Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 2053 cc
- Leistung
- 103.0 ch @ 4800 tr/min (75.8 kW)
- Drehmoment
- 176.5 Nm @ 3200 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 52°, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 103 x 123.2 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 46 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléscopique Ø 49 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 100 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 320 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 150/80-16
- Vorderreifendruck
- 2.50 bar
- Hinterreifen
- 200/60-16
- Hinterreifendruck
- 2.90 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 680.00 mm
- Tankinhalt
- 21.00 L
- Gewicht
- 373.00 kg
- Trockengewicht
- 340.00 kg
- Neupreis
- 17 299 €
Übersicht
Wer hat gesagt, dass der Hubraumkrieg den Amerikanern vorbehalten sei? Mit der Kawasaki VN 2000, die 2005 auf den Markt kam, legte Akashi ein Argument von über zwei Litern auf den Tisch, mit dem niemand gerechnet hatte. Ein V-Twin mit 52° Zylinderwinkel und 2053 cc Hubraum, also mehr als ein Liter pro Zylinder. Damals spielten nicht einmal die am stärksten frisierten Harley-Davidson in dieser Liga. Die Botschaft war unmissverständlich: Dieser japanische Cruiser wollte der größte, der beeindruckendste, der radikalste auf dem Markt sein.

Sprechen wir über diesen Motor, denn er ist der eigentliche Hauptdarsteller. Kawasaki hat keinen bestehenden Block umgebastelt. Alles wurde eigens für diese Maschine konstruiert. Mit einer Bohrung von 103 mm und einem Hub von 123,2 mm reisen die Kolben weit und schlagen kräftig zu. Das Drehmoment erreicht 176,5 Nm bereits bei 3200 U/min, ein Wert, der die Custom-Konkurrenz jener Zeit zur Statistenrolle degradiert. Die Leistung bleibt dagegen zahm: 103 PS bei 4800 U/min. Bescheiden pro Liter, aber in der Custom-Welt ist das ein gehöriges Temperament. Vier Ventile pro Zylinder, Einspritzung, Flüssigkeitskühlung: Die Technik ist modern. Dennoch spielt der V-Twin die Vintage-Komödie mit seinen Zierrippen und dem üppigen Chrom. Dieser Test der Kawasaki VN 2000 offenbart einen Motor, der sich in der Stadt zahm und mit unerwarteter Geschmeidigkeit für einen solchen Hubraum zeigt, dann aber wild wird, sobald man am Gas dreht. Das Fünfganggetriebe überträgt die Kraft per Riemenantrieb, eine kluge Wahl für den Komfort, auch wenn die Übersetzung in den oberen Gängen etwas lang ausfällt.
Das Fahrwerk ist dem Aggregat angemessen. Mit 373 kg fahrfertig und einem Radstand von 1735 mm fährt sich die Kawasaki VN 2000 Classic wie ein Ozeanriese. Der Vergleich mit der Suzuki VZR 1800 Intruder, ihrer direktesten Rivalin, spricht Bände: Die Kawasaki wiegt mehr und streckt sich weiter. An enge Kurvenkombinationen braucht man gar nicht erst zu denken. Wendemanöver in der Innenstadt erfordern Vorausplanung und kräftige Arme. Der Stahl-Doppelschleifenrahmen, die 49-mm-Gabel und die breiten Reifen (150/80 vorne, 200/60 hinten) sorgen jedoch für eine beruhigende Stabilität bei höherem Tempo. Die Bremsanlage kann sich sehen lassen: zwei 300-mm-Scheiben mit Vierkolben-Bremssätteln vorne, eine 320-mm-Scheibe hinten. Genug, um das Biest mit Nachdruck zu stoppen, auch wenn sich das Gewicht in der Kurveneinfahrt bemerkbar macht. Die Sitzbank auf 680 mm Höhe nimmt große Fahrer bequem auf und gibt dem Piloten bei kräftigen Gasstößen sicheren Halt.
Was die Positionierung betrifft, richtet sich diese Kawasaki VN 2000 Custom an ein ganz bestimmtes Publikum: Liebhaber starker Sensationen in der Geraden-Version, die bei jedem Halt Eindruck schinden wollen und Präsenz über Agilität stellen. Dies ist kein Anfängermotorrad, weder vom Gewicht, noch vom Charakter, noch vom Preis, der im Katalog über 17 000 Euro lag. Heute wird die Kawasaki VN 2000 gebraucht zu deutlich günstigeren Preisen gehandelt, was sie zu einem verlockenden Angebot für Liebhaber großer Cruiser macht. Die Zuverlässigkeit der Kawasaki VN 2000 ist laut Forenberichten ordentlich, vorausgesetzt, man hält die Wartungsintervalle bei einem derart drehmomentbelasteten Motor ein. Manche Besitzer bauen sie zur Kawasaki VN 2000 Bobber um, entfernen alles Überflüssige, um den rohen Charakter der Maschine zu betonen. Andere entscheiden sich für die Version Voyager, die für die Straße besser ausgestattet ist.
Das Fazit ist einfach. Die VN 2000 ist kein vielseitiges Motorrad, und sie gibt auch nicht vor, eines zu sein. Sie ist ein Objekt mechanischer Faszination, ein Cruiser, der allein durch seine Präsenz alles in den Schatten stellt. Ihre Schwächen liegen auf der Hand: beträchtliches Gewicht, üppiger Verbrauch, begrenzte Agilität. Ihre Qualitäten ebenso: verheerendes Drehmoment, einzigartiger Look, Komfort auf langen geraden Strecken. Wer Feinsinnigkeit sucht, ist hier falsch. Wer den größten Twin pilotieren will, der je in einen Serien-Cruiser verbaut wurde, für den bleibt die Kawasaki VN 2000 auch zwanzig Jahre später eine Maschine ohne Gleiches.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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