Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1064 cc
- Leistung
- 91.0 ch @ 7800 tr/min (66.9 kW)
- Drehmoment
- 94.1 Nm @ 6000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V transversal à 90°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.8 : 1
- Bohrung × Hub
- 92 x 80 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 45 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- poutre et double berceau interrompu en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 128 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 282 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.20 bar
- Hinterreifen
- 180/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.40 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 800.00 mm
- Tankinhalt
- 22.00 L
- Gewicht
- 243.00 kg
- Trockengewicht
- 226.00 kg
- Neupreis
- 11 890 €
Übersicht
Wer erinnert sich an Omobono Tenni? Die Sonntagsfahrer werden die Schultern zucken. Aber sprechen Sie diesen Namen vor einem Tifoso aus Mandello del Lario aus, und Sie werden seine Augen aufleuchten sehen. Dieser italienische Rennfahrer, der bereits 1924 siegte, als er noch keine zwanzig Jahre alt war, ist im Gedächtnis von Moto Guzzi als derjenige eingebrannt, der 1937 die britische Vorherrschaft bei der Tourist Trophy brach. Eine Leistung, die die Marke mit dem Adler nie vergessen hat. 2003 entschied sie sich, ihm eine Sondervariante ihrer V11 Le Mans zu widmen, limitiert auf 170 Exemplare. Eine Zahl, die knapp genug ist, um Sammler zu reizen, und großzügig genug, um nicht in Vitrinenfetischismus zu verfallen.

Technisch übernimmt die Tenni die solide Basis der V11 Le Mans. Ihr quer eingebauter 90-Grad-V-Twin mit 1064 ccm leistet 91 PS bei 7800 U/min und 94 Nm Drehmoment bei 6000 U/min. Ehrliche Zahlen, ohne Angeberei, typisch für die Guzzi-Philosophie: Man jagt nicht den Pferden hinterher, man pflegt den Charakter. Der Zweiventil-Motor mit seiner Bohrung von 92 mm und seinem Hub von 80 mm setzt auf Durchzug im mittleren Drehzahlbereich statt auf Kavallerie in hohen Touren. Der Kardanantrieb und das Sechsganggetriebe vervollständigen ein Gesamtpaket, das darauf ausgelegt ist, Kilometer zu fressen, ohne sich Wartungsfragen stellen zu müssen. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h ordnet diese Guzzi in die Kategorie der sportlichen Tourenmaschinen ein, nicht der Rennstreckenwaffen.
Was die Tenni von der Standard-V11 Le Mans unterscheidet, liegt in den Details – und was für Details. Die Einscheiben-Trockenkupplung liefert ein direkteres Ansprechen am linken Hebel. Die 43-mm-Upside-Down-Gabel profitiert von einer Titannitrid-Beschichtung, eine Verfeinerung, die man damals nur an deutlich teureren Maschinen fand. Die Sitzbank, bezogen mit einem Stoff in Veloursleder-Optik, verleiht eine Note von Eleganz, die die Kunststoffsättel jener Zeit nicht bieten konnten. Bei der Farbgebung schöpfte Guzzi aus seinem Wettbewerbserbe. Das Grau, das den Tank, den vorderen Kotflügel und die Sitzabdeckung ziert, erinnert direkt an die legendäre Renn-V8. Die seitlichen Medaillons, inspiriert von den Startnummernschildern vergangener Tage, verleihen dieser Maschine einen entschieden retro-sportlichen Charakter. Eine gewagte Wahl, weit entfernt von den erwarteten Rot-Schwarz-Lackierungen, die bis heute die Gemüter spaltet.
Mit ihren 243 kg fahrfertig spielt die Tenni nicht das Leichtgewicht. Der Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen mit unterbrochenem Unterzug, die 22 Liter Tankinhalt und die Bremsanlage mit zwei 320-mm-Scheiben vorn und Vierkolben-Bremssätteln ergeben ein beruhigendes Gesamtpaket, zugeschnitten auf schnelle Landstraßenetappen statt auf aggressive Kurvenhatz in engen Kehren. Die Sitzhöhe von 800 mm macht sie für die meisten Staturen zugänglich. Sie richtet sich an überzeugte Guzzisti, an jene, die eine Sportmaschine mit Seele und Geschichte suchen, nicht eine weitere keimfreie japanische Replik. Mit einem damaligen Preis von 11.890 Euro positionierte sie sich über einer Ducati Monster S4, aber unter einer 996, in einer sehr eigenen Nische, in der das Erbe ebenso schwer wiegt wie das Datenblatt.
Bleibt die Frage, die sich jeder Liebhaber limitierter Serien irgendwann stellt: Ist die Tenni ein echtes Motorrad oder ein Sammlerstück? Beides, genau. Und genau das macht ihren Wert zwanzig Jahre nach ihrer Markteinführung aus.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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