Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1262 cc
- Leistung
- 156.0 ch @ 9500 tr/min (114.7 kW)
- Drehmoment
- 128.5 Nm @ 5000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13 : 1
- Bohrung × Hub
- 106 x 71.5 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- injection Ø 56 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis en tubes d'acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 110 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Brembo Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 265 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.50 bar
- Hinterreifen
- 240/45-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 755.00 mm
- Tankinhalt
- 18.00 L
- Gewicht
- 247.00 kg
- Trockengewicht
- 220.00 kg
- Neupreis
- 30 000 €
Übersicht
Sturgis, South Dakota, 76. Ausgabe. Eine halbe Million Biker strömen zu diesem mythischen Treffen zusammen, und Ducati wählt genau diesen Ort für seinen Debütauftritt. Die Herausforderung ist gewagt, fast unverfroren: auf dem heiligen Terrain des amerikanischen Customs mit einer in Bologna geborenen Maschine aufzukreuzen. Um eine diplomatische Niederlage zu vermeiden, übergibt die italienische Marke ihre XDiavel an Roland Sands, einen kalifornischen Umrüster, dessen Ruf auf dieser Seite des Atlantiks längst gemacht ist.

Das Ergebnis hebt sich deutlich von der Serienversion ab, ohne der DNA der Maschine abzuschwören. Roland Sands streckt die Silhouette optisch, montiert ein 19-Zoll-Vorderrad, das die Wahrnehmung der Linie sofort verändert und das Gesamtbild den Codes des amerikanischen Customs annähert. Das Herzstück bleibt jenes durchgehende Volumen, das Tank und Hecksektion zu einem einzigen organischen Block verschweißt – eine Skulptur, die an Werkschoppers erinnert, ohne sie zu kopieren. Die gefrästen Aluminiumfinishes runden das Bild ab: Riemenschutzabdeckung, freiöffnende Tankdeckel, Lenkerenden, Motordeckel. Technisch nichts Revolutionäres, aber eine visuelle Kohärenz, die schlampigen Umbauten oft fehlt.
Was man hinter all dieser ästhetischen Arbeit leicht vergisst, ist die Mechanik, die darunter schlummert. Der L-förmige 90-Grad-Zweizylinder mit 1262 cm³, der größte, den Ducati je gebaut hat, leistet 156 PS bei 9500 U/min und 128,5 Nm Drehmoment, die bereits ab 5000 U/min verfügbar sind. Gegenüber den großen amerikanischen Hubraummotoren von Harley-Davidson, Indian oder den neuesten Victory muss sich die XDiavel auf dem Datenblatt nicht verstecken. Sie wiegt vollgetankt 247 kg, was im Segment normal bleibt, und ihr auf 755 mm Höhe positionierter Sattel erleichtert die Handhabung für unterschiedliche Körpergrößen. Der Riemenantrieb und das Sechsganggetriebe runden den ausgewiesenen Tourencharakter dieser Maschine ab.
Die Zusammenarbeit mit Roland Sands geht jedoch über einen bloßen PR-Auftritt für Sturgis hinaus. Sämtliche für diese Ausstellungsversion entwickelten Teile fließen in den Ducati Performance-Katalog ein, was bedeutet, dass jeder XDiavel-Besitzer daraus schöpfen kann, um seine eigene Maschine zu personalisieren. Genau darin liegt die eigentliche Intelligenz des Projekts: eine Stilübung in ein kommerzielles Werkzeug zu verwandeln. Das anvisierte Publikum sind klar Liebhaber schöner Maschinen, die anders fahren wollen, ohne Zuverlässigkeit oder Leistung zu opfern. Kein Anfänger, kein Rennstreckenfahrer, eher ein Enthusiast, der weiß, was er will, und über das entsprechende Budget verfügt. Bei 30.000 Euro stellt sich die Frage der Zielgruppe von selbst.
Diese Zusammenarbeit illustriert einen grundlegenden Trend bei europäischen Premiumherstellern: Anstatt Customs von Grund auf neu zu entwickeln – mit den damit verbundenen industriellen Risiken –, setzen sie auf renommierte Umrüster, um eine Kundschaft zu erreichen, die sie allein kaum überzeugen könnten. Das Ergebnis ist überzeugend; die XDiavel in der Roland-Sands-Version hält ihre optischen und mechanischen Versprechen. Sie revolutioniert nichts, beweist aber, dass Italien die Sprache Amerikas sprechen kann – ohne allzu aufgesetzten Akzent.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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