Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 853 cc
- Leistung
- 55.0 ch @ 6250 tr/min (40.1 kW)
- Drehmoment
- 62.0 Nm @ 3000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5:1
- Bohrung × Hub
- 84 x 77 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Weber-Marelli electronic fuel injection
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- ALS steel twin tube cradle frame
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Shaft drive (cardan) (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Hydraulic telescopic fork 40mm
- Hinterradaufhängung
- Swingarm with double shock absorber with adjustable spring preload. No rebound adjustment on rear shock.
- Federweg vorne
- 130 mm (5.1 inches)
- Federweg hinten
- 99 mm (3.9 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc. ABS. Brembo opposed four-piston callipers.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.50 bar
- Hinterreifen
- 150/80-16
- Hinterreifendruck
- 2.80 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 808.00 mm
- Radstand
- 1465.00 mm
- Länge
- 2185.00 mm
- Breite
- 840.00 mm
- Höhe
- 1160.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 199.00 kg
- Trockengewicht
- 199.00 kg
- Neupreis
- 10 499 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch daran, dass Moto Guzzi 2016 beschloss, mit einem weißen Blatt Papier von vorne zu beginnen und einen völlig neuen Twin zu entwickeln? Der V-Twin der V7, ein Erbe der V65, hatte seine dimensionalen Grenzen erreicht. Platz also für einen brandneuen 853-cm³-Zweizylinder mit einer Bohrung von 84 mm und einem Hub von 77 mm, konzipiert für zwei Maschinen mit unterschiedlichem Temperament: die Roamer und die Moto Guzzi V9 Bobber. Letztere leistet in der Version 2020 55 PS bei 6 250 U/min und vor allem 62 Nm, die bereits ab 3 000 Touren anliegen. Auf dem Papier ist das bescheiden. Auf der Straße sieht die Sache ganz anders aus. Dieser quer zur Fahrtrichtung eingebaute V2 mit 90 Grad Zylinderwinkel besitzt jenes berühmte Kippmoment, das die Maschine im Stand zum Schaukeln bringt, wenn man mit dem Gasgriff spielt. Eine mechanische Signatur, die nur Mandello del Lario hervorbringen kann. Für alle, die auf die Moto Guzzi V9 Bobber 2021 schielen: Der Twin gewinnt dann 10 PS und 11 Nm hinzu, was den Charakter im mittleren Drehzahlbereich spürbar verändert.

Das Datenblatt der Moto Guzzi V9 Bobber offenbart einen Stahlrohrrahmen mit doppeltem Unterzug, ein Gewicht von 199 kg fahrfertig und eine Sitzhöhe von 808 mm. Kein Grund zur Sorge für durchschnittliche Staturen, ebenso wenig für Inhaber des A2-Führerscheins, da die 40,1 kW sie dafür qualifizieren. Beim Fahrwerk sorgen die 16-Zoll-Reifen vorne und hinten in Ballonquerschnitt (130/90 und 150/80) für jene gedrungene Silhouette, die den Namen Bobber rechtfertigt. Doch diese stilistische Entscheidung hat ihren Preis am Lenker: Die Lenkung zeigt sich schwergängig, der Vorderreifen mangelt an Präzision und verlangt eine entschlossene Fahrweise. Die 40-mm-Telegabel und die zwei in der Vorspannung einstellbaren Federbeine hinten leisten das absolute Minimum. Keine Zugstufeneinstellung am Heck, und ein dünner Sattel, der nichts filtert. Auf schlechter Straße leiden die Bandscheiben erheblich.
Die Ergonomie verdient besondere Beachtung. Die Sitzposition, zwischen Custom und Roadster angesiedelt, neigt den Oberkörper dank eines flachen Lenkers leicht nach vorne – eher ein auf Italienisch neu interpretierter Harley Sportster. Der quer eingebaute Twin zwingt dazu, die Knie zu spreizen, um den Zylindern auszuweichen, was den Fahrer ganz natürlich zum hinteren Teil des Sattels der Moto Guzzi V9 Bobber drängt. Seit 2017 korrigieren um 10 cm nach hinten und 3,5 cm nach oben versetzte Fußrastenplatten die Haltung und machen die Sitzposition natürlicher. Ein Detail, das zählt, wenn man eine gebrauchte Moto Guzzi V9 Bobber ins Auge fasst: Prüfen Sie den Jahrgang, die ersten Modelle Moto Guzzi V9 Bobber 2016 oder 2017 hatten diese Korrektur noch nicht serienmäßig.
Bei der Ausstattung beschränkt sich das Armaturenbrett auf einen runden Tacho mit kleinem Digitalbildschirm. Minimalistisch, stimmig mit dem Geist der Maschine. Die Traktionskontrolle MGCT bietet zwei Stufen plus Deaktivierung, das Zweikanal-ABS von Brembo überzeugt mit Vierkolben-Bremssätteln vorne. Der Kardanantrieb eliminiert die lästige Kettenpflege – ein echtes Argument für den Alltagseinsatz. Der 15-Liter-Tank, kombiniert mit einem angegebenen Verbrauch von 5 Litern auf 100 km, bietet eine akzeptable Reichweite, nicht mehr. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h, was die V9 Bobber klar außerhalb des Jagdreviers der Sportmaschinen einordnet. Ihr Revier sind kurvenreiche Landstraßen, stilvolle Fahrten in der Stadt, die Sonntagsausfahrt, bei der mechanischer Genuss vor Leistung geht.
Mit 10 499 Euro positioniert sich die Moto Guzzi V9 Bobber 2020 gegenüber der Triumph Street Twin oder der BMW R nineT Pure, mit einem Argument, das diese beiden nicht für sich beanspruchen können: dieser rohe Motorcharakter, dieser V-Twin, der wie ein lebendiges Organ pulsiert und vibriert. Der Custom-Markt rund um die Moto Guzzi V9 Bobber floriert übrigens, da sich die Basis hervorragend für Zubehör und individuelle Umbauten eignet. Es ist kein perfektes Motorrad. Die Federung mangelt an Feinschliff, der Sitzkomfort begrenzt die Langstrecke, und die Lenkung verlangt Einsatz. Doch eine Probefahrt mit der Moto Guzzi V9 Bobber genügt, um zu verstehen: Man wählt diese Italienerin nicht mit dem Taschenrechner, man wählt sie aus dem Bauch heraus.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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