Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1064 cc
- Leistung
- 73.0 ch @ 6400 tr/min (53.7 kW)
- Drehmoment
- 93.2 Nm @ 5000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V transversal à 90°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.8 : 1
- Bohrung × Hub
- 92 x 80 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 45 mm, déb : 140 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 96 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 282 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 110/90-18
- Vorderreifendruck
- 2.30 bar
- Hinterreifen
- 140/70-17
- Hinterreifendruck
- 2.30 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 780.00 mm
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Trockengewicht
- 263.00 kg
- Neupreis
- 16 990 €
Übersicht
Neunzig Jahre. Die Zahl verdient einen kurzen Moment des Innehaltens, den Helm auf den Tank zu legen und darüber nachzudenken, was sie bedeutet. 1921, während Europa seine Wunden leckte, montierte Carlo Guzzi in Mandello del Lario seine erste 499-cm³-Maschine. BMW, das man in solchen historischen Vergleichen oft zitiert, brachte seine R32 erst 1923 heraus. Zwei Jahre Rückstand auf die Italienerin. Dieses Detail ändert mechanisch nicht viel, sagt aber viel über die Legitimität der Marke mit dem Adler aus, wenn sie ihre Platinhochzeit mit dem Motorrad feiert.

Die California 1100 90. Jahrestag ist daher keine schlichte Marketingaktion, die mit einem exklusiven Lackkleid versehen wurde. Sie trägt etwas Schwereres: das Bewusstsein einer Ahnenreihe. Das California-Modell selbst schleppt vierzig Jahre Karriere hinter sich, was es zu einem der wenigen modernen Motorräder macht, das einen Ursprungsentwurf aus den 1970er-Jahren beanspruchen kann, der noch immer in seinen Grundlinien erkennbar ist. Diese limitierte Edition bekennt sich dazu vollständig mit einer zweifarbigen Lackierung in Weiß und Orange, direkt inspiriert von den Archiven der 1930er-Jahre, einschließlich des Guzzi-Logos mit den gotischen Buchstaben, die nach Kiefernharz und Rizinusöl duften. Der brauner Ledersattel, spezifisch für diese Version, vervollständigt das Bild.
Doch jenseits der Aufmachung ist die Serienausstattung für 16.990 Euro üppig: Seitenkoffer, Windschutzscheibe, Zusatzscheinwerfer, verchromte Speichenfelgen, Verbundbremssystem und eine nummerierte Plaque für Sammler im Geiste. Unter dem 19-Liter-Tank entwickelt der luftgekühlte 90-Grad-V-Zweizylinder 73 PS bei 6.400 U/min und 93,2 Nm Drehmoment bei 5.000 U/min. Auf dem Papier bescheidene Werte, doch der quer eingebaute V-Twin von Guzzi hat nie im Revier der Sportler gespielt. Seine Stärke liegt im früh verfügbaren Drehmoment, der wartungsfreien Kardanwelle und dem kehligen Klang, der in durchfahrenen Dörfern die Köpfe drehen lässt. Das Fünfganggetriebe erledigt seine Arbeit ohne übertriebenen Ehrgeiz, und die 263 kg Trockengewicht verlangen im Stand etwas Respekt, besonders bei einer Sitzhöhe von 780 mm, die dennoch zugänglich bleibt.
Was diese California für den Historiker wie für den Liebhaber besonders interessant macht, ist der Kontext ihrer Markteinführung. 2012 bereitet sich Guzzi auf eine neue California-Generation mit einem flüssigkeitsgekühlten 1400er vor. Dieser große Luftzylinder-V-Twin in seiner aktuellen Form nähert sich also seinem Ende. Diese limitierte Edition zu kaufen bedeutet, den Schwanengesang einer Mechanik zu erwerben, die vier Jahrzehnte durchquert hat, ohne sich zu verleugnen. Das ist nicht nichts. Die anvisierte Kundschaft ist eindeutig weder der Neueinsteiger mit frisch bestandener Prüfung noch der Rennstreckenpilot auf der Suche nach Rundenzeiten: Es ist der kultivierte Fernreisende, der für Geschichte empfänglich ist, der Patina der rohen Leistung vorzieht und weiß, dass ein Motorrad über seine Leistungsdaten hinaus etwas erzählen kann.
Mit 185 km/h Spitzengeschwindigkeit erhebt sie keinen Anspruch darauf, einer BMW R18 oder einer Triumph Bonneville Speedmaster in Sachen Modernität Paroli zu bieten. Sie spielt eine andere, ältere und persönlichere Melodie. Und für die wenigen Käufer, die 16.990 Euro auf den Tisch legen, wird diese California wahrscheinlich niemals eine bloße Fahrmaschine sein.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : freinage couplé
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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