Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1690 cc
- Leistung
- 81.0 ch @ 5350 tr/min (59.6 kW)
- Drehmoment
- 129.4 Nm @ 3000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.6 : 1
- Bohrung × Hub
- 98.4 x 111.1 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche télescopique Ø 41 mm, déb : 142 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs sous le moteur, déb : 103 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 150/80-16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 648.00 mm
- Tankinhalt
- 18.90 L
- Gewicht
- 341.00 kg
- Trockengewicht
- 326.00 kg
- Neupreis
- 22 890 €
Übersicht
Hundertzehn Jahre Lärm, Schweiß und amerikanischer Asphalt. Um das im Jahr 2013 zu feiern, hat Milwaukee keine Pressemitteilung herausgegeben und keine Unternehmensveranstaltung organisiert. Die Marke produzierte 1 900 Exemplare einer Heritage Classic, die für den Anlass in einem Farbton Anniversary Vintage Bronze / Black gekleidet war – schlicht und gediegener, der an das patinierte Leder eines alten Ranchsattels erinnert. Auf dem Tank ein massives Bronzemedaillon mit schwarzer Nickelbeschichtung. Auf der Rückseite des Sissy-Bars ein Emblem. Am Lenker eine nummerierte Echtheitszertifikation. Das sind die Details, die leistungstechnisch nichts bringen, aber den Unterschied ausmachen, wenn man das Tier bei Sonnenuntergang vor einem Diner parkt.

Das ist kein Motorrad, das ist eine Haltung. Die Heritage Classic nimmt in der Softail-Familie einen ganz besonderen Platz ein: Sie ist die reiseorientierteste der Familie, jene, die man belädt, mit der man Distanzen zurücklegt. Die große Windschutzscheibe lässt sich in Sekunden abnehmen, die genietetem Ledersatteltaschen, der Doppelscheinwerfer, die gewölbten Kotflügel, die direkt von der Fat Boy übernommen wurden, von der sie direkt abstammt. Die Ähnlichkeit ist gewollt, die Verwandtschaft wird offen kommuniziert. Während die Fat Boy urbane Muskelkraft zeigt, schlüpft die Heritage in das Kostüm des Reisenden. Die Basis ist weitgehend dieselbe, aber die Bestimmung ändert sich.
Unter den Chromteilen des Twin Cam 103B verbirgt sich ein V-Zweizylinder mit 45 Grad und 1 690 cm³, starr im doppelten Stahlrohrrahmen montiert. 81 PS bei 5 350 U/min – auf dem Papier eine bescheidene Zahl, aber 129,4 Nm Drehmoment, die bereits ab 3 000 U/min verfügbar sind. Genau da entscheidet sich alles. Bei einer Maschine von 341 kg vollgetankt hat das Drehmoment Vorrang vor der Leistung. Man versucht nicht, in der Kurveneinfahrt zu überholen, sondern auf der Autobahn das Tempo zu halten, ohne das 6-Gang-Getriebe zu strapazieren. Der Riemenantrieb erledigt den Rest – lautlos und wartungsarm. Die integrierte Ausgleichswelle hat die historischen Vibrationen des Milwaukee-Motors erheblich gezähmt. Die Markentradionalisten sehen darin einen Verrat. Das ist eine Frage des Standpunkts, und ehrlich gesagt ist man nach 500 Kilometern froh, keine Hände wie Hackfleisch zu haben.
Im Vergleich zur Konkurrenz hat die Heritage auf ihrem spezifischen Segment kaum jemanden zu fürchten. Eine Indian Chief Vintage der damaligen Zeit bietet eine ähnliche Positionierung, aber das Händlernetz und das Markenimage neigen sich auf die Seite von Milwaukee. Eine Kawasaki Vulcan 1700 Voyager kostet weniger und bietet mehr Technologie, hat aber nicht diese generationelle DNA, die wie ein Familienerbstück weitergegeben wird. Zu 22 890 Euro in der Jubiläumsversion ist die Heritage Classic kein Schnäppchen, sondern eine bewusste Entscheidung. Man zahlt den Mythos ebenso wie die Mechanik. Die niedrige Sitzposition von 648 mm erleichtert den Einstieg für verschiedene Körpergrößen, aber das Trockengewicht von 326 kg verlangt Respekt beim Rangieren. Das ist kein Motorrad für Anfänger, sondern eines für Fahrer, die wissen, was sie suchen.

Das Publikum dieser Jubiläumsedition zeichnet sich recht deutlich ab: der fünfzigjährige Langstreckenfahrer, der die Marke seit langem kennt und ein Sammlerstück möchte, ohne auf Fahrkomfort verzichten zu müssen. Der 18,9-Liter-Tank bietet eine ordentliche Reichweite, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei anspruchslosen 160 km/h. Diese Harley will keine Rundenzeiten beeindrucken, sie will im Gedächtnis bleiben. Mit 1 900 produzierten Exemplaren und einem im Metall eingraviertem Jubiläumsjahr gelingt ihr das mühelos.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de serie
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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