Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1000 cc
- Leistung
- 167.0 ch @ 11500 tr/min (122.8 kW)
- Drehmoment
- 109.8 Nm @ 9500 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en V à 65°, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13 : 1
- Bohrung × Hub
- 78 x 52.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 48 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double poutre périmétrique en alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 130 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.30 bar
- Hinterreifen
- 190/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 835.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Trockengewicht
- 179.00 kg
- Neupreis
- 12 999 €
Übersicht
Wenn eine Marke eine Superbike-Weltmeisterin in ihrer Garage stehen hat, ist die Versuchung groß, ihr einfach die Verkleidung abzunehmen und das Ganze als Roadster zu bezeichnen. Aprilia hätte es sich leicht machen können. Hat sie nicht. Die Tuono V4 R von 2012 ist das Ergebnis eines weitaus rigoroseren Ansatzes, und das spürt man beim ersten Blick auf dieses aggressive Gesicht, das direkt von der RSV4 abstammt.

Das Grundprinzip bleibt dasselbe, das Aprilia seit der ersten Tuono anwendet: eine reine Sportmaschine nehmen, ihr einen hohen Lenker verpassen, den Sattel leicht abmildern, um einen Sozius zu tolerieren, und das Fahrwerk unangetastet lassen. Nur hat sich die Ausgangsbasis radikal verändert. Nicht mehr der Zweizylinder der alten RSV1000, sondern der 65-Grad-V4 der RSV4 – mit allem, was das bedeutet: Aluminium-Brückenrahmen, 43-mm-Upside-down-Gabel von Sachs, radial montierte Vierkolben-Bremssättel von Brembo, die 320-mm-Scheiben vorne beißen. Bei 12.999 Euro zum Marktstart spart die Tuono V4 R nicht an der Ausstattung.
Der Motor wurde bewusst auf 167 PS gedrosselt, gegenüber den 180 und mehr der RSV4 in ihrer ungezügeltsten Version. Nicht zu früh die Nase rümpfen. Die Ingenieure haben an der Drehmomentkurve gearbeitet, die Kurbelwelle hat mehr Massenträgheit, die Ansaugkanäle wurden verlängert. Ergebnis: 109,8 Nm stehen bereits bei 9.500 U/min bereit, rund 1.000 Touren früher als bei der sportlichen Basis. Die ersten drei Gänge des Sechsganggetriebes sind enger gestaffelt, um diesen mittleren Drehzahlbereich auszuschöpfen. Auf der Straße bedeutet das eine Maschine, die im mittleren Drehzahlbereich heftig anspricht, ohne darauf zu warten, dass der Zeiger auf die 11.500 U/min der maximalen Leistung klettert. Den Gasgriff in den ersten beiden Gängen voll aufzureißen ist eine bewusste, kalkulierte Handlung. Das ist kein Motorrad für unaufmerksame Fahrer.
Das Gewichtsmanagement verdient besondere Erwähnung. 179 Kilogramm Trockengewicht bei einer Maschine, die von einer reinen Sportlerin abstammt, ist eine ernsthafte Übung. Eine um zwei Kilogramm leichtere Abgasanlage, gefräste Felgen, um nochmals so viel zu sparen. Das Fahrwerk der RSV4 wurde leicht modifiziert: Der Lenkkopfwinkel wächst auf 25 Grad, der Motor sitzt 5 mm tiefer im Rahmen, der Radstand verlängert sich um 20 mm. Das sind subtile Anpassungen, die aber ausreichen, um das Verhalten einer Rennmaschine in etwas alltäglich Nutzbares zu verwandeln, ohne dass die Lenkpräzision verloren geht. Drei Motorkennfelder – Track, Sport und Road – ermöglichen es, die Intensität je nach Bedingungen zu dosieren. Der Track-Modus ist eindeutig Fahrern vorbehalten, die ihre eigenen Grenzen kennen.

Die Aprilia Tuono 1000 V4 R APRC ist denn auch die Version, die den Großteil der Kundennachfrage auf sich gezogen hat, so sehr, dass Aprilia entschieden hat, sie allein in das Jahr 2013 zu führen, während diese Standard-R-Version ihre Handelskarriere 2012 beendete. Der Markt hat entschieden. Gegenüber einer KTM Super Duke 990 oder einer Ducati Streetfighter 848 spielt die Tuono V4 R in einer anderen Liga, jener der 1000er mit rein kompetitiver DNA. Sie passt nicht zu jemandem, der einen geschmeidigen, beherrschbaren Stadtroadster sucht. Sie passt zum erfahrenen Fahrer, der die Leistung einer Sportlerin mit der Übersicht und dem Schulter-Arm-Komfort eines erhöhten Lenkers haben möchte. Das ist ein durchdachter Kompromiss, keine Konzession.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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