Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1923 cc
- Leistung
- 103.0 ch @ 5020 tr/min (75.8 kW)
- Drehmoment
- 167.7 Nm @ 3000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.3 : 1
- Bohrung × Hub
- 103.5 x 114.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Starter
- électrique
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche telescopique Ø 49 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur sous la selle, déb : 86 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 160/60-18
- Hinterreifen
- 240/40-18
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 675.00 mm
- Sitztyp
- Selle biplaces
- Tankinhalt
- 18.90 L
- Gewicht
- 315.00 kg
- Neupreis
- 26 395 €
Übersicht
Wer hätte gedacht, dass Milwaukee seine massivste Ikone eines Tages mit Elektronik und zusätzlichen Kubikzoll vollstopfen und ihr dabei noch Gewicht abnehmen würde? Genau dieses Kunststück ist beim Jahrgang 2025 der Fat Boy gelungen, die nun vom Milwaukee Eight 117 Custom angetrieben wird. Unter der Haube dieses V-Twins mit 45 Grad Zylinderwinkel erzeugen 1923 cm3 103 PS bei 5020 U/min und vor allem 167,7 Nm Drehmoment bereits ab 3000 Touren. Zahlen, die die Fat Boy S von 2017 mit ihrem Twin Cam Screamin' Eagle zur bloßen Erinnerung degradieren. Neue Zylinderköpfe, überarbeitete Auspuffanlage, revidierte Einspritzung, verbessertes Kühlsystem: Die Mechanik wurde gründlich überarbeitet. Vier Ventile pro Zylinder dürften Traditionalisten die Stirn runzeln lassen, doch dieser Motor wurde auf Langlebigkeit und Weiterentwicklung ausgelegt. Auf dem Papier bietet die direkte Konkurrenz, sei es die Indian Chief Dark Horse oder die Triumph Rocket 3 R, nicht diese Mischung aus brachialem Drehmoment im unteren Drehzahlbereich und purem Charisma.

Der Stil ist denn auch das Minenfeld dieses Updates. Harley hat es gewagt, das Denkmal anzurühren. Der verkleidete Scheinwerfer wechselt in ein entschieden zeitgenössisches, fast aggressives Register, das vage an die verstorbene Suzuki VZR 1800 Intruder erinnert. Die Kühnheit beschränkt sich auf die Front: Der Rest der Silhouette bewahrt seine massiven und beruhigenden Linien. Die Felgen übernehmen ein selbstbewusstes Muscle-Car-Design, und die Reifen erreichen Rekorddimensionen für eine Serien-Harley. Ein 160/60-18 vorne, ein 240/40-18 hinten. Das visuelle Ergebnis ist atemberaubend, fast karikaturhaft. Man liebt es oder man hasst es, aber niemand bleibt gleichgültig. Die Fat Boy ist nicht mehr die Maschine des Terminators; sie schielt fortan in ein zeitgemäßeres Universum.
Auf der Fahrwerksseite setzt die Softail-Plattform ihre Reifung fort. Der Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen verwendet 50 % weniger Teile und gewinnt 65 % an Steifigkeit gegenüber der alten Struktur. Ergebnis: eine Gesamtsteifigkeit, die um 34 % gestiegen ist, und eine Gewichtsersparnis von knapp 20 Kilogramm. Die Maschine bringt dennoch 315 kg fahrfertig auf die Waage, inklusive des 18,9-Liter-Tanks. Das ist kein Leichtgewicht, aber der Sitz auf 675 mm Höhe und der tiefe Schwerpunkt machen die Masse im Stand beherrschbar. Die 49-mm-Telegabel, übernommen aus der Touring-Baureihe, bietet 130 mm Federweg, während sich der hintere Monodämpfer mit einstellbarer Vorspannung mit 86 mm begnügt. Die Bremsanlage setzt auf eine 300-mm-Scheibe vorne mit Vierkolben-Sattel und eine 292-mm-Scheibe hinten mit Zweikolben-Sattel. Korrekt, ohne sportlich zu sein, getreu der Philosophie des Modells.

Die eigentliche Überraschung kommt von der elektronischen Ausstattung. Cornering-ABS, Traktionskontrolle C-TCS und Schleppmoment-Regelung C-DSCS, beide schräglagenabhängig, drei Fahrmodi Rain, Road und Sport, Reifendrucksensoren: Die Fat Boy ist endlich in ihrer Epoche angekommen. Hinzu kommen ein USB-C-Anschluss, ein verstellbarer Bremshebel, neue Lenkerschaltereinheiten und ein überarbeitetes Cockpit. Für eine Marke, die sich lange gegen Technologie gesträubt hat, ist die Kehrtwende deutlich. Der 2023 eingeführte Tempomat vervollständigt ein Arsenal, das gegenüber den Marktstandards nun glaubwürdig dasteht.

Bleibt die Preisfrage. Mit 26 395 Euro positioniert sich die Fat Boy 2025 im oberen Segment der schweren Cruiser. Das ist der Einstiegspreis, vor Optionen und Individualisierung. Die angesprochene Kundschaft weiß es: Man kommt nicht wegen reiner Leistung oder Vielseitigkeit zu diesem Modell. Man sucht Präsenz, ein verheerendes Drehmoment, das im Alltag nutzbar ist, und diese einzigartige Fähigkeit, jede Gerade in ein Statement zu verwandeln. Die Fat Boy 2025 ist nicht perfekt. Ihre Höchstgeschwindigkeit endet bei 175 km/h, ihre Federung bleibt simpel, und ihr Gewicht verlangt Respekt bei engen Manövern. Aber sie besitzt, was viele moderne Motorräder verloren haben: Charakter, roh und ungefiltert.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
- Nombre de mode de conduite : 3
- ABS Cornering
- Indicateur de vitesse engagée
- Régulateur de vitesse
- Prise USB
- Démarrage sans clé
- Contrôle de traction
- Contrôle du frein moteur
- Surveillance de la pression des pneus
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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