Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 449 cc
- Motortyp
- Single cylinder, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 13.5:1
- Bohrung × Hub
- 96.0 x 62.0 mm (3.8 x 2.4 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection. Programmed Fuel Injection (PGM-FI)
- Steuerung
- Single Overhead Cams (SOHC)
- Zündung
- DC-CDI
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Semi-double cradle, aluminium twin-spar
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Vorderradaufhängung
- 49mm inverted Showa fork with rebound and compression damping adjustability
- Hinterradaufhängung
- Pro-Link® Showa single shock with adjustable spring preload, rebound and compression damping adjustability
- Federweg vorne
- 310 mm (12.2 inches)
- Federweg hinten
- 312 mm (12.3 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc. Two-piston calipers.
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 90/90-21
- Hinterreifen
- 120/90-18
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 965.00 mm
- Radstand
- 1481.00 mm
- Bodenfreiheit
- 335.00 mm
- Tankinhalt
- 7.95 L
- Gewicht
- 113.90 kg
Übersicht
Was unterscheidet eine gute Honda 450 CRF Enduro von einer kaum getarnten Crossmaschine? Die gesamte Feinarbeit von Honda an der CRF450RX Jahrgang 2019 steckt in dieser Frage. Die Version RX entstand 2017 auf der mechanischen Basis und dem Chassis der CRF 450 R – der ersten grundlegenden Überarbeitung des Modells seit fast einem Jahrzehnt – und hatte stets die Aufgabe, das rohe Potenzial aus dem Motocross in die Enduro-Sonderprüfungen zu übertragen. Für 2019 haben die Ingenieure des HRC die Messlatte eine Stufe höher gelegt, mit einem einfachen Ziel: mehr Leistung, mehr Kontrolle, weniger Gewicht.

Der Unicam-Einzylinder mit 449 ccm behält seine bekannte Architektur bei, Bohrung und Hub auf 96 x 62 mm festgelegt, Verdichtungsverhältnis von 13,5:1, vier Ventile pro Zylinder. Doch unter dieser scheinbaren Kontinuität steckt tiefgreifende Arbeit. Überarbeiteter Zylinderkopf, neu gestalteter Brennraum, leichtere Kolben und Pleuel, neu kalibrierte PGM-FI-Einspritzung für zwei Einspritzvorgänge pro Arbeitszyklus, verdoppelte Filterfläche dank eines neuen Filterträgers. Die von Honda angekündigten Zugewinne betragen 1,8 kW bei 9 500 U/min und 2 Nm bei 7 500 U/min, ohne die Geschmeidigkeit im unteren Drehzahlbereich zu opfern. Ein Gangsensor passt die Zündkennlinie je nach eingelegtem Gang des Fünfganggetriebes an, was ein fein abgestimmtes Motoransprechen in jeder Situation liefert. Das EMSB-System bietet drei Charaktermodi, vom linearen bis zum aggressivsten, und eine dreistufige Launch Control aus der Rennabteilung ermöglicht die Startkontrolle – vom Anfänger auf nassem Untergrund bis zum erfahrenen Wettbewerbsfahrer auf trockenem Boden. Die Honda CRF450RX bedient sich hier direkt aus dem technologischen Arsenal der Werksmaschinen.
Auf Seiten des Fahrwerks wurde der Aluminium-Doppelbalkenrahmen der siebten Generation verfeinert. Schmaler, leichter, insbesondere im Bereich der Schwingenlagerung und der Zylinderkopfhalterungen. Die Fußrasten wurden von sechs auf vier Verstrebungen reduziert, mit einer Gewichtsersparnis von 20 % allein bei diesem Bauteil. Das Gesamtergebnis: 116,6 kg fahrfertig – ein Fliegengewicht für eine 450er Enduro. Die 49-mm-Upside-down-Gabel von Showa, abgeleitet vom Werkskit der offiziellen japanischen Teams, erhält neue Federraten und Hydraulikabstimmungen. Der Mono-Federbein am Heck profitiert von einer Super-Finish-Behandlung für mehr Geschmeidigkeit im Federweg, während die Pro-Link-Kinematik überarbeitet wurde, um das Verhalten am Ende des Federwegs sanfter zu gestalten. Der verstellbare Renthal Fatbar-Lenker bietet vier verschiedene Sitzpositionen dank eines Systems mit umkehrbaren Halterungen an der Gabelbrücke. Die Bremsanlage wurde mit einem neuen Vorderrad-Bremssattel mit differenzierten Kolben von 27 und 30 mm aufgewertet, kombiniert mit einer 260-mm-Wave-Bremsscheibe und einer dehnungsarmen Bremsleitung. Der Radstand von 1 476 mm, die großzügige Bodenfreiheit von 328 mm und die auf 960 mm angesetzte Sitzhöhe unterstreichen die Geländetauglichkeit der Maschine.
Gegenüber einer KTM 450 EXC-F oder einer Husqvarna FE 450 spielt die Honda die Karte der zugänglichen Elektronik und der mechanischen Zuverlässigkeit. Die Ölspritzdüse verfügt nun über fünf Öffnungen, die Ölpumpe verdoppelt ihre Ansaugleistung, die Kupplung erhält verstärkte Komponenten. Dieses Augenmerk auf Langlebigkeit ist ein Honda-Markenzeichen, das die österreichischen Konkurrentinnen nicht immer mit derselben Überzeugung für sich beanspruchen können. Der 8,5-Liter-Kunststofftank bleibt bescheiden für lange Sonderprüfungen, ist aber stimmig für den reinen Wettbewerbseinsatz. Mit 10 699 Euro positioniert sich die Honda CRF450RX im oberen Bereich des Segments, gerechtfertigt durch ein Ausstattungs- und Qualitätsniveau, das einer Maschine aus dem offiziellen Fahrerlager würdig ist.
Diese 450 RX richtet sich klar an engagierte Enduro-Fahrer, ob lizenzierte Rennfahrer oder regelmäßige Teilnehmer an sportlichen Geländetouren. Einsteiger müssen mit einer hohen Sitzposition und einem Temperament zurechtkommen, das selbst im Modus 2 das einer Wettbewerbsmaschine bleibt. Für alle, die ein geschärftes Werkzeug suchen, das eine Zeitsonderprüfung in einen Spielplatz verwandeln kann, bleibt diese Honda eine solide und stimmige Wahl. Manche werden ihr einen etwas knappen Tank oder das Fehlen eines Elektrostarters vorwerfen, den andere Marken mittlerweile serienmäßig anbieten. Doch im Gelände, wenn der Unicam-Einzylinder hochdreht und die Showa-Federelemente die Spurrillen schlucken, verblassen diese Details schnell.
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