Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 773 cc
- Leistung
- 48.0 ch @ 6000 tr/min (35.3 kW)
- Drehmoment
- 62.8 Nm @ 4800 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre Vertical, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 8.4 : 1
- Bohrung × Hub
- 77 x 83 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 34 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 49 mm, déb : 305 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux Öhlins
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque
- Vorderreifen
- 90/90-21
- Hinterreifen
- 140/80-18
Abmessungen
- Neupreis
- 15 000 €
Übersicht
Eine Kawasaki W 800 in eine Crossmaschine zu verwandeln, dazu musste man sich trauen. Genau diese Wette ist Mario eingegangen, Gründer der portugiesischen Werkstatt MRS Oficina, für seinen vierten Umbau auf Kawasaki-Basis. Nachdem er sich an der Vulcan S, der Z 650 und der Z 900 RS versucht hatte, nimmt sich der Customizer diesmal ein Denkmal aus dem grünen Katalog vor: die W 800 Street, ein friedlicher Neo-Retro-Zweizylinder mit 773 cm3, geschaffen für sonntägliche Ausfahrten. Das Ergebnis, getauft auf den Namen MRS 4, ist ein radikaler Scrambler, der mit der Originalmaschine nichts mehr gemein hat. Und der Preis von 15 000 Euro gibt eine Vorstellung vom Ausmaß des Projekts.

Das Herzstück des Projekts beruht auf einer chirurgischen Transplantation. Mario hat die Upside-Down-Gabel und die Schwinge einer KX 450 beschafft, Kawasakis Motocross-Bestie, um sie an den Stahl-Doppelschleifenrahmen der W 800 anzupassen. Auf dem Papier klingt die Idee einfach. In der Praxis ist es ein dimensionales Puzzle: Nichts passt zwischen den beiden Plattformen zusammen, und der Rahmen musste zerschnitten und modifiziert werden, um die neue Schwinge aufzunehmen. Die 49-mm-Upside-Down-Telegabel bietet nun 305 mm Federweg, ein Wert, der eines echten Geländefahrzeugs würdig ist. Am Heck hat Mario nicht gespart: Er wandte sich an Öhlins, um zwei seitliche Stoßdämpfer nach Maß fertigen zu lassen, die Sprünge verkraften und dabei visuell stimmig zum Gesamtbild bleiben. Mehr als 400 Arbeitsstunden waren nötig, um dieses Projekt abzuschließen, und man versteht schnell, warum.
Der stehende Zweizylinder mit 773 cm3 bleibt dem Original treu. Seine 48 PS bei 6 000 U/min und sein Drehmoment von 62,8 Nm, das bereits bei 4 800 U/min anliegt, werden keinen Rennfahrer das Fürchten lehren, aber darum geht es auch nicht. Dieser Motor mit vier Ventilen pro Zylinder, mit seiner Bohrung von 77 mm und seinem Hub von 83 mm, liefert seine Leistung linear und nutzbar ab. Der Kegelradantrieb, mechanisches Markenzeichen der W-Linie bei Kawasaki, verleiht dieser Maschine einen klanglichen Charakter und eine Persönlichkeit, die man nirgendwo sonst auf dem aktuellen Markt findet. Das Fünfganggetriebe und der Kettenantrieb vervollständigen ein mechanisches Ensemble, das auf Zuverlässigkeit statt auf rohe Leistung ausgelegt ist.

Was die Optik betrifft, hat Mario alles selbst gefertigt. Die Schutzbleche, die Startnummerntafel, die Seitenverkleidungen und der Motorschutz sind von Hand aus Aluminium geschnitten. Der Tank wurde zugeschnitten, geschweißt und überarbeitet, bis er perfekt zur aggressiven Silhouette der Maschine passte. Die Excel-Felgen mit Bridgestone-Stollenreifen in 90/90-21 vorne und 140/80-18 hinten verleihen der W 800 das Aussehen einer echten Enduro-Maschine. Die Auspuffanlage, gekürzt und neu dimensioniert, ist ebenfalls Eigenanfertigung. Die Seitenverkleidungen tragen die Nummer 1 als Hommage an Eli Tomac, Kawasakis Motocross-Pilot in den USA. Und der blaue Ledersattel, bestickt mit dem originalen W-Logo, bringt einen Hauch unerwarteter Raffinesse auf einen derart muskulösen Scrambler.
Diese Art von Umbau richtet sich nicht an den Alltagsmotorradfahrer. Sie spricht Sammler an, Liebhaber von Einzelstücken, jene, die das Motorrad als mechanisches Kunstobjekt ebenso wie als Fortbewegungsmittel betrachten. Gegenüber Serien-Scramblern wie der Ducati Desert Sled oder der Triumph Scrambler 1200 spielt die MRS 4 in einer eigenen Kategorie: der des reinen Handwerks, wo jedes Teil eine Geschichte erzählt. Mario träumt bereits von einer MRS 5 mit Kompressor. Wenn man den Mann kennt, hat man gute Gründe, ihn ernst zu nehmen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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