinen Hub von 79 x 50,9 mm sowie sein Verdichtungsverhältnis von 13,9:1, doch die gesamte interne Arbeit wurde überarbeitet. Die Honda CRF250R ist kein Zweitakter, anders als mancher vermuten könnte, wenn er „250 Cross" hört. Es handelt sich sehr wohl um einen Viertakter mit seinen 46 PS und einem Motorcharakter, der auf Nutzbarkeit ausgelegt ist. Die angekündigten Verbesserungen sprechen für sich: bis zu 10 % mehr Leistung und 15 % mehr Drehmoment über den gesamten Drehzahlbereich. Honda hat die Einlasskanäle überarbeitet, den Luftfilterkasten um 78 % vergrößert, den Winkel der Einspritzdüsen verändert und die doppelte Abgasanlage durch eine Einzelanlage ersetzt, die 1,7 kg einspart. Das Ergebnis ist ein Motor, der sein Drehmoment weiter unten im Drehzahlbereich abgibt und es ermöglicht, Kurven aneinanderzureihen, ohne ständig am Schalthebel des 5-Gang-Getriebes jonglieren zu müssen. Bei der Höchstgeschwindigkeit bewegt man sich im Bereich von 120 km/h, also rund 75 mph, ein Wert vergleichbar mit dem der YZ250F.
Beim Chassis beeindruckt die Schlankheitskur. Der Rahmen verliert dank dünnerer Brückenholme 700 Gramm, die neu gestaltete Heckschleife spart weitere 320 Gramm, und das Gesamtergebnis ist ein Trockengewicht von 104 kg – 3 kg weniger als beim Vorgängerjahrgang. Die Seitensteifigkeit wurde um 20 % reduziert, um mehr Agilität in den Kurven zu gewinnen, während die Torsionssteifigkeit unverändert bleibt. Der auf 1 477 mm verkürzte Radstand und die auf 27,2 Grad verengte Lenkkopfgeometrie machen die Maschine beim Einlenken in Kurven agiler. Die 49-mm-Upside-down-Gabel von Showa mit Spiralfedern übernimmt die Technologie des Werks-Kits, das den offiziellen Teams der japanischen Meisterschaft zur Verfügung gestellt wird. Der Pro-Link-Federbein profitiert von vergrößerten Ventilscheiben und einer leichteren Stahlfeder. Die Sitzhöhe steigt auf 955 mm, was sie mittleren bis großen Staturen vorbehält, und die großzügige Bodenfreiheit von 328 mm schluckt aufgewühltes Gelände ohne Probleme.
Die Bordelektronik, auf einer Crossmaschine oft nebensächlich, nimmt hier eine echte praktische Dimension an. Die Launch Control des HRC bietet drei Startmodi, kalibriert zwischen 8 250 und 9 500 U/min, je nach Niveau des Fahrers und Zustand der Strecke. Der EMSB-Kartenschalter bietet drei Motoreinstellungen, von der sanftesten bis zur aggressivsten, zugänglich über den serienmäßig verbauten Renthal Fatbar-Lenker. Ein Gangsensor passt die Zündkennfelder sogar an den jeweils eingelegten Gang an. Für Anfänger oder fortgeschrittene Fahrer stellen diese Hilfen ein echtes Sicherheitsnetz dar. Die Kupplung, verstärkt mit einer zusätzlichen Reibscheibe, erfordert am Hebel 4 % weniger Kraft – ein Detail, das nach dreißig Minuten Laufzeit zählt.
Sollte man bei dieser Honda CRF250R 2022 zuschlagen statt bei der Konkurrenz? Wenn Sie die 250er-Cross suchen, die am einfachsten zu beherrschen und im Feld am vertrauenerweckendsten ist, lautet die Antwort ja. Der Unterschied zwischen der CRF250R und der CRF250F, ihrer Trail-Cousine, liegt genau hier: Die R ist eine reinrassige Wettbewerbsmaschine mit einstellbaren Federbeinen, Aluminiumchassis und Rennsportelektronik. Die Weiterentwicklungen von der CRF250R 2008 bis zu den Versionen 2023, 2024 und 2025 folgen derselben Philosophie der schrittweisen Verfeinerung. Der Preis bleibt gegenüber einigen europäischen Modellen hoch, und Experten-Piloten auf der Suche nach rohen Fahrerlebnissen werden sich vielleicht der KTM oder der Husqvarna zuwenden. Doch für den Sonntagscrosser ebenso wie für den Regionalfahrer, der Fortschritte machen will, ohne gegen seine Maschine zu kämpfen, bleibt diese Honda ein sicherer Wert im Starterfeld.
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