Schlüsselleistung
Technische Daten
- Leistung
- 50.0 ch @ 7000 tr/min (37.2 kW) → 50.0 ch @ 7000 tr/min (36.2 kW)
- Drehmoment
- 55.9 Nm @ 5500 tr/min → 56.0 Nm @ 5500 tr/min
- Kühlung
- Air → par air
- Steuerung
- — → Overhead Cams (OHC)
- Starter
- Electric → —
- Rahmen
- Double cradle, high tensile steel → Double berceau acier
- Getriebe
- 6-speed → boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chain (final drive) → Chaîne
- Vorderradbremse
- Single disc → Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Expanding brake (drum brake) → Freinage tambour Ø 160 mm
- Vorderreifen
- 100/90-19 → 100/90-19
- Hinterreifen
- 130/80-18 → 130/80-18
- Radstand
- — → 1455.00 mm
Motor
- Hubraum
- 675 cc
- Leistung
- 50.0 ch @ 7000 tr/min (36.2 kW)
- Drehmoment
- 56.0 Nm @ 5500 tr/min
- Motortyp
- Twin, four-stroke
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 8.7:1
- Bohrung × Hub
- 72 x 83 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Steuerung
- Overhead Cams (OHC)
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage tambour Ø 160 mm
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Vorderreifendruck
- 2.00 bar
- Hinterreifen
- 130/80-18
- Hinterreifendruck
- 2.25 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 800.00 mm
- Radstand
- 1455.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 215.00 kg
- Trockengewicht
- 195.00 kg
- Neupreis
- 6 999 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die Zeit, als das Fahren eines englischen Twins ebenso viel Freude auf der Straße wie Ärger in der Garage bedeutete? Die Nortons, BSAs und Triumphs der Sechziger hatten diesen rauen Charme, diese Ausstrahlung eines unrasierten Rockstars, aber sie ließen einen mit entwaffnender Regelmäßigkeit am Straßenrand stehen. Kawasaki hat die Lektion offensichtlich gut verstanden. Mit der W 650 wollte der Hersteller aus Akashi die Essenz jener goldenen Ära einfangen und gleichzeitig japanische Zuverlässigkeit einbringen. Die Wette ist aufgegangen, und die Kawasaki W 650 bleibt bis heute ein verführerisches Angebot für alle, die etwas anderes suchen als den reinen Kampf um Leistung.

Unter dem gepflegten Retro-Kleid verbirgt sich ein 675 cm³ großer Parallel-Twin mit 360-Grad-Kurbelwellenkröpfung, der 50 PS bei 7.000 U/min und ein Drehmoment von 56 Nm ab 5.500 Touren liefert. Von den Werten einer Sportmaschine ist man weit entfernt, und genau das ist der Reiz. Dieser Twin mit vier Ventilen pro Zylinder, einer Bohrung von 72 mm und einem Hub von 83 mm, bevorzugt den unteren und mittleren Drehzahlbereich. Er dreht lang, er schnurrt, er begleitet die Ausfahrt, ohne jemals zu drängeln. Das Fünfganggetriebe reicht vollkommen aus, um dieses gelassene Temperament auszuschöpfen, und die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h wird ohnehin nie das Thema sein. Man kauft keine Kawasaki W 650 Classic, um Rundenrekorde zu jagen.
Beim Fahrwerk nimmt ein Doppelschleifen-Stahlrahmen eine Telegabel mit 130 mm Federweg vorne und zwei seitliche Federbeine mit 105 mm hinten auf. Das ist klassisch und stimmig im Sinne der Maschine. Die Bremsanlage hingegen verrät ihre Konstruktionszeit: eine einzelne 300-mm-Scheibe vorne mit einem Zweikolben-Bremssattel und eine 160-mm-Trommelbremse hinten. Ausreichend für die 215 kg Gesamtgewicht vollgetankt, aber man sollte sich bei der Kurveneinfahrt nicht zum Helden aufspielen. Die Bereifung in 100/90-19 vorne und 130/80-18 hinten unterstreicht die entschieden oldschoolige Erscheinung. Die Sitzhöhe von 800 mm macht die Maschine für die meisten Staturen zugänglich.
Im Vergleich zur Triumph Bonneville derselben Ära, ihrer natürlichen Rivalin und erklärten Inspiration, spielt die W 650 eine andere Karte aus. Sie ist einige Kilo leichter, eine Spur weniger leistungsstark, aber vor allem deutlich günstiger. Neu für 6.999 Euro im Jahr 2003 angeboten, bot sie ein beeindruckendes Preis-Spaß-Verhältnis. Heute wird die Kawasaki W 650 gebraucht zu sehr vernünftigen Preisen gehandelt, oft um die 3.990 Euro für ein gepflegtes Exemplar. Gerade auf dem Gebrauchtmarkt entfaltet dieses Motorrad seinen vollen Sinn. Die einfache und robuste Mechanik mit einem moderaten Verdichtungsverhältnis von 8,7:1 bereitet im Alltag kaum Sorgen. Ersatzteile für die Kawasaki W 650 sind weiterhin ohne große Schwierigkeiten erhältlich.
Schön anzusehen mit ihren gepflegten Chromteilen und großzügigen Formen, richtet sich die Kawasaki W 650 vor allem an Liebhaber feiner Mechanik, die das Fahrvergnügen über reine Leistung stellen. Nostalgiker kommen ebenso auf ihre Kosten wie Motorradfahrer auf der Suche nach einer soliden Basis für ein Café-Racer- oder Scrambler-Projekt. Die Kawasaki W 650 in der Café-Racer-Version gehört zu den gelungensten Umbauten, die man bei Treffen zu sehen bekommt. Für einen Anfänger mit A2-Führerschein nach Drosselung oder für einen Tourenfahrer, der genug von Stummellenker hat, bietet diese Maschine eine entspannte Fahrphilosophie. Sie wird auf dem Leistungsprüfstand nie die Konkurrenz das Fürchten lehren, aber sie weiß daran zu erinnern, warum man einst ein Motorrad besteigen wollte: für das schlichte Vergnügen zu fahren, den Fahrtwind im Gesicht und den Klang eines sauber eingestellten Twins zwischen den Knien.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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