Schlüsselleistung
Technische Daten
- Leistung
- 65.0 ch @ 6250 tr/min (47.4 kW) → 65.0 ch @ 6800 tr/min (47.8 kW)
- Drehmoment
- 73.0 Nm @ 3000 tr/min → 73.5 Nm @ 5000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke → Bicylindre en V transversal à 90°, 4 temps
- Kühlung
- Air → combiné air / huile
- Kraftstoffsystem
- Injection. Weber-Marelli electronic fuel injection → Injection Ø 38 mm
- Starter
- Electric → —
- Rahmen
- ALS steel twin tube cradle frame → Cadre tubulaire en acier
- Getriebe
- 5-speed → boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Shaft drive (cardan) (final drive) → Cardan
- Vorderradaufhängung
- Hydraulic telescopic fork 40mm → Fourche téléhydraulique Ø 40 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- Swingarm with double shock absorber with adjustable spring preload. No rebound adjustment on rear shock. → 2 amortisseurs latéraux, déb : 97 mm
- Federweg vorne
- 130 mm (5.1 inches) → —
- Federweg hinten
- 99 mm (3.9 inches) → —
- Vorderradbremse
- Single disc. ABS. Brembo opposed four-piston callipers. → Freinage 1 disque Brembo Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS → Freinage 1 disque Ø 260 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16 → 130/90-16
- Hinterreifen
- 150/80-16 → 150/80-16
- Sitzhöhe
- 808.00 mm → 785.00 mm
- Radstand
- 1465.00 mm → —
- Länge
- 2185.00 mm → —
- Breite
- 840.00 mm → —
- Höhe
- 1160.00 mm → —
- Gewicht
- 199.00 kg → 210.00 kg
- Neupreis
- 10 949 € → 10 999 €
Motor
- Hubraum
- 853 cc
- Leistung
- 65.0 ch @ 6800 tr/min (47.8 kW)
- Drehmoment
- 73.5 Nm @ 5000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V transversal à 90°, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5:1
- Bohrung × Hub
- 84 x 77 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 38 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Cadre tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 40 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 97 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Brembo Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.50 bar
- Hinterreifen
- 150/80-16
- Hinterreifendruck
- 2.80 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 785.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 210.00 kg
- Trockengewicht
- 194.00 kg
- Neupreis
- 10 999 €
Übersicht
Wer kauft eine Moto Guzzi V9 Bobber wegen ihrer reinen Leistung? Niemand. Und genau das macht diese Maschine in der heutigen Motorradlandschaft so einzigartig. Seit ihrem Erscheinen 2016 pflegt die V9 Bobber eine Kunst des Gegenentwurfs, die nur wenige Hersteller noch zu vertreten wagen. Ihr quer eingebauter 90°-V-Twin mit 853 cm3, ausgelegt auf Bohrung und Hub von 84 x 77 mm, jagt keinem Rekord hinterher. Mit 65 PS bei 6800 U/min und 73,5 Nm bei 5000 U/min liegt sie weit entfernt von den überdrehten japanischen Roadstern. Doch auf der Straße erzählt dieser Twin eine Geschichte, die Zahlen nicht wiedergeben können. Das berühmte Kippmoment, dieses seitliche Schaukeln, das den quer eingebauten V-Twins aus Mandello eigen ist, begrüßt einen schon beim ersten Gasgeben im Stand. Es ist ein Ritual, eine Signatur. Wer schon Guzzi gefahren ist, versteht; alle anderen müssen es selbst erleben, um zu begreifen, was „Motorcharakter" wirklich bedeutet.

Die Version 2024 erbt die Weiterentwicklungen, die mit der Euro5-Umstellung kamen. Der Motor profitierte von technischen Anleihen aus der V85 TT und gewann dabei rund zehn PS sowie ein Drehmomentplus gegenüber den ersten V9 Bobber von 2016 und 2017. Der Kompromiss? Das Drehmomentmaximum wandert höher in die Drehzahlen, was die Fahrweise im Vergleich zu den Jahrgängen 2018 oder 2019 leicht verändert. Der Stahlrohrrahmen wurde im Bereich des Lenkkopfs versteift, um den Leistungszuwachs aufzufangen. Auf der Stilseite trägt der Full-LED-Scheinwerfer die Adler-Lichtsignatur, ein Detail, das die visuelle Persönlichkeit der Maschine unterstreicht. Überarbeitetes Cockpit, seitliche Aluminiumpaneele, gekürzter Schutzblech, Fußrasten auf Silentblöcken: Moto Guzzi modernisiert, ohne das Erbe zu verleugnen. Die V9 Bobber Centenario hatte bereits bewiesen, dass die Marke ihre Vergangenheit mit Eleganz zu feiern weiß.
Die Ergonomie polarisiert – und das ist gewollt. Die niedrige Sitzbank auf 785 mm beruhigt kleinere Fahrer und macht diese Moto Guzzi V9 Bobber A2-tauglich (mit Drosselung) – reizvoll für alle, die Charakter ohne Brutalität suchen. Der flache Lenker im Café-Racer-Stil, eher vom Roadster als vom reinen Custom entlehnt, neigt den Oberkörper nach vorn. Vom Sessel einer Harley Sportster ist man weit entfernt. Die hervorstehenden Zylinder zwingen zudem dazu, die Beine zurückversetzt zu positionieren – ein Merkmal, das bereits 2017 durch weiter hinten montierte Fußrastenplatten korrigiert wurde. Die Sitzposition bleibt eigen, auf halbem Weg zwischen zwei Welten. Auf langen Strecken erinnert die schmale und wenig gepolsterte Sitzbank der Moto Guzzi V9 Bobber schnell daran, dass Komfort nicht die Priorität der Entwicklungsabteilung war. Die Federung – eine hydraulische Telegabel mit 40 mm vorn und zwei Federbeine hinten mit begrenztem Federweg von 97 mm – filtert Unebenheiten nur mäßig. Der breite Vorderreifen in 130/90-16, optisches Markenzeichen des Bobber-Genres, macht die Lenkung schwerfälliger und verlangt engagiertes Fahren in Kurvenkombinationen. Das ist kein Mangel, wenn man weiß, was einen erwartet; es ist eine Falle, wenn man es ignoriert.
Auf der Technologieseite gibt sich diese Italienerin keineswegs primitiv. Die zweistufig deaktivierbare Traktionskontrolle MGCT, Zweikanal-ABS, USB-Anschluss und LCD-Instrumentierung ergeben eine ordentliche Ausstattung für eine Maschine zum Preis von 10 999 Euro. Das optionale MIA-System verbindet das Motorrad mit dem Smartphone. Dem digitalen Cockpit fehlt vielleicht der Old-School-Charme, den man von einer Bobber erwarten würde, doch es punktet mit Ablesbarkeit. Gegenüber einer leistungsstärkeren Triumph Bonneville Bobber oder einer zugänglicheren Kawasaki Vulcan S spielt die Guzzi eine andere Karte aus. Die des rohen Temperaments, des wartungsfreien Kardanantriebs ohne Kettenpflege und eines hundertjährigen mechanischen Erbes, das nur wenige Konkurrentinnen für sich beanspruchen können.
Man schaut nicht ins Datenblatt der Moto Guzzi V9 Bobber, um sich zu überzeugen. Man schaut erst danach hinein, um zu verstehen, warum man schwach geworden ist. Mit ihren 210 kg fahrfertig, dem 15-Liter-Tank, der die Reichweite begrenzt, und einer Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h gewinnt sie keinen Zahlenvergleich. Sie gewinnt den des Fahrgefühls. Auf dem Gebrauchtmarkt stellen die Jahrgänge 2020 und 2021 einen ausgezeichneten Kompromiss zwischen dem aufgewerteten Euro5-Motor und einem vernünftigen Wertverlust dar. Individualisierungsfans finden zudem einen ausreichenden Zubehörkatalog für die Moto Guzzi V9 Bobber Custom, um die Maschine nach eigenem Bild zu formen. Diese Bobber besitzt ein Temperament, das sich nicht in PS messen lässt. Sie ist ein Motorrad, das man aus dem Bauch heraus wählt, nicht mit einer Tabellenkalkulation.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
- Jantes aluminium
- Prise USB
- Contrôle de traction
Praktische Infos
- Véhicule accessible au permis A2 ou bridable à 47.5ch / 35 Kw
- La moto est accessible aux permis : A, A2
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