Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 999 cc
- Leistung
- 179.0 ch @ 12000 tr/min (131.7 kW)
- Drehmoment
- 116.7 Nm @ 10000 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Bohrung × Hub
- 74.5 x 57.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- périmétrique en aluminium
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 45 mm, déb : 125 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 130 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 190/50-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 810.00 mm
- Tankinhalt
- 17.50 L
- Gewicht
- 200.00 kg
- Trockengewicht
- 180.00 kg
- Neupreis
- 17 870 €
Übersicht
Wenn der Presseverantwortliche Ihnen die Schlüssel reicht und dabei murmelt, er würde Sie am Ende der Woche lieber heil wiedersehen, verstehen Sie, dass die Maschine vor Ihnen kein gewöhnliches Vorzeigemotorrad ist. Die Suzuki 1000 Virus entstammt einer Schweizer Werkstatt, die ursprünglich Karosseriekits anbot, um GSX-R nach einem Sturz zu transformieren oder für Rundstreckenfahrer, die naked unterwegs sein wollten. Das Konzept überzeugte schließlich weit über die Alpengrenzen hinaus. Das Prinzip ist simpel: einen der schärfsten Reihenvierzylinder des Marktes nehmen, jegliche Vollverkleidung entfernen und das Ergebnis Fahrern überlassen, denen nicht kalt ums Herz wird.

Trocken kommt die Virus auf knapp 180 kg. Das ist wenig, sehr wenig, für eine Maschine, die 179 PS bei 12.000 U/min und 116,7 Nm Drehmoment bei 10.000 U/min entwickelt. Das Leistungsgewicht nähert sich dem reiner Hypersportler – mit dem Unterschied, dass der Fahrer hier aufrecht sitzt, ohne den aerodynamischen Schutz einer Verkleidung. Die Sitzposition bewegt sich in einem hybriden Bereich, zwischen dem aufrechten Oberkörper eines Roadsters und den zurückversetzten Fußrasten einer Sportmaschine. Das schafft eine eigentümliche Ergonomie, die im ersten Kilometer verunsichert, sich aber rasch erschließt, denn die Maschine zeigt sich präzise und reaktionsfreudig. Die 45-mm-Upside-down-Gabel in Verbindung mit dem Heck-Monodämpfer mit 130 mm Federweg meistert Kurvenlinien mit einer Direktheit, die keine Ungenauigkeiten verzeiht, den engagierten Fahrer jedoch belohnt.
Am meisten frappiert der Widerspruch zwischen scheinbarer Zugänglichkeit und schlummernder Gewalt. In der Stadt oder auf einer ruhigen Landstraße verhält sich die Virus wie eine gutmütige große Naked. Das Sechsganggetriebe schaltet ohne Brutalität, der Motor entfaltet seine 117 Nm, ohne hohe Drehzahlen einzufordern. Man kann im sechsten Gang bei 130 km/h fahren, ohne dass der Vierzylinder protestiert. Doch wer nach einer beherzten Beschleunigung abrupt vom Gas geht, wird sofort an die Rennsportherkunft der Maschine erinnert. Die Bremsanlage mit doppelten 320-mm-Scheiben und radialen Vierkolben-Bremssätteln vorne wird den beworbenen Fahrleistungen gerecht. Die theoretischen 250 km/h stellen sich ein, bevor das Berufsethos Zeit hatte einzuschreiten.
Was die Praxis betrifft, seien wir direkt. Der linke Rückspiegel bietet ein nahezu anekdotisches Sichtfeld. Der messerscharfe Sattel lädt nicht zu langen Etappen ein. Die kleine Frontverkleidung schützt etwa so viel wie ein Taschentuch gegen den Autobahnwind. Der 17,5-Liter-Tank erzwingt regelmäßige Stopps. Und der Motor heizt bei dichtem Stadtverkehr und sommerlicher Hitze den Beinen mit bemerkenswerter Ausdauer ein. All das überrascht niemanden, der die GSX-R kennt, von der sie abstammt – doch es verdient Erwähnung für alle, die sie als tägliches Transportmittel in Betracht ziehen. Die Suzuki 1000 Virus hat sich, selbst in den Folgegenerationen bis 2019, nie als vielseitiges Reisemotorrad ausgegeben.
Zu 17.870 Euro besetzt die Virus eine sehr präzise Nische. Sie richtet sich an den Fahrer, der bereits eine vernünftige Alltagsmaschine besitzt und ein reines Spaßgerät sucht, ohne Kompromisse, ohne überflüssige Elektronik, ohne touristische Ambitionen. Ein Aluminium-Perimeter-Rahmen, ein Rennmotor, Reifen in 120/70 und 190/50 auf 17 Zoll. Im Vergleich zu einer Aprilia Tuono oder einer KTM Super Duke derselben Epoche spielt die Virus eine andere Karte: die der radikalen Naked, die Stück für Stück aus einer Rennstreckenbasis entstanden ist. Das ist handwerklich im besten Sinne des Wortes. Und wer beim Preis zuckt, sei daran erinnert, dass er die vollständige GSX-R-Mechanik einschließt. Für den passionierten Fahrer, der bereit ist, alles auf dem Altar des Fahrgefühls zu opfern, ist das fast ein Schnäppchen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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