Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 998 cc
- Leistung
- 197.3 ch @ 13500 tr/min (144.0 kW)
- Drehmoment
- 113.3 Nm @ 11500 tr/min
- Motortyp
- In-line four, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 13.0:1
- Bohrung × Hub
- 79.0 x 50.9 mm (3.1 x 2.0 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Schmierung
- Wet sump
- Zündung
- ECU REX 140, Marelli
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Aluminium Deltabox, Diamond
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Ohlins factory telescopic fork
- Hinterradaufhängung
- Öhlins Factory Pneumatic adjustable
- Federweg vorne
- 120 mm (4.7 inches)
- Federweg hinten
- 120 mm (4.7 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. Hydraulic. Brembo.
- Hinterradbremse
- Single disc. Hydraulic. Brembo..
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Hinterreifen
- 190/55-ZR17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 855.00 mm
- Radstand
- 1405.00 mm
- Bodenfreiheit
- 130.00 mm
- Länge
- 2055.00 mm
- Breite
- 690.00 mm
- Höhe
- 1165.00 mm
- Tankinhalt
- 22.00 L
- Gewicht
- 201.00 kg
Übersicht
Zwanzig Exemplare. Nicht eines mehr. Als Yamaha beschließt, die zwei Jahrzehnte seiner R1 im Jahr 2019 zu feiern, begnügt sich der Hersteller aus Iwata nicht mit einer Gedenkplakette oder einer Sonderlackierung. Aus seinen Werkstätten rollt eine Yamaha R1 GYTR, die ausschließlich für die Rennstrecke konzipiert ist – eine Maschine ohne Scheinwerfer, ohne Blinker, ohne das geringste Zugeständnis an die Straße. Die Botschaft ist unmissverständlich: Dieses Motorrad wird nur den glatten Asphalt der Rennpisten und die Wärme der Reifenwärmer kennen.

Das Phänomen steht nicht allein da. BMW hatte mit der HP4 Race einen Paukenschlag gesetzt, Aprilia bietet seine Factory-Works-Maschinen an, Suzuki hatte es mit der GSX-R Ryuyo versucht. Doch die Yamaha R1 GYTR 2019 spielt eine andere Partitur. Ihre Basis bleibt der Crossplane-Reihenvierzylinder mit 998 cc, mit seiner Bohrung von 79 mm und seinem Hub von 50,9 mm, seinem Verdichtungsverhältnis von 13:1 und seinen vier Ventilen pro Zylinder. Das Aggregat wurde intern keiner aufwendigen Bearbeitung unterzogen. Yamaha liefert die Mechanik in einem seriennahen Zustand und überlässt es den Käufern, die Arbeit nach ihren Ambitionen voranzutreiben. Mit der serienmäßig verbauten Akrapovic Evolution 2 Titananlage klettert die Leistung der Yamaha R1 GYTR dennoch auf rund 210 PS bei einem Gewicht von lediglich 190 kg fahrfertig, inklusive des 17-Liter-Tanks. Genug, um am Ende der Geraden die 300 km/h-Marke zu knacken, ohne sich dabei zu verausgaben.
Wo sich diese R1 GYTR wirklich abhebt, ist beim Fahrwerk. Öhlins liefert die gesamte Federung: eine FGRT 219 Upside-Down-Gabel mit 43 mm vorne, einen TTX36 GP Stoßdämpfer hinten, dazu einen Lenkungsdämpfer – alles bis ins kleinste Detail einstellbar. Die Bremsanlage besteht aus zwei 320-mm-Scheiben vorne mit radialen Vierkolben-Bremszangen und einer 220-mm-Scheibe hinten. Der perimeterische Diamond-Rahmen aus Aluminium bleibt der Serien-R1 treu, doch die Vollverkleidung aus Carbon und die ausgefräste Gabelbrücke zeugen von einer methodischen Gewichtsjagd. Jedes Exemplar trägt eine eingravierte Nummer auf eben dieser berühmten Gabelbrücke – eine dezente Erinnerung an die Exklusivität des Projekts. Die Stummellenker beherbergen eine komplette Rennausstattung mit dediziertem Kabelbaum, spezifischer ECU und CCU sowie einem Schnellgasgriff. Kein Zündschloss mehr, kein Überflüssiges mehr. Hier geht es um ein Werkzeug für Rennstreckenfahrer, erdacht von Ingenieuren, die den Chronographen kennen.
Auch die Lackierung ist keineswegs unbedeutend. Yamaha hat die Farben des siegreichen Teams bei den 8 Stunden von Suzuka 2018 übernommen, die ihrerseits von der allerersten YZF-R1 von 1998 inspiriert waren. Eine deutliche Verbeugung vor der sportlichen Ahnenreihe des Modells. Was die direkte Konkurrenz betrifft, spielte die BMW HP4 Race mit ihrem Carbonrahmen in einer noch radikaleren Sphäre, allerdings zu einem aberwitzigen Preis. Die Yamaha R1 GYTR 2019, ausgewiesen mit 39 500 Euro, bietet einen zugänglicheren Kompromiss für alle, die von einem werksfertigen Supersportler träumen, bereit für Kunden-Wettbewerbe oder anspruchsvolle Trackdays. Die zwanzig Einheiten waren bei der Online-Reservierung innerhalb weniger Stunden vergriffen, und jeder Käufer erhielt eine Einladung zur Yamaha Racing Experience, um das Potenzial der Maschine voll auszuschöpfen.
Bleibt die Frage, die sich viele noch heute stellen: Was kostet eine Yamaha R1 GYTR auf dem Gebrauchtmarkt? Bei nur zwanzig produzierten Exemplaren kann der Wert nur steigen. Die neueren Versionen – Yamaha R1 GYTR 2023, 2024 oder auch die Gerüchte um eine R1 GYTR 2025 und 2026 – halten die Flamme am Leben. Yamaha hat das Konzept auch mit der R1 GYTR Pro weitergeführt, die noch stärker auf den Wettbewerb ausgerichtet ist. Doch diese Edition von 2019 behält einen besonderen Status: den der ersten Salve einer radikalen Philosophie. Zwanzig Motorräder für zwanzig Jahre R1. Die Rechnung stimmt, das Symbol ebenso.
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