Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1868 cc
- Leistung
- 93.0 ch @ 5020 tr/min (68.4 kW)
- Drehmoment
- 154.9 Nm @ 3000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 114 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur sous la selle, déb : 86 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 110/90-19
- Hinterreifen
- 180/70-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 690.00 mm
- Tankinhalt
- 18.90 L
- Gewicht
- 308.00 kg
- Trockengewicht
- 295.00 kg
- Neupreis
- 19 990 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die erste Low Rider S, jene von 2016, aufgebaut auf dem Dyna-Rahmen mit dem großen 110 ci Twin, der den CVO-Maschinen vorbehalten war? Diese Version hatte mit ihrem rohen, fast unverschämten Charakter bleibenden Eindruck hinterlassen – in einer Modellpalette, in der sich die meisten Maschinen mit bravem Schnurren begnügten. Drei Jahre später legt Milwaukee nach. Die FXLRS Jahrgang 2020 steht nun auf der Softail-Plattform und wird von einem 45°-V-Twin mit 1868 cm3 Hubraum angetrieben. Der Milwaukee Eight 114 leistet 93 PS bei 5020 U/min und vor allem 155 Nm Drehmoment ab 3000 Touren. Zahlen, die dem alten S nahekommen, gewiss, aber der Doppelschleifen-Stahlrahmen und das Fahrwerk haben nichts mehr mit dem Vorgänger gemein.

Denn genau hier setzt sich die Low Rider S von ihrer Vorgängerin ab. Die 43-mm-Upside-down-Gabel ersetzt die konventionelle der Standard-Low Rider, der Lenkkopfwinkel wurde um zwei Grad auf 28° verkleinert, und die Vorderradbremse besteht nun aus zwei 300-mm-Scheiben mit Vierkolben-Sätteln. Vom schwammigen Vorderbau, den man manchen Softail vorwarf, ist man weit entfernt. Das unter dem Sitz verborgene Monofederbein bietet nur 86 mm Federweg, was klar auf eine urbane und stadtnahe Berufung hindeutet – weniger auf Langstrecke. Auf schadhaftem Asphalt meldet sich der Rücken. Doch auf sauberem Band wechselt die Maschine die Richtung mit einer Präzision, die bei 308 kg fahrfertig überrascht.
Die ästhetische Positionierung lässt keinen Raum für Zweifel. Alles ist schwarz, vom Motor über die Auspuffanlage bis zum Fahrwerk – einzige Ausnahme sind die bronzefarbenen Felgen, die den einzigen Kontrastakzent setzen. Die kompakte Windabweiserscheibe, die Einzelsitzbank, die das Becken fixiert, der leicht erhöhte Lenker: Jedes Detail zeichnet die Silhouette eines selbstbewussten Harten. Die niedrige Sitzhöhe von 690 mm erlaubt es fast jedem, die Füße flach aufzusetzen, was trotz der imposanten Statur beruhigt. Der 18,9-Liter-Tank bleibt bescheiden für eine Maschine dieses Gewichts, und die auf 160 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit erinnert daran, dass der V-Twin kräftige Zwischenspurts in der Stadt gegenüber Autobahnritten bevorzugt.

Gegenüber der Konkurrenz spielt die Low Rider S eine eigenwillige Rolle. Eine Indian Chief Dark Horse bietet ein vergleichbares Temperament mit einem 1890-cm3-Twin und einem ähnlichen Preis, jedoch in einem klassischeren Register. Bei Harley selbst umfasst der Katalog 2020 ein Dutzend Modelle mit dem 114 ci, was den einst exklusiven Charakter des großen Aggregats verwässert. Die Fat Bob bietet eine aggressivere Geometrie, der Breakout setzt auf die Schau des massiven Hinterreifens. Die Low Rider S besetzt eine Zwischenstellung: radikal genug, um den Motorradfahrer zu verführen, der Charakter will, ohne in Show-Custom abzugleiten, aber nicht vielseitig genug, um bepackt lange Etappen zu schlucken. Ihr Riemenantrieb und das Sechsganggetriebe sorgen für problemlose Zuverlässigkeit.

Für 19 990 Euro richtet sich die FXLRS an eine Kundschaft, die das Harley-Universum bereits kennt und eine Stufe über der Low Rider 107 sucht, ohne in die CVO-Preisregionen abzurutschen. Das typische Profil: ein Stadtmensch, der am Wochenende gerne über kurvige Landstraßen fährt, der Drehmoment am Gasgriff und eine unmissverständliche optische Präsenz will. Anfänger gehen besser weiter, Gewicht und Leistung verlangen ein Mindestmaß an Erfahrung. Für alle anderen ist es ein muskulöser Custom, der nicht vorgibt, die Formel neu zu erfinden, sie aber mit Ernsthaftigkeit umsetzt. Keine Revolution, nur ein wirkungsvolles Update eines bewährten Rezepts.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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