Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 798 cc
- Leistung
- 112.0 ch @ 11000 tr/min (82.4 kW)
- Drehmoment
- 85.0 Nm @ 8500 tr/min
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12.3 : 1
- Bohrung × Hub
- 79 x 54.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis tubulaire en tube d'acier relié à des platines en alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 125 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 130 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 180/55-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 830.00 mm
- Tankinhalt
- 16.50 L
- Trockengewicht
- 175.00 kg
- Neupreis
- 13 100 €
Übersicht
Was unterscheidet ein italienisches Motorrad von einem japanischen bei gleichem Hubraum? Oft ist es dieses gewisse Etwas an Seele, diese bewusst eingesetzte Rauheit, die jede Fahrt zu einem sinnlichen Erlebnis macht. Die MV Agusta Brutale 800 Rosso 2022 verkörpert diese Philosophie mit beinahe sturköpfiger Überzeugung. Für ihren jüngsten Jahrgang hat Varese sich nicht damit begnügt, einen Euro5-Katalysator an die markante Dreifach-Auspuffanlage zu schrauben. Die Ingenieure haben das gesamte Konzept von Grund auf überarbeitet – vom Rahmen über die Elektronik bis hin zum Innenleben des 798-cm³-Dreizylinders. Das Ergebnis? Eine Maschine, die 112 PS bei 11 000 U/min und 85 Nm bei 8 500 U/min leistet – zwei PS mehr als die erste Rosso von 2020. Ein auf dem Papier bescheidener Zugewinn, der durch akribische Arbeit an den Ventilführungen, den Kurbelwellenlagern und der Reduzierung innerer Reibung erzielt wurde.

Der Gitterrohrrahmen aus Stahl, kombiniert mit Aluminiumplatten, erhielt seitliche Verstärkungen, die das Gesamtpaket versteiften, ohne die Struktur schwerer zu machen. Mit 175 kg Trockengewicht bleibt die Brutale 800 Rosso ein Skalpell. Die 43-mm-USD-Gabel von Marzocchi und das Sachs-Federbein profitieren von einer neuen Umlenkung und überarbeiteten Abstimmungen. Auf kurvenreichen Straßen liegen die Lenkpräzision und die Rückmeldung in einer ganz anderen Liga als das, was eine Street Triple oder eine MT-09 in derselben Preisklasse bieten. Die Brembo-Bremsanlage mit ihren zwei 320-mm-Scheiben, gegriffen von radialen Vierkolben-Sätteln, packt entschlossen zu und lässt sich dabei feinfühlig dosieren. Man findet hier jene Fahrwerkskonsequenz wieder, die den Ruf der lombardischen Marke begründet – selbst bei ihrem zugänglichsten Modell.
Auf der Technologieseite ist der Fortschritt beachtlich. Das bisherige LCD-Display weicht einem 5,5-Zoll-TFT-Bildschirm, übernommen von der Brutale 1000, mit Smartphone-Konnektivität, Routenaufzeichnung und GPS-Spiegelfunktion. Eine Trägheitsplattform hält erstmals Einzug und ermöglicht der achtstufigen Traktionskontrolle sowie dem Continental-ABS, deutlich präziser zu arbeiten. Der bidirektionale Quickshifter EAS 3.0 sorgt für sanftere Gangwechsel am Sechsgang-Getriebe, und ein Tempomat ergänzt nun die Serienausstattung. Bei einem Test der MV Agusta Brutale 800 Rosso verändern diese Ergänzungen den Alltag mit der Maschine ganz konkret.

Sprechen wir über die Positionierung. Mit 13 100 Euro liegt der Preis der MV Agusta Brutale 800 Rosso spürbar über dem einer Triumph Street Triple R oder einer Yamaha MT-09 SP. Das Rezept zur Begrenzung der Rechnung beruht auf einer einzigen Farbgebung in Rot-Schwarz, einer gegenüber der RR mit ihren 140 PS leicht zurückgenommenen Verarbeitung und rationalisierten Produktionsprozessen. Es handelt sich nicht um eine abgespeckte Version – es ist eine Brutale 800, der man den kosmetischen Überschuss genommen hat, um das mechanische Wesentliche zu bewahren. Der Unterschied zur großen Schwester Dragster 800 liegt eher in der Sitzposition und im Temperament als in der technischen Basis, da sich beide Maschinen denselben Motorblock teilen.
Die MV Agusta Brutale 800 Rosso 2022 richtet sich an alle, die italienischen Charakter wollen, ohne in maßloses Premium abzugleiten. Sie ist in einer auf A2 drosselbaren Version erhältlich, was sie auch für Fahranfänger öffnet, die bereit sind, in etwas Besonderes zu investieren. Wer auf dem Gebrauchtmarkt nach den Jahrgängen 2021 oder 2023 sucht, findet nur marginale Weiterentwicklungen bei identischer Plattform. Der echte qualitative Sprung liegt zwischen der Generation 2020 und diesem Jahrgang 2022. Es bleibt eine einfache Feststellung: In dieser Preisklasse muss man bereit sein, für das Privileg zu zahlen, anders zu fahren. Und genau das verkauft MV Agusta seit jeher.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS in curves MK100
Praktische Infos
- Véhicule accessible au permis A2 ou bridable à 47.5ch / 35 Kw
- La moto est accessible aux permis : A, A2
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