Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1251 cc
- Leistung
- 98.0 ch @ 8000 tr/min (72.1 kW)
- Drehmoment
- 108.9 Nm @ 6000 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.7:1
- Bohrung × Hub
- 79 x 63,8 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche télescopique, Ø 43 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux Öhlins, déb : 110 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 298 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 267 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.50 bar
- Hinterreifen
- 180/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 829.00 mm
- Tankinhalt
- 14.50 L
- Gewicht
- 240.00 kg
- Neupreis
- 8 999 €
Übersicht
Wer hätte gedacht, dass uns die 80er Jahre drei Jahrzehnte später eine solche Botschaft überbringen würden? Im Zeitalter allgegenwärtiger Elektronik und aseptischer Wasserkühlung serviert uns Yamaha eine wahre Liebeserklärung an die Vergangenheit, fast eine Provokation. Die XJR 1300 60eme anniversaire ist mehr als nur eine limitierte Edition. Sie ist ein Manifest auf zwei Rädern, ein 1251 cm³-Block mit Luft- und Ölkühlung, der lautstark verkündet, dass reiner, mechanischer Charakter unbezahlbar ist. Mit ihren 98 Pferdestärken und 108,9 Nm Drehmoment spielt sie nicht in der Liga der hyperleistungsstarken Super-Naked-Roadster. Ihre Stärke liegt anderswo, in dieser Großzügigkeit bereits bei niedrigen Drehzahlen, in diesem tiefen Grollen, das die Eingeweide kitzelt, mehr als die Backenzähne. Man schwingt sich auf sie, und die Zeit scheint stillzustehen.

Ihr Look ist eine perfekt beherrschte Stilübung. Der berühmte „Speed Block“ in Gelb und Schwarz auf dem Tank ist nicht nur ein Aufkleber, sondern ein erhebliche Hommage an die Geschichte der Marke, an das Zeitalter von King Kenny. Es ist schön, es ist stolz, und es lässt nichts auf sich warten machen. Die gelben Öhlins-Stoßdämpfer bestätigen, dass man unter dieser Retro-Patina auch auf Seriosität Wert legt. Das Stahl-Doppelrohrrahmenchassis, die klassische 43-mm-Gabel, das massive und beruhigende Profil… Alles hier strahlt Authentizität aus. So sehr, dass man insgeheim die elektronische Einspritzung verflucht und sich nach den Rucklern und den zufälligen Einstellungen der Vergaser vergangener Tage sehnt. Das ist das Paradox dieser Maschine: Sie feiert die Vergangenheit mit den Werkzeugen der Gegenwart.
Lassen Sie sich jedoch nicht täuschen, hinter diesem mechanischen Romantismus verbirgt sich eine anspruchsvolle Maschine. Mit 240 kg in fahrbereitem Zustand und einem Tankvolumen von nur 14,5 Litern ist sie nicht für transkontinentale Roadtrips geeignet. Der 83 cm hohe Sattel und das imposante Gewicht machen sie in der Stadt eher zu einem statischen Tier, reserviert für Kenner, die wissen, wie man eine edle Masse manövriert. Auf kurvenreichen Straßen liefert sie solide und berechenbare Empfindungen, getragen von ihrem allgegenwärtigen Drehmoment, aber sie hat nicht die Agilität einer MT-09. Sie diktiert ihr Tempo, eine majestätische Fahrt statt eines nervösen Angriffs. Die Bremsanlage mit ihren zwei Scheiben vorne ist korrekt, aber nicht blitzschnell, vollkommen im Einklang mit ihrem Charakter als entspanntem Tourenmotorrad.
Also, für wen ist dieser Zeitgenosse der modernen Ära gedacht? Sicher nicht für den Anfänger, der von ihrem Gewicht und ihrem Preis überwältigt wäre – 8999 Euro sind ein ordentliches Vermögen für eine Maschine, die ihre fernen Ursprünge unkompliziert zugibt. Sie richtet sich eher an den reiferen Fahrer, der das goldene Zeitalter der japanischen Motorräder mit Charakter erlebt hat, oder an den jungen Enthusiasten, der auf der Suche nach roher Authentizität ist und von der klinischen Perfektion aktueller Motoren gelangweilt ist. Im Vergleich zu einer moderneren und ausbalancierten Triumph Thruxton oder Kawasaki Z900RS übernimmt die XJR 1300 60eme anniversaire ihre Rolle als Sammlerstück, als Motorrad-Ereignis. Sie will nicht die beste sein, sondern einfach die bewegendste. Und auf diesem Gebiet gewinnt sie mit ihrem 1251 cm³-Herz, das im Takt der 80er Jahre schlägt, souverän ihr Recht. Es ist ein Liebesobjekt, ein letzter, ergreifender Tribut, bevor der Vorhang endgültig über eine vergangene Ära fällt.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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