Schlüsselleistung
Technische Daten
- Drehmoment
- 154.9 Nm @ 3500 tr/min → 154.9 Nm @ 3000 tr/min
- Neupreis
- 19 590 € → 20 110 €
Motor
- Hubraum
- 1868 cc
- Leistung
- 93.0 ch @ 5020 tr/min (68.4 kW)
- Drehmoment
- 154.9 Nm @ 3000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 114.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur sous la selle, déb : 113 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 150/80-16
- Hinterreifen
- 180/70-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 710.00 mm
- Tankinhalt
- 13.60 L
- Gewicht
- 306.00 kg
- Trockengewicht
- 296.00 kg
- Neupreis
- 20 110 €
Übersicht
Wer hätte vor zehn Jahren darauf gewettet, dass eine Harley-Davidson wie ein Schlagring auf zwei Rädern aussehen könnte? Die Fat Bob FXFBS Jahrgang 2020 tut nichts, um in der Masse unterzugehen. Mit ihrer messerscharf geschnittenen LED-Doppeloptik, den gedrungenen Linien und dem Dragbar-Lenker, der den Oberkörper nach vorne drückt, spielt diese Softail eindeutig auf einem anderen Feld als die verchromten Bagger aus Milwaukee. Sie will provozieren, irritieren, den Blick jenes Motorradfahrers auf sich ziehen, der nie einen Fuß in ein Harley-Autohaus gesetzt hätte. Und in diesem Punkt ist die Wette aufgegangen.

Unter dieser bulligen Erscheinung schlägt der Milwaukee Eight 114, ein 45-Grad-V-Twin mit 1868 cm3, der 93 PS bei 5020 U/min und vor allem 154,9 Nm Drehmoment ab 3000 Touren ausspuckt. Diese Zahlen werden auf dem Papier nie mit einer Ducati Diavel oder einer Triumph Rocket III mithalten, doch sie geben die Realität am Lenker nur schlecht wieder. Die Fat Bob wird nicht über Drehzahl gefahren, sondern über das Drehmoment. Ein Dreh am Gasgriff im dritten Gang, und die Maschine schiebt kräftig an – mit jener mechanischen Signatur, die typisch für den großen amerikanischen Twin ist: beherrschte Vibrationen, ein linearer Schub, ein dumpfes Grollen, das aus den Eingeweiden aufsteigt. Der Wechsel zur 114er-Variante gegenüber dem alten Twin Cam hat die Spielregeln verändert. Mehr Hubraum, mehr Durchzug und ein Motorcharakter, der endlich zur aggressiven Persönlichkeit der Maschine passt.
Beim Fahrwerk hat Harley echte Fortschritte gemacht. Der Stahl-Doppelschleifenrahmen beherbergt nun eine 43-mm-Upside-Down-Gabel vorne – eine seltene Wahl bei diesem Hersteller – und ein unter der Sitzbank verstecktes Federbein hinten. Die Federwege bleiben kurz: 130 mm vorne, 113 mm hinten, und die 16-Zoll-Reifen (150/80 vorne, 180/70 hinten) sind keine Referenz in Sachen Präzision bei schnellen Kurvenwechseln. Doch das Fahrverhalten hat gegenüber der alten Dyna-Generation einen Sprung gemacht. Man kann die Fat Bob nun auf kurvigen Straßen bewegen, ohne das Gefühl zu haben, jede Kurve mit einem Sofa zwischen den Beinen verhandeln zu müssen. Die Bremsanlage – zwei 300-mm-Scheiben vorne mit Vierkolben-Sätteln – erledigt ihre Arbeit ordentlich, um die vollgetankten 306 kg des Kolosses zu verzögern.

Die Kehrseite der Medaille zeigt sich an zwei Stellen. Zunächst der 13,6-Liter-Tank, geradezu hungrig für eine Maschine dieser Größe. Auf der Straße sind kaum 200 Kilometer drin, bevor man eine Tankstelle suchen muss. Dann der Preis: 20 110 Euro sind kein Pappenstiel für ein Motorrad ohne Verkleidung, ohne fortgeschrittene Elektronik und mit einer eher symbolischen Soziussitzbank. Für diesen Betrag spielt eine Indian Scout Bobber Twenty in derselben Liga mit einem anderen Temperament, und eine gebrauchte Yamaha VMAX bietet höhere Rohleistung für weniger Geld.

Die Fat Bob richtet sich an denjenigen, der eine Harley ohne die traditionelle Folklore will. Ein Stadt- oder Umlandfahrer, der mehr nach Gefühl als nach Stoppuhr fährt, der eine starke visuelle Präsenz und üppiges Drehmoment unter der rechten Hand will. Die niedrige Sitzhöhe von 710 mm und die kompakte Sitzposition machen sie zugänglich, auch für durchschnittliche Staturen. Sie ist weder Tourer, noch Sportler, noch klassischer Chopper. Sie ist ein Statement auf zwei Rädern, mit bewusst akzeptierten Grenzen und einem Charakter, den nur wenige Konkurrentinnen für sich beanspruchen können.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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