Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 350 cc
- Leistung
- 45.0 ch (33.1 kW)
- Motortyp
- Monocylindre, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12.3 : 1
- Bohrung × Hub
- 88 x 57.5 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
Fahrwerk
- Rahmen
- Cadre tubulaire central en acier au chrome-molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée WP Ø 48 mm 4CS, déb : 300 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur WP PDS, déb : 335 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 80/100-21
- Hinterreifen
- 140/80-18
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 970.00 mm
- Tankinhalt
- 9.00 L
- Trockengewicht
- 107.20 kg
- Neupreis
- 10 055 €
Übersicht
Stellen Sie sich die Situation vor: Sie stehen vor zwei Motorrädern, einer 250er, der es auf schnellen Verbindungsstücken an Punch mangelt, und einer 450er, die Ihnen die Arme ausreißt, sobald das Gelände schlammig und technisch wird. Genau dieses Niemandsland versucht die 350 EXC-F Six Days zu besetzen – mit einer Überzeugung, die Respekt abnötigt. Mit ihren 349,7 ccm und 45 PS auf der Waage spielt dieser Einzylinder-Viertakter nicht in derselben Liga wie eine rohe 450er, hat aber nichts von dem zahmen Temperament einer 250er. Bei 107,2 kg trocken und einer Sitzhöhe von 970 mm richtet sich das Profil klar an den erfahrenen Wettkampffahrer – weder Anfänger noch Motocross-Monster, sondern eher der Extremenduro-Spezialist, der seine Grenzen kennt und sie verschieben will.

Der Motor ist das Herzstück des Konzepts. Der doppelte Nockenwellenkopf beherbergt vier Titanventile mit DLC-beschichteten Kipphebeln, die gerade einmal 8 Gramm das Stück wiegen. Dieses Detail zählt: Je leichter die beweglichen Teile, desto leichter dreht der Motor hoch, und der Einzylinder kann problemlos bis auf 12.000 U/min drehen. Die Kurbelwelle, bewusst massiver ausgeführt als bei der SX-F in der Motocross-Version, setzt auf rotierende Massen, um die Leistungskurve zu glätten und die Traktion im Schlamm zu verbessern. Das ist eine Ingenieursentscheidung, die sich in der Praxis bemerkbar macht: Traktion hat Vorrang vor roher Leistung. Die Keihin-Einspritzung mit ihrem 42-mm-Drosselklappengehäuse reagiert direkt, und die Möglichkeit, Kennfelder über ein mit einem Laptop verbundenes Abstimmungstool zu verändern, hebt diese Maschine in eine sehr ernsthafte Kategorie für Wettkampffahrer, die ihrer Vorbereitung Sorgfalt widmen.
Die Six-Days-Edition begnügt sich nicht damit, ein Abzeichen aufzukleben. Das Paket umfasst die WP-48-mm-Upside-down-Gabel mit 4CS-Technologie, deren geschlossene Vier-Kammer-Kartusche die Ansprechbarkeit verbessert und gleichzeitig Ölwechsel vereinfacht. Die CNC-gefrästen, orange eloxierten Gabelbrücken bearbeiten die Biegung der Lenksäule, um auch auf den zerfahrensten Abschnitten eine präzise Rückmeldung zu erhalten. Hinten verwaltet der direkt mit dem gegossenen Aluminiumschwingarm verbundene PDS-Dämpfer die 335 mm Federweg mit separaten Hoch- und Niedriggeschwindigkeitseinstellungen sowohl in Druck- als auch in Zugstufe. Das ist Wettkampffederung, die ohne Spezialwerkzeug zugänglich ist – was noch vor einigen Jahren bei Serienmaschinen keine Selbstverständlichkeit war.
Die Brembo-Bremsanlage mit 260-mm-Schwimmscheibe vorne und 220-mm-Vollscheibe hinten ohne Perforation erfüllt die thermischen Anforderungen eines Six Days. Die nicht gelochte Hinterscheibe begrenzt die Erwärmung der Bremsbeläge bei langen aufeinanderfolgenden Fahrtagen – etwas, das Fahrer bei Wertungsprüfungen konkret zu schätzen wissen. Die gemeinsam mit KTM entwickelten Metzeler-Reifen, montiert auf Giant-Leichtmetallfelgen aus 7050-Legierung mit gefrästen Naben, runden ein stimmiges und hochwertiges Fahrwerk ab. Die Supersprox-Bi-Metall-Kettenritzel mit Aluminiumstern und Stahlzähnen zielt auf Langlebigkeit dort, wo einstoffige Ritzel an ihre Grenzen stoßen.
Bei 10.055 Euro positioniert sich die 350 EXC-F Six Days 2016 oberhalb einer Standard-EXC, und der Mehrpreis rechtfertigt sich Punkt für Punkt. Der 9-Liter-Tank bleibt ein limitierender Faktor auf langen Verbindungsstücken, fügt sich aber in die Logik einer für den Wettkampf konzipierten Maschine ein – nicht für das Touring. Ihr Publikum sind Vereinsfahrer im Enduro-Einsatz, Teilnehmer an nationalen Wettbewerben, die eine straßenzugelassene Maschine mit den Komponenten einer ernsthaften Vorbereitung wollen. Gegen eine Husqvarna FE 350 oder eine Beta RR 350 setzt die KTM auf das vollständige Paket und die im internationalen Wettkampf bewiesene Zuverlässigkeit – ein Argument, das nur wenige Hersteller mit so vielen Titeln im Rücken vorweisen können.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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