Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 249 cc
- Leistung
- 44.0 ch (32.4 kW)
- Motortyp
- Single cylinder, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 13.9:1
- Bohrung × Hub
- 79.0 x 50.9 mm (3.1 x 2.0 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection. Dual-Timing Programmed Fuel Injection (PGM-FI), 46mm throttle body
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Zündung
- Full transistor
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Aluminium twin tube
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Kupplung
- Multi plate wet clutch
- Vorderradaufhängung
- 49mm fully adjustable leading-axle inverted telescopic Showa SPG coil-spring fork.
- Hinterradaufhängung
- Pro-Link system; fully adjustable Showa single shock
- Federweg vorne
- 305 mm (12.0 inches)
- Federweg hinten
- 315 mm (12.4 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc. Two-piston calipers.
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 80/100-21
- Hinterreifen
- 120/90-19
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 960.00 mm
- Radstand
- 1481.00 mm
- Bodenfreiheit
- 328.00 mm
- Länge
- 2182.00 mm
- Breite
- 828.00 mm
- Höhe
- 1275.00 mm
- Tankinhalt
- 6.28 L
- Gewicht
- 108.00 kg
- Neupreis
- 8 799 €
Übersicht
Was treibt Honda dazu, einen Viertelliter komplett neu aufzustellen, der sich ohnehin schon gut verkaufte? Der Druck von Yamaha YZ250F und KTM 250 SX-F, ganz einfach. 2018 häutet sich die Honda CRF250R mit einem klaren Ziel: sich in der MX2-Klasse nicht länger mit einer Nebenrolle zufriedenzugeben. Der japanische Hersteller hat die radikale Methode gewählt. Statt am Bestehenden herumzufeilen, liefert er einen komplett neu konstruierten Motorblock, ein von der großen Schwester 450 übernommenes Chassis und einen serienmäßigen Elektrostarter. Das Ganze zu einem Preis von 8 799 Euro, der sie im oberen Mittelfeld des Segments platziert. Auf dem Papier ist das Programm verlockend. Auf der Strecke bestätigen sich die Fortschritte ab den ersten Runden.

Das Herzstück dieser Revolution ist der Einzylinder-Viertakter mit 249 cc. Ja, die Honda CRF250R ist tatsächlich ein Viertakter, anders als manche denken, die sie mit den Zweitaktern der einstigen CR-Baureihe verwechseln. Die Ingenieure haben die grundlegenden Maße überarbeitet: eine Bohrung von 79 mm bei einem Hub von 50,9 mm – deutlich kurzhubigere Werte als beim Vorgängerjahrgang. Das Ergebnis: Die Titanventile werden größer, die Zylinderfüllung verbessert sich, und der Motor gewinnt 9 % Leistung über ein um 2 000 U/min erweitertes Drehzahlband. Die angekündigten 44 PS verraten nicht alles: Entscheidend ist die Art, wie sie ankommen. Ab 8 500 U/min übertrifft der Motor das alte Modell klar und weigert sich zu verhungern, wenn die Nadel weiter klettert. Die um 350 Gramm erleichterte Kurbelwelle bringt bei jedem Gasbefehl eine spürbare Agilität. Drei Motorkennfelder, vom sanften bis zum aggressiven Modus, erlauben es, das Ansprechverhalten je nach Untergrund oder Vorlieben des Fahrers anzupassen. Ein echtes Plus für alle, die auf unterschiedlichen Böden fahren.
Auf der Fahrwerksseite hat Honda eine mutige Entscheidung getroffen: den Aluminium-Brückenrahmen der CRF 450 R auf diese 250 zu verpflanzen. Dieses Chassis der siebten Generation, 340 Gramm leichter, legt den Schwerpunkt tiefer und verkürzt den Radstand auf 1 481 mm. Der Unterschied zur freizeitorientierten CRF250F für Trail und Gelände springt sofort ins Auge: Hier ist alles auf Wettbewerb ausgelegt. Die 49-mm-Upside-down-Gabel von Showa mit Stahlfedern ersetzt die frühere SFF-TAC-Air, und das ist keine bloße Weiterentwicklung. Es handelt sich um eine Ableitung des Werks-Kits, das den offiziellen Teams der japanischen MX-Meisterschaft zur Verfügung steht. Vollständig einstellbar in Druck- und Zugstufe, bietet sie ein präzises und progressives Bodengefühl. Der Pro-Link-Federbein, 39 mm tiefer positioniert, arbeitet mit einer erleichterten Aluminium-Schwinge zusammen. Mit 108 kg fahrfertig und ihrem 6,3-Liter-Titaniumtank erreicht die Maschine ein Leistungsgewicht, das gegenüber 2017 deutlich zugelegt hat.
Die Bremsanlage erledigt ihre Arbeit ohne Schnörkel: eine 260-mm-Wave-Bremsscheibe vorne mit Zweikolben-Sattel, eine 240-mm-Scheibe hinten. Ausreichend für MX, wo die Motorbremse eine ebenso wichtige Rolle spielt. Die Sitzhöhe von 960 mm und die Bodenfreiheit von 328 mm unterstreichen die rein sportliche Ausrichtung des Geräts. Dies ist keine Maschine für Anfänger und auch keine für die Sonntagsausfahrt. Es ist ein Rennwerkzeug, gedacht für den Fahrer, der in der Regional- oder Nationalmeisterschaft Sekunden gutmachen will. Auf schnellen Strecken erreicht die Honda CRF250R rund 75 mph Höchstgeschwindigkeit, auf Augenhöhe mit der Yamaha YZ250F, auch wenn die KTM 250 SX-Zweitakter bei der reinen Endgeschwindigkeit einen Rohvorteil behalten. Die Weiterentwicklungen der Jahrgänge 2022, 2023, 2024 und 2025 der Honda CRF250R haben diese technische Basis weiter verfeinert – ein Beweis dafür, dass die Plattform von 2018 die Grundlagen an der richtigen Stelle gelegt hatte.
Das Fazit ist eindeutig. Mit dieser Neukonzeption hat Honda aufgehört, der Konkurrenz hinterherzulaufen, und ist auf Augenhöhe mit den besten japanischen und österreichischen Maschinen im Feld zurückgekehrt. Der Preis bleibt hoch, die hohe Sitzposition schließt kleinere Staturen aus, und die Wartung eines solchen Technologieniveaus erfordert Sorgfalt und Budget. Doch für den anspruchsvollen MX-Piloten, der einen zuverlässigen, präzisen und im Kurvenausgang kampfstarken 250er-Viertakter sucht, markiert die CRF250R des Jahrgangs 2018 einen echten Wendepunkt in der jüngeren Geschichte der Marke mit dem Flügel.
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