Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 449 cc
- Leistung
- 53.0 ch (39.0 kW)
- Motortyp
- Monocylindre, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 11.8 : 1
- Bohrung × Hub
- 95 x 63.4 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
Fahrwerk
- Rahmen
- Cadre tubulaire central en acier au chrome-molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée WP Ø 48 mm 4CS, déb : 300 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur WP PDS, déb : 335 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 80/100-21
- Hinterreifen
- 140/80-18
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 970.00 mm
- Tankinhalt
- 9.00 L
- Trockengewicht
- 111.00 kg
- Neupreis
- 10 155 €
Übersicht
Wenn KTM die Zahl Sechs auf den Tank einer EXC graviert, ist das kein Zierelement. Es ist ein direkter Verweis auf die Internationale Sechs-Tage-Enduro, die älteste und anspruchsvollste Prüfung im weltweiten Geländekalender. Die österreichische Marke trägt eine Offroad-Rennsportbilanz mit sich, der ihre direkten Konkurrenten – Husqvarna ausgenommen, da sie mittlerweile zur selben Gruppe gehört – kaum ins Auge sehen können. Die 450 EXC Six Days 2016 ist daher weit mehr als eine kosmetische Variante in Orange und Anthrazit: Es ist ein Arbeitswerkzeug, zugeschnitten für Fahrer, die eine straßenzugelassene Maschine benötigen, die sechs brutale Tage auf den slowakischen Wertungsprüfungen durchhält, ohne zu kapitulieren.

Der Einzylindermotor mit 449,3 cc leistet 53 PS bei einem Trockengewicht von lediglich 111 kg, was die Maschine sofort in eine eigene Kategorie katapultiert. Der Vierventilkopf – zwei Titanventile auf der Einlassseite, zwei Stahlventile auf der Auslassseite – treibt einen geschmiedeten Bridged-Box-Kolben an, der vom Motocrosser 450 SX-F entlehnt wurde. Die von Pankl gefertigte Kurbelwelle mit einem Hub von 63,4 mm und einer Bohrung von 95 mm integriert ein Pleuellager, das über den Druckumlaufschmierkreislauf versorgt wird – ein Detail, das die Wartungsintervalle erheblich verlängert. Die Keihin-Einspritzung mit einem 42-mm-Drosselklappenkörper regelt die Kennfelder präzise, und ein 196-W-Lichtmaschine stellt sicher, dass die Scheinwerfer – bei einem zugelassenen Fahrzeug obligatorisch – die Stromversorgung nicht belasten. Ein Computer lässt sich anschließen, um die Zündkennfelder anzupassen, falls man das Motorverhalten je nach Terrain verfeinern möchte.
Das Fahrwerk ist das eigentliche Verkaufsargument der Six Days-Edition gegenüber der Standard-EXC. Die 48-mm-WP-Gabel mit 4CS-Technologie und ihren vier getrennten Kammern bietet 300 mm Federweg und lässt sich durch einfaches Klicken an den Einstellrädern oben an den Tauchrohren abstimmen. Druckstufe links, Zugstufe rechts: kein Ausbau nötig, um die Maschine an Fahrer oder Terrain anzupassen. Hinten ist der WP-PDS-Dämpfer ohne Umlenkhebel direkt am Druckguss-Aluminiumschwingarm befestigt, mit 335 mm Federweg. Dieses PDS-System, das manche an progressive Anlenkungen gewöhnten Fahrer als zu direkt empfinden, bietet im technischen Enduro einen echten Vorteil hinsichtlich Gewicht und unmittelbarem Ansprechen. Der Rohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl, in Werks-Orange lackiert, vereint Längssteifigkeit mit kalibrierter Torsionsflexibilität, damit die Lenkung präzise bleibt, auch wenn unter den Rädern Steine tanzen.
Die Six Days-spezifische Ausstattung rechtfertigt zum Teil den Listenpreis von 10.155 Euro – eine Summe, die schmerzt, die sich jedoch erschließt, wenn man auflistet, was serienmäßig geliefert wird. Die GIANT-Felgen aus 7050-Legierung, die CNC-gefrästen Naben, die in Zusammenarbeit mit KTM entwickelten Metzeler-Reifen, das bimetallische Stahl-Aluminium-Supersprox-Kettenrad zur Reduzierung der ungefederten Massen, die Brembo-Scheiben, die geschlossene Heckscheibe zur Hitzebeständigkeit auf langen Wertungsprüfungen, der Camel-Sitz für lange Distanzen: Nichts davon dient der Dekoration. Der Motorschutz, der Vorderradscheibenschutz, der vollständige Kühlerschutz mit Thermoventilator, der höhenverstellbare Neken-Lenker aus hochfestem Aluminium mit vier Einstellpositionen: Jedes Bauteil beantwortet eine auf Wettkampfpisten identifizierte Problemstellung.
Diese Art von Maschine richtet sich an ein sehr spezifisches Fahrerprofil: den erfahrenen Piloten, sicher in der Stehposition, in der Lage, eine Sitzhöhe von 970 mm zu bewältigen und 53 PS auf einem 111 kg leichten Fahrwerk zu bändigen. Einsteiger wenden sich besser anderen Modellen zu – einer EXC mit kleinerem Hubraum oder einem klassischeren und nachgiebigeren Trail-Motorrad. Für den Amateur- oder Semi-Profi-Endurofahrer hingegen, der eine rennfertige Maschine ohne große Umbaumaßnahmen sucht, bleibt die 450 EXC Six Days 2016 eine schwer zu umgehende Referenz. Der 9-Liter-Tank schränkt die Reichweite bei Prüfungen mit langen Wertungen etwas ein, doch das ist der einzige nennenswerte Kompromiss einer Maschine, die im Übrigen nicht darauf ausgelegt zu sein scheint zu gefallen – nur zu siegen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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