Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1078 cc
- Leistung
- 186.0 ch @ 12900 tr/min (135.8 kW)
- Drehmoment
- 144.0 Nm @ 9000 tr/min
- Motortyp
- In-line four, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 13.1:1
- Bohrung × Hub
- 79.0 x 55.0 mm (3.1 x 2.2 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Zündung
- Magneti Marelli IAW 7BM ignition - injection integrated system with Mikuni throttle body; induction discharge electronic ignition; Sequential timed “Multipoint” electronic injection ; Variable height intake ducts with Torque Shift System (TSS)
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- CrMo Steel tubular trellis
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Kupplung
- Slipper clutch
- Vorderradaufhängung
- Upside-down telescopic hydraulic fork with rebound-compression damping and spring preload adjustment
- Hinterradaufhängung
- Progressive, single shock absorber with rebound compression damping and spring preload
- Federweg vorne
- 120 mm (4.7 inches)
- Federweg hinten
- 120 mm (4.7 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. 4-piston
- Hinterradbremse
- Single disc. 4-piston
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Hinterreifen
- 190/55-ZR17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 810.00 mm
- Radstand
- 1430.00 mm
- Bodenfreiheit
- 115.00 mm
- Länge
- 2100.00 mm
- Breite
- 750.00 mm
- Höhe
- 680.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Trockengewicht
- 192.50 kg
- Neupreis
- 18 500 €
Übersicht
Eine Ikone zu überarbeiten – eine Aufgabe, die jeden Designer schlaflose Nächte kostet. Wenn die betreffende Silhouette die Handschrift von Massimo Tamburini trägt, versteht man besser, warum die Konstruktionsbüros in Varese gezittert haben, bevor sie zum Stift griffen. Die MV Agusta F4 1000 R Baujahr 2010 ist die erste ihrer Linie, die es wagt, das ursprüngliche Design anzurühren, ohne es zu verraten. Eingeweihte erkennen die verfeinerten Scheinwerfer, die aufgeblähten Lufteinlässe, die erweiterten Belüftungsöffnungen der Verkleidung und vor allem diese vier Auspuffendrohre, die die mythische Orgelform zugunsten einer quadratischen Geometrie aufgeben. Die Wahl spaltet, erzwingt aber Respekt.

Unter der Verkleidung wechselt das Armaturenbrett endlich ins vollständig Digitale, ein großzügiger Bildschirm, der mehr Informationen anzeigt als die meisten japanischen Sportler der Zeit. Und darunter haben die Ingenieure mit dem Skalpell gearbeitet. Der Vierzylinder-Reihenmotor mit 1078,3 cm³ weist zwar weiterhin dieselben Bohrungs- und Hubmaße auf (79 x 55 mm), doch das Haus beansprucht einen vollständig überarbeiteten Block. Verstärkte Pleuel, eine Kurbelwelle mit um 50 % erhöhtem Trägheitsmoment, variable Ansaugung durch Modulation der Ansaugtrichterhöhe, Marelli-7BM-Steuerung mit Traktionskontrolle und gangabhängigen Kennfeldern. Das Ergebnis fällt auf 186 PS bei 12.900 U/min und 144 Nm bei 9.000 U/min, bei 192,5 kg trocken und einer angekündigten Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h. Auf dem Papier hält das technische Datenblatt den Japanerinnen jener Zeit stand, auch wenn die Yamaha R1 Crossplane und die Suzuki GSX-R 1000 für den Geldbeutel zugänglicher bleiben.
Sprechen wir über Geld, denn das ist die Frage, die immer wiederkehrt. Was kostet eine MV Agusta F4 1000 R? Die Italienerin steht 2010 mit 18.500 Euro im Preis, ein Tarif, der sie deutlich über eine Ducati 1198 und Lichtjahre entfernt von einer CBR 1000 RR platziert. Diese Premium-Positionierung steht zu einer bestimmten Klientel, jener, die das Stadium des reinen Preis-Leistungs-Verhältnisses bereits hinter sich gelassen hat. Für einen Anfänger oder einen Motorradfahrer auf der Suche nach Vielseitigkeit: Ziehen Sie weiter. Die F4 richtet sich an den anspruchsvollen Rennstreckenfahrer, an den kenntnisreichen Sammler, an denjenigen, der die MV Agusta F4 1000 R 2006, 2007, 2008 oder sogar die gefürchtete MV Agusta F4 1000 R 312 erlebt hat und der eine weitere Stufe erklimmen möchte.

Bleibt die heikle Akte. Die Zuverlässigkeit war lange Zeit die Achillesferse dieser Linie. Der Test der MV Agusta F4 1000 R 2007 hatte bereits die Probleme mit der Wasserpumpe und das Risiko eines Motorfressers bei intensiver Nutzung aufgezeigt. Der Hersteller antwortet mit einer kompakteren Ölpumpe und einer um 60 Gramm erleichterten Wasserpumpe, die 65 % mehr Durchfluss liefert. Die Weiterentwicklungen sind ernsthaft, doch der Zweifel bleibt bei jenen bestehen, die sie regelmäßig auf die Rennstrecke mitnehmen. Die nachfolgenden Jahrgänge, MV Agusta F4 1000 R 2012, 2013 und bis zur MV Agusta F4 1000 R 2018, werden noch weiter nachjustieren. Am Fahrwerk wurden die Rohre des Gitterrohrrahmens aus CrMo-Stahl überarbeitet, die Schwinge verlängert sich um 20 mm zugunsten besserer Traktion, und die Maschine verliert gegenüber der MV-Agusta F4 1000 R 2006 insgesamt 10 kg. Der Radstand bleibt mit 1.430 mm moderat, die Sitzhöhe liegt bei 810 mm, der Tank fasst 17 Liter.

Also das Urteil. Diese F4 hält ihr ästhetisches Versprechen ein, gewinnt an mechanischer Strenge und erreicht die elektronischen Standards ihrer Zeit, ohne je ihre DNA eines italienischen Schmuckstücks aufzugeben. Sie verlangt einen geduldigen Fahrer, ein mit der Schnur geführtes Wartungsheft und eine Garage, in der man die Stunden nicht zählt. Im Übrigen lässt sie nach wie vor die Köpfe verdrehen – etwas, das keine Japanerin mit derselben Intensität zu erzeugen vermag.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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