Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1261 cc
- Leistung
- 83.1 ch @ 6000 tr/min (60.7 kW)
- Drehmoment
- 106.0 Nm @ 4500 tr/min
- Motortyp
- V4, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 10.0:1
- Bohrung × Hub
- 78.0 x 66.0 mm (3.1 x 2.6 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection. PGM-FI with electronic control IACV, four 36mm throttle bodies
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Zündung
- Computer-controlled digital with 3-D mapping and electronic advance
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Double cradle split down-tube
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Shaft drive (cardan) (final drive)
- Vorderradaufhängung
- 43mm inverted front fork (USD)
- Hinterradaufhängung
- Twin rear shocks with spring
- Federweg vorne
- 107 mm (4.2 inches)
- Federweg hinten
- 110 mm (4.3 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 130/70-R18
- Hinterreifen
- 200/50-R17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 735.00 mm
- Radstand
- 1645.00 mm
- Bodenfreiheit
- 130.00 mm
- Länge
- 2380.00 mm
- Breite
- 940.00 mm
- Höhe
- 1170.00 mm
- Tankinhalt
- 19.50 L
- Gewicht
- 338.00 kg
Übersicht
Motorrad: Honda CTX1300 (2019)

Einen V4 unter die Blechkleidung eines Customs zu schieben, ist ein wenig so, als würde man einen Motor einer Sportlimousine in einen texanischen Pick-up einbauen. Honda hat das getan, ohne sich dafür zu entschuldigen. Die CTX1300, die 2015 auf den Markt kam, bezieht ihr Herz aus der ST1300 Pan-European, dieser unauffälligen Tourenmaschine, die Millionen von Kilometern auf den europäischen Straßen zurückgelegt hat. Nur das Ergebnis ähnelt nichts, was im Katalog des Herstellers in Aoyama oder bei der Konkurrenz zu finden ist.
Der V4 mit 1261 cm³ wurde für den Einsatz als Cruiser überarbeitet. Die 126 PS der Pan-European sind passé, dafür stehen 84 PS bei 6000 U/min und 105,9 Nm Drehmoment zur Verfügung, die ab 4500 U/min verfügbar sind. Genau hier liegt die Philosophie der Maschine: ein frühes, sanftes Drehmoment für einen gleichmäßigen Lauf zu liefern. Das Fünfganggetriebe mit langen Übersetzungen und die Kardanantrieb vervollständigen dieses Bild. Es geht nicht um schnelle Beschleunigung; es geht um einen flüssigen Vortrieb, das Zurücklegen von Kilometern ohne scheinbaren Aufwand. Wer sich fragt, wie viele Kilometer pro Gallone ein Honda CTX1300 fahren kann, wird den moderaten Verbrauch von etwa 5,8 Litern pro 100 km zu schätzen wissen, was eine Reichweite von etwa 200 Kilometern ermöglicht, bevor man mit dem 12,4-Liter-Tank an die Tankstelle muss.
Die technische Architektur vermischt Klassik und Moderne mit einer gewissen Kohärenz. Das Stahl-Doppelrohrrahmen unterscheidet sich von den Aluminiumkonstruktionen der Sportmodelle, passt aber in die Custom-Tradition. Die 45-mm-Teleskopgabel wirkt in diesem Zusammenhang etwas fehl am Platz, wie ein Begriff aus dem Sportvokabular in einer bedachten Rede. LED-Scheinwerfer, gekoppeltes ABS, Traktionskontrolle TCS, Bluetooth-Audio und serienmäßige Heizgriffe platzieren die CTX1300 in einer Premium-Kategorie, die der Preis von 12.999 Euro bestätigt. Der 720 mm hohe Sitz bevorzugt unterschiedliche Staturen, obwohl die 328,5 kg in fahrbereitem Zustand daran erinnern, dass man bei jeder Parkmanöver mit dem Gewicht rechnen muss.
Und hier liegt der Hund begraben, um einen Ausdruck zu verwenden, den viele Käufer konkret erlebt haben. Was war das Problem mit der Honda CTX1300? Das Gewicht, vor allem. 328 Kilo sind zwar keine Anomalie in der Kategorie der großen Touren-Customs, sondern sogar die Norm, aber in Kombination mit einem 200/50-R17-Heckreifen, der die Lenkung zusätzlich erschwert, ist die CTX1300 keine leichte Maschine zu manövrieren. Der 130/70-R18-Reifen vorne, der eher aus ästhetischen als aus sportlichen Gründen gewählt wurde, gleicht dies nicht aus. In der Stadt oder in engen Kurven muss man antizipieren und nicht mit einer Bagger eine Lebendigkeit erwarten, die sie nicht beansprucht.
Im Vergleich zur Kawasaki Vulcan 1700 Voyager oder zur Yamaha Star Venture spielt die CTX1300 eine andere Rolle. Sie ist kein amerikanischer Custom, der sich als Japaner verkleidet. Sie verkörpert eine hybride Identität, zwischen einer beruhigenden Tourenmaschine und einem coolen Cruiser, mit einer Motorisierung, die keinem anderen Modell ihrer Kategorie angehört. Das ist ihr Hauptvorteil und auch ihre Hauptfragestellung bei Puristen des Zweizylinders. Die Zielgruppe sind eindeutig Tourenfahrer, die aus den ausgetretenen Pfaden des Genres ausbrechen wollen, die weit und lange fahren und die ruhige Regelmäßigkeit der aufregenden Beschleunigung vorziehen. Es ist kein Rennmotorrad, keine Maschine für intensive Gefühle. Es ist ein originelles Angebot von Honda, und das ist schon viel.
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