Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 998 cc
- Leistung
- 215.0 ch @ 14000 tr/min (158.1 kW)
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12.7:1
- Bohrung × Hub
- 78 x 52.2 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 45 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Deltabox en aluminium
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Öhlins TTX36 Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Monoamortisseur Öhlins TTX25, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 203 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 190/65-17
Abmessungen
- Tankinhalt
- 23.00 L
- Trockengewicht
- 162.00 kg
- Neupreis
- 100 000 €
Übersicht
Man erinnert sich doch an dieses Geräusch? Dieses raue Grollen, dieses schräge Brummen, das 2009 die Geraden der Rennstrecken zerriss? Das war nicht nur das Geräusch eines neuen Motorrads, sondern die Ankündigung einer mechanischen Revolution. Die Yamaha YZF-R1 Factory dieses Jahres war keine bloße Weiterentwicklung, sondern eine Kriegswaffe, getarnt als Kleinserienmodell, eine direkte Verbindung vom Showroom zur Startlinie der Superbike-Weltmeisterschaft. Und um ehrlich zu sein, machte sie die Werksmaschinen der Spitzenklasse neidisch.

Das Geheimnis verbarg sich unter dem Karbon-Verkleidung, einem allgegenwärtigen Material bis hin zum Schutzblech und dem übergroßen Luftfilterkasten. Yamaha hatte alles überarbeitet, sogar den Kraftstofftank unter den Sitz verlegt, um den Schwerpunkt zu verfeinern. Aber das wahre Genie war unsichtbar, verborgen in einem Nest aus Kabeln und Sensoren. Die Elektronik dieses Factory-Modells war für die damalige Zeit von ungeheurer Komplexität, mit einem Traktionskontrollsystem und Motorabbildern, die der Fahrer am Lenker anpassen konnte oder die automatisch über GPS je nach anstehender Kurve modifiziert wurden. Das war weit mehr als ein einfacher Schalter. Dieser Schaltkreiswald, untergebracht im durch den Tank freigewordenen Raum, machte sie zu einem Proto-Modell für sich.
Und dann war da noch dieser Motor. Die berühmte Crossplane-Kurbelwelle, geerbt von der MotoGP, verlieh ihm eine einzigartige Stimme und eine linearere, beruhigendere Drehmomententfaltung, um früh in der Kurve Gas zu geben. Ab Werk waren 182 Pferdestärken angegeben. Hier, nach einer sorgfältigen Bearbeitung der Nockenwellen und der Ansaugung, wurden 215 Pferdestärken bei 14.000 Umdrehungen erreicht, angesaugt von einer Magnetti Marelli-Einspritzung und ausgeblasen durch einen Titan/Carbon-Akrapovic-Auspuff mit einem köstlich brutalen Klang. Eine Leistung, die einen monströsen Kühler erforderte, dessen Preis allein hätte Ihnen ein gebrauchtes Sportmotorrad ermöglichen können. Sie war vielleicht nicht die stärkste gegenüber dem überraschenden Aprilia RSV4 der damaligen Zeit, aber sie hatte eine formidable Effizienz.
Das Chassis war eine Übung in Haute Couture rund um die ultimative Beschränkung: das originale Deltabox-Rahmen, das einzige Element, das durch die Vorschriften vorgegeben war. Yamaha Racing baute darum herum ein Kunstwerk. 15% versteiften den Schwingarm, Öhlins TTX-Federungen direkt aus der M1 von Rossi, radiale Monoblock-Bremssättel auf gefrästen Halterungen. Jedes Teil wurde optimiert, bis hin zu den 16,5-Zoll-Magnesiumfelgen, die sich mit einem Finger heben ließen. Ergebnis: ein Trockengewicht von 162 kg, eine Wespenaggression. Das Detail, das den Unterschied ausmachte? Sie war die einzige auf der Startlinie, die einen elektrischen Anlasser behielt, ein kleiner Stichel in die erbarmungslose Gewichtsreduzierung.
Für 100.000 Euro war diese R1 Factory natürlich kein Motorrad für den Durchschnittsmenschen. Es war das ultimative Werkzeug für einen Fahrer in einer Meisterschaft, eine Rennmaschine mit Händlerseele und Rennstreckenblut. Sie symbolisierte eine entscheidende Ära, in der die Elektronik selbst zum Fahrer wurde, ohne jedoch den wilden Charakter eines außergewöhnlichen Vier-Zylinder-Reihenmotors zu ersticken. Der Beweis, dass manchmal die Fabrik ihre Geheimnisse verkauft, zum größten Vergnügen derer, die das Portemonnaie und das Talent haben, sie zu zähmen.
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