Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1573 cc
- Leistung
- 73.0 ch @ 5300 tr/min (53.7 kW)
- Drehmoment
- 117.0 Nm @ 3200 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2:1
- Bohrung × Hub
- 95.3 x 111.3 mm (3.8 x 4.4 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Electronic Sequential Port Fuel Injection (ESPFI)
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Belt (final drive)
- Kupplung
- Multi-plate with diaphragm spring in oil bath
- Vorderradaufhängung
- Fourche télescopique Ø 49 mm, déb : 127 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs sous le moteur, déb : 79 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc. 4-piston calipers
- Hinterradbremse
- Single disc. 2-piston torque-free calipers
- Vorderreifen
- 90/90-19
- Hinterreifen
- 240/40-R18
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 698.00 mm
- Radstand
- 1758.00 mm
- Bodenfreiheit
- 130.00 mm
- Länge
- 2413.00 mm
- Tankinhalt
- 18.92 L
- Gewicht
- 326.90 kg
- Trockengewicht
- 311.30 kg
- Neupreis
- 21 695 €
Übersicht
Wie sieht eine Harley aus, wenn sie beschließt, die Extravaganzkarte zu spielen, ohne dabei ihre Grundlagen zu verraten? Im Jahr 2008 antwortet Milwaukee mit dem Softail Rocker C, einer Maschine, die die Konventionen des Custom-Bereichs aufmischen, ohne sie jedoch wirklich zu verlassen. Es handelt sich hier nicht um eine einfache Weiterentwicklung, sondern um einen fast radikalen Stilvorschlag, ein Augenzwinkern an zu starre Traditionen. Sein Aussehen spricht sofort für sich: eine übergroße Gabel, ein Double-Handlebar-Lenker, der zu absorbieren scheint, und diese angespannte, fast feindselige Linie, die vom Tank bis zum Solo-Sattel verläuft. Das Detail, das alles verändert? Dieses Pseudo-Hardtail, bei dem sich der hintere Kotflügel an das Hinterrad anpasst, eine mechanische Illusion, die brillant ausgeführt ist. Es handelt sich um einen hochwertigen Custom-Motorrad, der ab Werk fertig ist und eindeutig auf den Biker abzielt, der sich abheben möchte, ohne monatelang einen Spezialisten aufzusuchen.

Aber eine Harley, selbst eine laute, bleibt eine Harley. Der Rocker C verbirgt unter seinem Solo-Sattel eine unbedeutende Sitzbank, die sich über einen kolossalen Gelenkarm ausfährt. Die Idee ist genial, aber die Erfahrung des Beifahrers ist symbolisch: zehn Zentimeter Schaumstoff stellen keine echte Sitzgelegenheit dar. Das Aufsteigen auf das Biest ist dank einer serienmäßigen Sitzhöhe von 698 mm, der niedrigsten der damaligen Produktpalette, ein Kinderspiel. Die 326 kg in fahrbereitem Zustand lassen sich mit diesem breiten Lenker, der einen erheblichen Hebelarm bietet, mühelos aufrichten. Der Twin Cam mit 1584 cm³ leistet 73 PS, aber das Wesentliche liegt woanders: ein Drehmoment von 117 Nm, das ab 3200 U/min verfügbar ist, das Sie dazu veranlasst, den sechsten Gang zu suchen, um von seinem temperamentvollen Fahrverhalten zu profitieren. Schade, dass die Schalldämpfer den Klang etwas dämpfen, diese Appetitanregung hätte ein wilderes Crescendo verdient.
Auf der Straße setzt der Rocker C sein Tempo durch. Die Position ist klassisch für Cruiser, Füße nach vorne, Arme gestreckt, aber der Komfort ist vorhanden, getragen von einem breiten Sitz und einer unauffälligen, aber effektiven Hinterradfederung. Achtung, die Monoplace-Version mit ihrem erhöhten Heck kann bei längeren Strecken zur Qual für den unteren Rücken werden. Das Fahrverhalten ist stabil, fast vorhersehbar: das Motorrad ist tief, gut ausbalanciert, und der monumentale Hinterreifen mit 240 mm stört den Kurveneinstieg nicht wirklich. Im Vergleich zu einem Night Rod mit den gleichen Reifen fühlt sich der Rocker weniger träge, sondern agiler seiner Art. Es geht nicht um Sportlichkeit, der verfügbare Lenkwinkel ist begrenzt, aber das Motorrad ist stimmig: es zielt auf Stil und cooles Fahrverhalten, nicht auf extreme Leistung.
Die eigentliche Debatte beginnt mit dem Preis. Zu über 21.000 Euro zum Zeitpunkt der Einführung positioniert sich der Rocker C als Luxusobjekt, ein fast künstlerischer Vorschlag. Die Verarbeitung ist einwandfrei, die Details sind durchdacht, das Gesamtbild ist ausbalanciert. Dieser Preis platziert das Motorrad jedoch in eine sehr enge Nische, gegenüber Wettbewerbern wie der Yamaha Midnight Star oder einigen Honda Shadow, die erschwinglicher und manchmal vielseitiger sind. Einige Puristen werden sagen, dass eine bereits so stark personalisierte Harley den Spaß am Umbau nimmt. Das ist ein Scheinproblem: der Rocker C ist eine kühne Basis, und seine zukünftigen Besitzer werden immer einen Weg finden, ihn noch weiter zu individualisieren. Dieses Motorrad ist nicht für Anfänger oder tägliche Pendler gedacht. Es richtet sich an den Ästheten, den Sammler, an denjenigen, der ein fertiges Custom-Motorrad möchte, das aber ausreichend unterscheidend ist, um seinen Stil ohne Kompromisse zu unterstreichen. Eine Aussage auf zwei Rädern, zu einem Preis, der selbst eine Aussage ist.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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