Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 748 cc
- Leistung
- 97.0 ch @ 11000 tr/min (70.8 kW)
- Drehmoment
- 74.0 Nm @ 9000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 11.5:1
- Bohrung × Hub
- 88 x 61.5 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 50 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tube d'acier
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Showa Ø 43 mm, déb : 127 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur Showa, déb : 130 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Dual disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 120/60-17
- Hinterreifen
- 180/55-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 790.00 mm
- Radstand
- 1410.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Gewicht
- 210.00 kg
- Trockengewicht
- 196.00 kg
- Neupreis
- 13 500 €
Übersicht
Wer hat nicht schon einmal vor den straffen Flanken einer am Bürgersteig geparkten Ducati 748 S geträumt? Diese Italienerin des Jahrgangs 2000 stellt das subtile Bindeglied zwischen der bereits verführerischen Basis-748 und der radikalen R dar, die den eingefleischten Rennstreckenfahrern vorbehalten war. Ihr Prinzip ist einfach: den V-Twin Desmoquattro mit 748 cc und seinen 97 PS bei 11.000 U/min beibehalten, aber alles am Fahrwerk schärfen, um eine schöne Sportlerin in ein präziseres Fahrinstrument zu verwandeln.

Unter der Verkleidung bleibt der V-Zweizylinder identisch mit dem der Standard-748. Einspritzgespeist, mit einem Verdichtungsverhältnis von 11,5:1 und einer typisch kurzhubigen Bohrung/Hub von 88 x 61,5 mm, liefert er ein Drehmoment von 74 Nm bei 9.000 U/min. Er ist kein Monster an roher Leistung, erst recht nicht im Vergleich zu den japanischen Vierzylindern jener Zeit, die 20 bis 30 PS mehr bei vergleichbarem Preis boten. Doch die Ducati 748 S auf ihr Datenblatt zu reduzieren, hieße das Wesentliche zu übersehen. Der Charakter dieses Twins, seine Art, mit Überzeugung im mittleren Drehzahlbereich zu schieben, sein raues Klangbild beim Öffnen des Gasgriffs: Das ist es, was die italienische Wahl rechtfertigt.
Der wahre Unterschied zur Standardversion zeigt sich am Fahrwerk. Showa liefert eine 43-mm-Upside-down-Gabel mit TIN-Beschichtung an den Standrohren, die die Reibung spürbar reduziert und das Ansprechverhalten beim Einlenken verbessert. Das hintere Federbein, ebenfalls von Showa, bietet 130 mm Federweg und eine überarbeitete Abstimmung, um die Belastungsphasen besser abzufangen. Die fünfspeichigen Marchesini-Felgen ersetzen die Serienräder mit einem spürbaren Gewichtsvorteil, was die ungefederten Massen reduziert und das Motorrad in Schräglage agiler macht. Dazu kommt ein spezifischer Kupplungsgeberzylinder, und man erhält ein stimmiges Gesamtpaket, konzipiert für den, der schnell fährt und die Straße sprechen hören will. Das Ganze ruht auf einem Gitterrohrrahmen aus Stahl, Ducati-Markenzeichen, mit einem Radstand von 1.410 mm, der Stabilität und Wendigkeit garantiert. Mit 210 kg fahrfertig bleibt die 748 S für eine Sportlerin dieser Ära im Rahmen.
Bleibt die Preisfrage. Mit 13.500 Euro im Jahr 2000 positionierte sich die Ducati 748 S gegenüber den japanischen Hypersportlern – einer Honda CBR 900 RR oder einer Yamaha YZF-R1, die für eine vergleichbare Rechnung deutlich mehr Leistung boten. Die Wahl war also nie eine rationale. Man kaufte die 748 S wegen ihres Temperaments, wegen des Adels ihres Fahrwerks, wegen der Freude, eine Maschine zu fahren, die Feingefühl statt rohe Kraft belohnt. Sie ist ein Motorrad für Kenner, nicht für Buchhalter. Heute zieht die Ducati 748 S auf dem Gebrauchtmarkt Sammler und Liebhaber charaktervoller Sportler an. Die selteneren Senna-Versionen treiben die Preise in die Höhe, doch selbst eine klassische 748 S der Jahrgänge 1997 oder 1998 hält eine solide Bewertung – Beweis dafür, dass der Markt ihren Wert anerkennt.
Sie wird dem Anfänger nicht zusagen, mit ihrer auf 790 mm thronenden Sitzbank und ihrer sportlichen Ergonomie, die den Oberkörper nach vorn beugt. Sie wird auch dem nicht zusagen, der eine Rakete für die Gerade sucht, die an jeder Ampel alle demütigt – ihre 245 km/h Höchstgeschwindigkeit bleiben gegenüber der japanischen Konkurrenz bescheiden. Doch für den Fahrer, der eine lebendige, ausdrucksstarke Sportlerin sucht, die eine Kurvenkombination in einen Moment der Perfektion verwandeln kann, bleibt die Ducati 748 S eine überzeugende Wahl. Fünfundzwanzig Jahre danach besitzt sie noch immer diese seltene Kraft, das Herz schneller schlagen zu lassen, noch bevor man den Schlüssel dreht.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!