Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1670 cc
- Leistung
- 86.0 ch @ 4500 tr/min (63.3 kW)
- Drehmoment
- 141.2 Nm @ 3500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 8.4:1
- Bohrung × Hub
- 97 x 113 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- tubulaire en acier avec double berceau inféreur
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- fourche téléhydraulique inversée Ø 41 mm , déb : 135 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 110 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 298 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 282 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-18
- Hinterreifen
- 200/50-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 730.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 297.00 kg
- Trockengewicht
- 275.00 kg
- Neupreis
- 13 722 €
Übersicht
Mitte der 2000er Jahre steckt das Custom-Segment in einer Identitätskrise. Die großen amerikanischen Hubraummaschinen zeigen imposante Silhouetten, aber oft schwache Motoren, die eher für die Optik als für die Leistung ausgelegt sind. Honda antwortet mit der VTX 1800, Kawasaki bringt die Mean Streak 1500, Harley-Davidson wagt mit der V-Rod das sportliche Abenteuer. Yamaha hingegen wählt einen anderen Weg: eine bereits massige Custom nehmen und ihr die DNA einer Sportmaschine einpflanzen. Das Ergebnis nennt sich Yamaha 1670 Road Star Warrior, und sie verstört ebenso sehr wie sie fasziniert.

Der V-Twin mit 1670 cm³ ist das Herzstück des gesamten Konzepts. Vom Wild-Star-Block abgeleitet, gewinnt er zwei Millimeter Bohrung, elektronische Einspritzung und ein auf 8,4:1 angehobenes Verdichtungsverhältnis. Die Zahlen sprechen für sich: 86 PS bei 4500 U/min, gewiss, aber vor allem 141,2 Nm Drehmoment bereits bei 3500 U/min. Mehr Drehmoment als eine Hayabusa, verfügbar deutlich früher im Drehzahlband. Mit einer Bohrung von 97 mm bei einem Hub von 113 mm ist dieser Motor ausgesprochen langhubig ausgelegt, was sich in einem direkten und linearen Schub bereits aus niedrigen Drehzahlen heraus übersetzt. Das Fünfganggetriebe und der Riemenantrieb erledigen den Rest, mit einer Geschmeidigkeit, die angenehm mit der Brutalität kontrastiert, die das Äußere der Maschine ankündigt.
Denn die Warrior gibt sich nicht zurückhaltend. Die langgestreckte Silhouette, das scharfe Chrom vor schwarzen Verkleidungen, der weit geöffnete Lufteinlass an der linken Seite und vor allem der gerade, massive Auspuff, der einem militärischen Gerät entstammen könnte: das Gesamtbild wirkt imposant. Doch unter dem Panzer des amerikanischen Customs verbirgt sich eine Mechanik mit ernsthaften sportlichen Ambitionen. Der stählerne Doppelschleifen-Rohrrahmen übernimmt seine Grundlinien von der Wild Star, gewinnt jedoch an Steifigkeit. Die 41-mm-Upside-down-Gabel, die Vier-Kolben-Bremssättel an zwei 298-mm-Scheiben vorne, der hintere Schwingarm, der einer kompakten Sportmaschine würdig wäre: nichts am Fahrwerk ähnelt dem, was die klassische Custom-Konkurrenz bietet. Ergebnis bei 297 kg vollgetankt: das Fahrverhalten überrascht wirklich. Die Fußrasten berühren den Boden erst bei Schräglagen, die eine VTX oder eine Dyna Wide Glide weit hinter sich lassen. Das ist messbar und es ist bedeutsam.
Der erfahrene Fahrer wird es zu schätzen wissen. Der Einsteiger hingegen wird zunächst durch die Abmessungen eingeschüchtert, bevor er von der tatsächlichen Handlichkeit der Maschine überrascht wird. Die Sitzhöhe von 730 mm bleibt für einen Custom dieser Hubraumklasse zugänglich, und der 15-Liter-Tank zwingt zu regelmäßigen Stopps, erst recht wenn man die theoretischen 190 km/h ausreizt. Weniger angenehm ist hingegen die Sitzposition. Arme gestreckt, Beine nach vorne geworfen, nimmt der Rücken schnell eine schmerzhafte Hohlkreuzhaltung an. Die Federung absorbiert Fahrbahnunebenheiten ordentlich, doch der Körper des Fahrers zahlt den Preis der Dragster-Ästhetik. Und vergessen Sie den Soziusbetrieb: Mit diesem Lenker und dieser Sitzbank einen Beifahrer zu transportieren, erfordert eine bewusst masochistische Bereitschaft.
Zu 13.722 Euro im Katalog 2004 positioniert sich die Road Star Warrior im oberen Bereich des sportlichen Custom-Segments. Sie ist weder ein Fahrzeug für den gestressten Stadtfahrer noch für den bepackten Fernreisenden. Sie ist eine auf Fahrerlebnisse ausgelegte Maschine für den Solofahrer, der die visuelle Präsenz eines amerikanischen Customs mit der Dynamik einer modernen Reisemaschine verbinden will. Yamaha hat sich nicht damit begnügt, einen bestehenden Motor zu vergrößern, um dem Trend zu folgen: Der Hersteller hat ein stimmiges Konzept entwickelt, vom Rahmen über die Bremsen bis hin zum Antrieb. In einem Segment, in dem die meisten Konkurrentinnen sich damit begnügen, im Stand zu beeindrucken, überzeugt die Warrior auch in Bewegung.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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