Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 999 cc
- Leistung
- 130.0 ch (95.6 kW)
- Motortyp
- Bicylindre en V à 75°, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Bohrung × Hub
- 101 x 62.4 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tubes d\'acier au chrome molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée WP Ø 43 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur WP
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques , étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque , étrier 2 pistons
Abmessungen
- Trockengewicht
- 175.00 kg
- Neupreis
- 18 000 €
Übersicht
Wenn KTM beschließt, im Revier der Supersportler mitzumischen, erwartet niemand eine Kopie der japanischen Konkurrenz. Und das aus gutem Grund. Der RC8, 2005 als Prototyp vorgestellt, ist die österreichische Antwort auf eine Frage, die sich niemand zu stellen wagte: Kann man einen Supersportler um einen 999-cc-V-Twin bauen, ohne Ducati nachzuahmen? Der bereits auf der Adventure und der Super Duke bewährte V2 mit 75 Grad Zylinderwinkel erhält hier eine spezifische Kur, um 130 PS zu leisten. Das ist keine Zahl, die den japanischen Vierzylindern jener Zeit das Fürchten lehrt, doch KTM setzt auf etwas anderes als rohe Pferdestärken. Der Motor wiegt 56 kg und ist damit der leichteste große Twin auf dem Markt. Zur Einordnung: Das sind 12 kg weniger als der V-Twin der Aprilia RSV. Wenn man Gramm für Gramm Gewicht jagt, verändert ein solcher Unterschied den Charakter eines Motorrads grundlegend.

Die Philosophie des RC8 lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Zentralisierung. Alles an dieser Maschine ist darauf ausgelegt, die Massen so nah wie möglich am Schwerpunkt zu bündeln. Die Auspuffanlage verlässt ihren üblichen Platz und wird unter dem Motor angeordnet, ähnlich wie es Erik Buell bei seinen amerikanischen Sportlern praktizierte. Das Ergebnis: Das Heck ist freigelegt, nahezu nackt, mit einer massiven Schwinge, die an MotoGP-Prototypen erinnert. Der Tank übernimmt jene kantigen, fast geometrischen Linien, die zum stilistischen Markenzeichen von Mattighofen geworden sind. Er verschmilzt mit der Sitzbank in einem Design, das auf dem Markt seinesgleichen sucht. Die Verkleidung, aggressiv und scharfkantig geschnitten, setzt auf aerodynamische Effizienz statt auf ästhetischen Konsens. Man liebt oder hasst es, aber niemand wird einen RC8 auf einem Parkplatz mit einem anderen Sportler verwechseln.
Was das Fahrwerk betrifft, bleibt KTM seinen Prinzipien treu. Der Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahlrohren umschließt den kompakten Zweizylinder mit Bestimmtheit. Die 43-mm-USD-Gabel von WP und das Federbein derselben Hausmarke sorgen für die Verbindung zum Asphalt. Die Bremsanlage stützt sich auf zwei Scheiben vorne mit Vierkolben-Sätteln und eine hintere Scheibe mit Zweikolben-Sattel. Die Ausstattung entspricht der eines ernsthaften Supersportlers, ohne unnötigen Schnickschnack. Das Sechsganggetriebe überträgt die Leistung über einen Kardanantrieb – eine untypische Wahl für einen reinrassigen Sportler, die den tourentauglichen Ursprung des Triebwerks verrät. Mit einem angekündigten Trockengewicht von rund 175 kg spielt der RC8 in derselben Kategorie wie die Monoposti auf zwei Rädern – ein bemerkenswerter Wert für einen Twin dieser Hubraumklasse.
Der Preis von 18.000 Euro positioniert den RC8 gegenüber der Ducati 999 und der Aprilia RSV Mille, seinen beiden natürlichen europäischen Rivalen. KTM zielt mit dieser Maschine eindeutig nicht auf Anfänger. Der RC8 richtet sich an den erfahrenen Fahrer, den Liebhaber roher Empfindungen und Motorcharakter, an jemanden, der das großzügige Drehmoment eines Twins dem hysterischen Hochdrehen eines Vierzylinders vorzieht. 2005 lässt dieser Prototyp die Fans träumen. Die Ingenieure aus Mattighofen haben das Know-how, der Wettbewerb in der 125er-Grand-Prix-Klasse hat es bewiesen. Nun gilt es, den Erfolg in die für 2007 geplante Serienversion umzusetzen. Zwei Jahre Geduld, bevor man die Hände an die Stummellenker dieser mechanischen Orange legen kann. Für Liebhaber charakterstarker Sportler verspricht das Warten lang zu werden.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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