Schlüsselleistung
Technische Daten
Keine Unterschiede zwischen diesen beiden Baujahren.
Motor
- Hubraum
- 904 cc
- Leistung
- 75.0 ch @ 8000 tr/min (55.2 kW)
- Drehmoment
- 76.5 Nm @ 6500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2:1
- Bohrung × Hub
- 92 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 30 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en tube d'acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Monobras monoamortisseur, déb : 100 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 180/55-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 820.00 mm
- Tankinhalt
- 8.50 L
- Gewicht
- 196.00 kg
- Trockengewicht
- 186.00 kg
- Neupreis
- 15 000 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an den Tag, als 2 000 Motorradfahrer sich ins Internet stürzten, um ein Exemplar der Ducati 900 MHe zu ergattern? Wir schrieben das Jahr 2001, der Online-Handel steckte noch in den Kinderschuhen, und Bologna erfand ein radikales Konzept: ein Sammlermotorrad zu verkaufen, noch bevor es jemals den Asphalt berührt hatte. Ein genialer Marketing-Coup, gewiss. Doch hinter der Aktion steckte vor allem eine Maschine, die als leidenschaftliche Hommage an Mike Hailwood und seinen legendären Sieg bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man 1978 konzipiert war. Die Ducati MH900e, direkte Erbin der MHR, setzte nicht auf die Karte der reinen Leistung. Sie setzte auf pure Emotion.

Und was für eine Emotion. Die Linienführung dieser Italienerin ist wahre Goldschmiedearbeit. Pierre Terblanche entwarf eine Silhouette, die eine Brücke zwischen der ruhmreichen Vergangenheit der Marke und ihrer modernen sportlichen DNA schlägt. Jedes Detail zählt: die Rohr-Schwinge, der verchromte Kettenblattträger, die Edelstahlverschraubungen, das Ölwannen-Imitat unter dem Desmo, das an die Maschine des Champions erinnern soll. Man könnte eine Stunde lang um sie herumschleichen, ohne je aufzusteigen. Das wäre schade, denn der 90°-L-Twin mit 904 cc, entliehen von der 900 SS, hat einiges zu erzählen. Seine 75 PS bei 8 000 U/min und 76,5 Nm Drehmoment bei 6 500 U/min werden keine moderne Sportmaschine ins Schwitzen bringen, das stimmt. Aber der Charakter ist da. Der desmodromische Twin zeigt sich geschmeidig ab den unteren Drehzahlen, schiebt überzeugend ab 5 500 U/min und bringt die 186 kg Trockengewicht mühelos auf eine Spitze von 220 km/h. Manche werden bedauern, dass Ducati nicht den Motor der 996 verpflanzt hat. Die Wahl des luftgekühlten Blocks ist dennoch stimmig: Optisch passt er zum Gesamtkonzept, und die Mechanik bleibt ehrlich, vergnüglich, ohne die Komplexität einer offen liegenden Riemensteuerung, die die Reinheit der Linien zerstört hätte.
Auf der Straße macht die Ducati 900 MHe keinen Hehl aus ihrer sportlichen Natur. Die Stummellenker greifen tief, die auf 820 mm thronende Sitzbank erzwingt eine gebückte Haltung, die Fußrasten sitzen hoch. Der Komfort? Praktisch nicht vorhanden. Die Auspuffanlagen heizen dem Phantombeifahrer rasch ein, den ohnehin nie jemand einladen wird, und der 8,5-Liter-Tank erzwingt häufige Stopps. Man nimmt das als Segen, wenn die Oberschenkel zu protestieren beginnen. Dafür leistet der Stahlrohr-Gitterrahmen hervorragende Arbeit. Die 43-mm-Upside-down-Gabel und das Federbein hinten bieten ein ausgewogenes, bei Schräglagenwechseln präzises und auf schlechtem Belag stabiles Fahrverhalten. Die Bremsen mit ihren zwei 320-mm-Scheiben vorn, geklemmt von Vierkolben-Sätteln, flößen absolutes Vertrauen ein. Die Maschine bevorzugt fließende Linien gegenüber harten Attacken; wer sie grob behandelt, bekommt das zu spüren. Doch wer sie mit Geschmeidigkeit pilotiert, wird mit einer natürlichen Agilität belohnt, die ihre 196 kg fahrfertig durchaus erwarten ließen.
Bleibt die leidige Frage: der Preis. Für 15 000 Euro bei Markteinführung angeboten, wird die Ducati 900 MHe heute auf dem Gebrauchtmarkt weit darüber gehandelt. Eine Ducati 900 MHe zum Verkauf zu finden, gleicht einer Schatzsuche, und die Preise steigen proportional zur Seltenheit. Sie ist weder ein komfortabler Tourer, noch eine gefürchtete Rennstreckenwaffe, noch eine technisch besonders ausgereifte Maschine. Sie ist ein Objekt der Begierde, eine gelungene Stilübung, ein Motorrad, das man ebenso zum Anschauen wie zum Fahren kauft. Für den leidenschaftlichen Sammler mit Ducati-Geschichte im Blut bleibt sie ein heiliger Gral. Für den Motorradfahrer, der einen vielseitigen Roadster sucht, empfiehlt es sich, weiterzuziehen. Die MHe macht keinerlei Kompromisse, und genau das macht sie so unwiderstehlich.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!