Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 249 cc
- Motortyp
- Single cylinder, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 13.9:1
- Bohrung × Hub
- 79.0 x 50.9 mm (3.1 x 2.0 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection. Programmed Fuel-Injection system (PGM-FI); 44mm throttle bore
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Zündung
- Full transistor
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Aluminium twin tube
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Kupplung
- Multi plate wet clutch
- Vorderradaufhängung
- 49mm fully adjustable leading-axle inverted telescopic Showa SPG coil-spring fork.
- Hinterradaufhängung
- Pro-Link system; fully adjustable Showa single shock
- Federweg vorne
- 305 mm (12.0 inches)
- Federweg hinten
- 315 mm (12.4 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc. Two-piston calipers.
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 80/100-21
- Hinterreifen
- 100/90-19
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 960.00 mm
- Radstand
- 1481.00 mm
- Bodenfreiheit
- 328.00 mm
- Länge
- 2182.00 mm
- Breite
- 828.00 mm
- Höhe
- 1275.00 mm
- Tankinhalt
- 6.06 L
- Gewicht
- 107.50 kg
Übersicht
Was treibt Honda dazu, jedes Jahr ein paar PS herauszukitzeln und einige Gramm an der CRF250R einzusparen? Die Antwort lässt sich in einem Wort zusammenfassen: die Konkurrenz. Angesichts einer messerscharfen Yamaha YZ250F und einer immer aggressiveren KTM 250 SX-F kann sich der Hersteller aus Hamamatsu den Luxus des Ausruhens nicht leisten. Der Jahrgang 2020 der Honda CRF250R kommt daher mit einem umfangreichen Aktualisierungsprogramm, das sowohl den Einzylinder-Viertakter als auch das Fahrwerk betrifft. Auf dem Papier ist es eine Evolution. Auf der Strecke ist es vielleicht eine kleine Charakterveränderung.

Der 249-cc-Motor, nach wie vor mit einer Bohrung von 79 mm bei einem Hub von 50,9 mm und einem kräftigen Verdichtungsverhältnis von 13,9:1 ausgelegt, leistet nun 46 PS. Honda verspricht 4 % mehr Leistung und vor allem 8 % mehr Drehmoment, konzentriert im mittleren Drehzahlbereich. Genau dort zählt es im Motocross, wenn man am Kurvenausgang wieder beschleunigen oder eine zerfahrene Sektion bewältigen muss, ohne den Rhythmus zu verlieren. Diesen Zugewinn hat Honda durch eine überarbeitete Zylinderkopfkonstruktion mit neuen Nockenprofilen, einen überarbeiteten Kolben sowie optimierte Einlass- und Auslasskanäle erzielt. Einzeln betrachtet nichts Revolutionäres, aber in der Summe ergibt sich ein Motor, der im nutzbaren Drehzahlbereich besser anspricht. Auch das 5-Gang-Getriebe wurde nicht vergessen: Der zweite Gang wurde neu abgestuft, um dem zusätzlichen Drehmoment gerecht zu werden, und eine Oberflächenbehandlung der Zahnräder im dritten und vierten Gang sorgt für geschmeidigere Schaltvorgänge. Dazu kommen gangspezifische Einspritzkennfelder, die aus der Entwicklungsarbeit an der CRF 450 R übernommen wurden – das Ergebnis ist ein deutlich stimmigeres Motor-Getriebe-Paket. Für alle, die sich fragen, ob die Honda CRF250R ein Zweitakter ist: Nein, ist sie nicht. Es handelt sich um einen waschechten Viertakter, und er dreht auch so – mit nutzbarem Drehmoment statt hysterischem Hochdrehen.
Beim Fahrwerk hat Honda eine clevere Entscheidung getroffen und den Aluminium-Brückenrahmen sowie die Schwinge der CRF 450 R des Jahrgangs 2019 übernommen. Der Rahmen gewinnt an Nachgiebigkeit, die Schwinge an Steifigkeit. Das ist kein Widerspruch, sondern ergänzt sich. Das Ergebnis ist eine Maschine, die in schnellen Passagen stabiler ist und trotzdem handlich bleibt, wenn das Gelände enger wird. Der Radstand von 1481 mm und die großzügige Bodenfreiheit von 328 mm bestätigen eine Geometrie, die für die anspruchsvollsten Strecken ausgelegt ist. Die 49-mm-Showa-SPG-Upside-down-Gabel und der Pro-Link-Federbein hinten, beide voll einstellbar, erhielten neue Dämpfungsabstimmungen in der Niedriggeschwindigkeits-Druckstufe. Mit 107,5 kg fahrfertig und einem 6-Liter-Tank bleibt die CRF im Klassenstandard. Die Sitzhöhe von 960 mm macht deutlich, dass diese Maschine für erfahrene Fahrer gedacht ist – nicht für Anfänger auf der Suche nach ihrer ersten Cross.
Die Bremsanlage, oft das Stiefkind der jährlichen Modellpflege, profitiert hier von neuen, bissigeren und haltbareren hinteren Bremsbelägen. Honda konnte sogar den Bremsscheibenschutz weglassen – ein Zeichen dafür, dass die Zuverlässigkeit des Systems gestiegen ist. Vorn verrichtet die einzelne Bremsscheibe mit Zweikolben-Sattel zuverlässig ihren Dienst. Der Unterschied zwischen der CRF250R und der CRF250F, häufig eine Quelle der Verwirrung, ist simpel: Die R ist eine reine Wettbewerbsmaschine, die F ein freizeitorientiertes Trailbike. Zwei grundverschiedene Philosophien trotz identischem Hubraum.
Mit einem Preis von 8999 Euro positioniert sich die Honda CRF250R 2020 im oberen Bereich des Segments. Das ist der Preis für eine Maschine, die von echter Ingenieursarbeit profitiert hat und nicht nur von einem frischen Anstrich. Die folgenden Jahrgänge 2021 bis 2025 werden das Rezept weiter verfeinern, doch dieser 2020er Jahrgang markiert eine echte Stufe. Gegenüber der YZ250F, die vergleichbare Höchstgeschwindigkeiten um die 75 mph erreicht, setzt die Honda auf Nutzbarkeit statt auf rohe Leistung. Für einen regelmäßigen Fahrer in der Regionalmeisterschaft oder einen begeisterten Vielfahrer ist sie ein solides, durchdachtes Werkzeug – das lediglich ein Portemonnaie verlangt, das seinen Ambitionen gewachsen ist.
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