Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 961 cc
- Leistung
- 77.0 ch @ 7250 tr/min (56.6 kW)
- Drehmoment
- 81.4 Nm @ 6300 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en ligne, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.1 : 1
- Bohrung × Hub
- 88 x 79 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 35 mm
- Starter
- électrique
Fahrwerk
- Rahmen
- Tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Öhlins Ø 43 mm, déb : 115 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux Öhlins, déb : 100 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage Brembo
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 180/55-17
Abmessungen
- Tankinhalt
- 15.00 L
Übersicht
Manche Maschinen müssen nicht spektakulär sein, um Respekt einzuflößen. Die Norton 961 Commando Café Racer MK III gehört zu dieser seltenen Gattung: jenen Motorrädern, die alles überleben – den Bankrott ihres Herstellers, Jahre der Ungewissheit, industrielle Übernahmen – und auf der anderen Seite mit derselben leicht starrköpfigen Würde hervorgehen, mit der Engländer verlieren, ohne zu klagen.

Der Kontext sei in Erinnerung gerufen. Norton ging 2020 unter, mitgerissen von Geschichten über zweckentfremdete Pensionsfonds und katastrophales Management. Die indische TVS-Gruppe kaufte die Überreste und hielt das Versprechen, die ikonischen Modelle wiederzubeleben. Die 961 Commando gehört zu den Geretteten, nahezu unverändert seit ihrem ersten Erscheinen im Jahr 2010. Ein Drittel der Bauteile wurde laut Werk ersetzt, vorwiegend um die Zuverlässigkeit des Gesamtpakets zu verbessern. Das ist keine Revolution, sondern eine sorgfältige Restaurierung.
Die Café-Racer-Version unterscheidet sich von der Sport durch ihre Clip-on-Lenker, die unterhalb des oberen Gabelbrücke verschraubt sind und den Fahrer in eine ausgesprochen sportliche Haltung zwingen. Mit geneigtem Oberkörper und ausgestreckten Armen in Richtung Vorderrad spürt man den 120/70-17-Reifen wie eine direkte Verlängerung der Handgelenke. Diese Sitzposition ist nicht für jeden gemacht, gewiss nicht für jene, die ein vielseitiges Alltagswerkzeug suchen. Sie ist ein stilistisches Statement ebenso wie eine fahrerische Handschrift. Im Vergleich zur Triumph Thruxton ist die Verwandtschaft offensichtlich, doch die Norton spielt eine exklusivere, weniger industrielle Karte. Honda mit seiner CB 1100 RS wählt einen anderen Weg – komfortabler, weniger kompromisslos.
Der parallele Zweizylinder mit 961 cm³ leistet 77 PS bei 7.250 U/min und 81,4 Nm Drehmoment bei 6.300 U/min. Diese Zahlen werden in keinem Leistungsvergleich Angst einflößen, und darum geht es auch nicht. Dieser Motor wird nach Klang und Gefühl beurteilt, nicht nach der Stoppuhr. Er vibriert, er grummelt, er kommuniziert mit dem Fahrer auf eine Art, die flüssigkeitsgekühlte Twins schon längst verlernt haben. Das Fünfganggetriebe ist der einzige echte strukturelle Schwachpunkt in einem Markt, der den sechsten Gang längst als Selbstverständlichkeit etabliert hat. Man arrangiert sich damit, aber man vermerkt es. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 200 km/h, was für das anvisierte Fahrerprofi vollauf genügt.

Der stählerne Rohrrahmen erhält eine ernstzunehmende technische Ausstattung: 43-mm-Upside-down-Gabel von Öhlins mit 115 mm Federweg, zwei einstellbare Öhlins-Dämpfer hinten mit Zug-, Druck- und Vorspannungsverstellung sowie Brembo-Bremse vorne mit radial montiertem Vierkolbensattel. Für eine Maschine im Neo-Retro-Segment ist das nahezu großzügig. Der 180/55-17-Hinterreifen sorgt für eine solide Basis. Was Norton hingegen nicht gelöst hat, ist das Gewicht. 230 Kilogramm vollgetankt ist viel für einen Hubraum unter einem Liter bei diesem Leistungsniveau. Die Thruxton TFC beispielsweise schneidet in diesem Punkt besser ab. In der Stadt oder auf engem Parkplatz offenbart die Commando diese Korpulenz.
Der 15-Liter-Tank bietet eine vernünftige Reichweite für die Landstraßen, auf denen diese Maschine zu Hause ist. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass der Vertrieb vorerst auf den britischen Markt beschränkt bleibt, was die 961 Commando Café Racer MK III für Kontinentaleuropäer zum ersehnten Objekt aus der Ferne macht. Ihre Produktion ist inzwischen eingestellt worden, was diese MK III zu einem Abschluss macht, nicht zu einem Neuanfang. Die kommenden Norton-Modelle unter TVS-Ägide werden wahrscheinlich eine andere Richtung einschlagen. Für Liebhaber kompromissloser englischer Mechanik verdient dieses sich schließende Kapitel zumindest eine Minute ehrfürchtigen Schweigens.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
- Jantes à rayon
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
- Pays de fabrication : Royaume-uni
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