Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 853 cc
- Leistung
- 65.0 ch @ 6800 tr/min (47.8 kW)
- Drehmoment
- 73.0 Nm @ 5000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5:1
- Bohrung × Hub
- 84.0 x 77.0 mm (3.3 x 3.0 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Weber-Marelli electronic fuel injection
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- ALS steel twin tube cradle frame
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Shaft drive (cardan) (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Hydraulic telescopic fork, 40mm
- Hinterradaufhängung
- Swingarm Twin-sided with two spring preload adjustable shock absorbers
- Federweg vorne
- 130 mm (5.1 inches)
- Federweg hinten
- 99 mm (3.9 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc. ABS. Brembo opposed four-piston callipers.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. 2 pistons caliper.
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.50 bar
- Hinterreifen
- 150/80-16
- Hinterreifendruck
- 2.80 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 785.00 mm
- Radstand
- 1465.00 mm
- Länge
- 2185.00 mm
- Breite
- 840.00 mm
- Höhe
- 1160.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 210.00 kg
- Trockengewicht
- 194.00 kg
- Neupreis
- 10 999 €
Übersicht
Wer kauft im Jahr 2023 noch ein Motorrad mit Kardanantrieb, zwei Ventilen pro Zylinder und einem quer eingebauten V-Twin? Charakterliebhaber, jene, die das Korn einer lebendigen Mechanik der keimfreien Perfektion eines japanischen Vierzylinders vorziehen. Die Moto Guzzi V9 Bobber richtet sich an sie, und an niemand anderen. Seit ihrem Erscheinen 2016 hat sich diese Italienerin mit rauem Temperament einen einzigartigen Platz zwischen der Custom- und der Roadster-Welt erobert. Mit der ab 2021 vollzogenen Euro5-Umstellung hat der 853-cm³-Zweizylinder Komponenten aus dem Triebwerk der V85 TT geerbt. Ergebnis: 65 PS bei 6800 U/min und 73 Nm bei 5000 U/min, ein Zugewinn von 10 PS gegenüber den ersten Versionen. Der Kompromiss liegt bei der Drehzahl des maximalen Drehmoments, das nun höher im Drehzahlband angesiedelt ist. Um diesen Kraftzuwachs aufzufangen, hat Mandello den Stahl-Doppelschleifenrahmen im Bereich des Lenkkopfs verstärkt.

Optisch pflegt die V9 Bobber einen selbstbewussten Retro-Stil, durchsetzt mit modernen Akzenten. Der Full-LED-Scheinwerfer trägt die adlerförmige Lichtsignatur, ein echtes visuelles Erkennungszeichen der Marke. Das LCD-Instrument hat die Zeiger abgelöst, die Seitenverkleidungen bestehen nun aus Aluminium, der vordere Kotflügel wurde gekürzt. Die Fußrasten ruhen auf Silentblöcken, um die Vibrationen des Twins zu filtern. Diese Weiterentwicklungen, die über die Modelljahre 2017, 2018, 2019, dann 2020 und 2021 hinweg umgesetzt wurden, zeugen vom Willen zum Fortschritt, ohne das Erbe zu verleugnen. Hinzu kommen eine zweistufige Traktionskontrolle MGCT, ein Zweikanal-ABS von Brembo sowie optional das MIA-Smartphone-Konnektivitätssystem. Das Datenblatt der Moto Guzzi V9 Bobber weist zudem eine niedrige Sitzhöhe von 785 mm, ein Gewicht von 210 kg fahrfertig und einen 15-Liter-Tank aus. Genug, um sowohl zierlichere Staturen als auch A2-Führerscheininhaber zufriedenzustellen, da die Leistung eine kompatible gedrosselte Version ermöglicht.
Der Fahrbericht der Moto Guzzi V9 Bobber offenbart ein doppeltes Temperament. Zunächst das Positive: Dieser um 90 Grad geöffnete V-Twin besitzt eine Persönlichkeit, die weder eine Triumph Bonneville Bobber noch ein Harley Sportster identisch nachbilden können. Das Kippmoment, das die Maschine im Stand pendeln lässt, die deutlichen Vibrationen in den Fußrasten, der runde und großzügige Schub zwischen 3000 und 5500 U/min – all das ergibt ein seltenes Sinneserlebnis. Der Kardanantrieb eliminiert die Kettenpflege, ein gewichtiges Argument für den Alltags- oder Tourengebrauch. Die Kehrseite der Medaille ist weniger schmeichelhaft. Die flache und dünn gepolsterte Sitzbank verwandelt lange Strecken in eine Tortur. Die straff abgestimmten Federelemente geben jeden Fahrbahnschaden ungefiltert weiter. Der dicke Ballonreifen vorne in 130/90-16, der der Bobber ihre Silhouette verleiht, beeinträchtigt die Richtungspräzision. Die Lenkung ist schwer, das Dirigieren erfordert echten körperlichen Einsatz. Dies ist weder eine Sportmaschine noch ein Langstrecken-Custom; es ist eine Maschine für kurze bis mittlere Ausfahrten, geschaffen für den Sinnesgenuss auf Landstraßen.
Für 10 999 Euro positioniert sich die Moto Guzzi V9 Bobber 850 cm³ gegenüber der Triumph Bonneville Bobber, die stärker, aber auch schwerer und teurer ist, sowie der Kawasaki Vulcan S, weniger eigenwillig, dafür vielseitiger. Indirekte Konkurrenz findet sie zudem bei gebrauchten Sportster-Modellen. Der Gebrauchtmarkt der Moto Guzzi V9 Bobber bleibt übrigens aktiv, ein Beweis dafür, dass die Maschine Kundentreue erzeugt. Manche treiben die Individualisierung mit speziellen Zubehörteilen oder einer einladenderen Nachrüst-Sitzbank voran, andere entscheiden sich für ein Moto Guzzi V9 Bobber Custom-Kit oder eine sportliche Lenkervariante. Die Centenario-Version hat in Erinnerung gerufen, dass Mandello auch die Karte der limitierten Serie zu spielen weiß.
Man wählt diese Guzzi nicht anhand einer Tabellenkalkulation. Man wählt sie, weil bei jedem Gasstoß der quer eingebaute Twin daran erinnert, dass ein Motorrad, bevor es eine Summe von Zahlen ist, eine Maschine bleibt, die das Herz höherschlagen lassen muss. Mit ihren eingestandenen Schwächen und ihrem ungebrochenen Charakter ist die V9 Bobber die Antithese zum gefälligen Mainstream-Motorrad. Und genau das macht sie so liebenswert.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
- Prise USB
- Contrôle de traction
Praktische Infos
- Véhicule accessible au permis A2 ou bridable à 47.5ch / 35 Kw
- La moto est accessible aux permis : A, A2
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