Schlüsselleistung
Technische Daten
- Hubraum
- 675 cc → 676 cc
- Bohrung × Hub
- 72 x 83 mm → 72.0 x 83.0 mm (2.8 x 3.3 inches)
- Kraftstoffsystem
- — → Carburettor
- Steuerung
- Single Overhead Cams (SOHC) → —
- Endantrieb
- Chaîne → Chain (final drive)
- Federweg vorne
- — → 130 mm (5.1 inches)
- Federweg hinten
- — → 85 mm (3.3 inches)
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons → Single disc
- Hinterradbremse
- Freinage tambour Ø 160 mm → Expanding brake
- Vorderreifen
- 100/90-19 → 100/90-H19
- Hinterreifen
- 130/80-18 → 130/80-H18
- Radstand
- — → 1455.00 mm
- Trockengewicht
- 195.00 kg → 196.00 kg
Motor
- Hubraum
- 676 cc
- Leistung
- 50.0 ch @ 7000 tr/min (36.5 kW)
- Drehmoment
- 56.0 Nm @ 5500 tr/min
- Motortyp
- Twin, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 8.7:1
- Bohrung × Hub
- 72.0 x 83.0 mm (2.8 x 3.3 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Carburettor
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau acier
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
- Federweg vorne
- 130 mm (5.1 inches)
- Federweg hinten
- 85 mm (3.3 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Single disc
- Hinterradbremse
- Expanding brake
- Vorderreifen
- 100/90-H19
- Vorderreifendruck
- 2.00 bar
- Hinterreifen
- 130/80-H18
- Hinterreifendruck
- 2.25 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 800.00 mm
- Radstand
- 1455.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 215.00 kg
- Trockengewicht
- 196.00 kg
- Neupreis
- 6 999 €
Übersicht
Was treibt einen japanischen Hersteller, König der Sportmaschinen und der kreischenden Vierzylinder, dazu, ein Motorrad zu entwerfen, das nach Rizinusöl und Londoner Cafés der Sechziger duftet? Mit der Kawasaki W 650 hat Akashi ein gewagtes Spiel versucht: den Geist der britischen Twins wiederzubeleben, ohne deren chronische Pannen zu erben. Und das Ergebnis, ab 1999 vermarktet und 2001 für 6 999 Euro angeboten, verdient durchaus einen genaueren Blick.

Der auf 360 Grad ausgelegte Zweizylinder mit 676 cm3 leistet 50 PS bei 7 000 U/min bei einem Drehmoment von 56 Nm, das bereits ab 5 500 Touren anliegt. Auf dem Papier ist das bescheiden. Auf der Straße sieht es anders aus. Dieser Twin mit vier Ventilen pro Zylinder, einer Bohrung von 72 mm und einem langen Hub von 83 mm setzt auf Charakter statt auf Leistung. Er schiebt von unten, rund und satt, mit einem tiefen Klang, der an die Triumph von einst erinnert, ohne jemals so zu vibrieren wie diese. Das Fünfganggetriebe erledigt seine Arbeit ohne besondere Genialität, aber der Kettenantrieb bleibt geschmeidig und berechenbar. Man sucht auf dieser Kawasaki W 650 keine reine Performance, man genießt jeden Kilometer in menschlichem Tempo, auch wenn der Tacho bis auf 178 km/h klettern kann.
Was das Fahrwerk betrifft, umrahmt der Stahl-Doppelschleifenrahmen den Twin mit ganz klassischer Schlichtheit. Die teleskophydraulische Gabel bietet vorne 130 mm Federweg, die beiden seitlichen Federbeine begnügen sich hinten mit 105 mm. Zusammen bringt das Ganze die Maschine auf 215 kg fahrfertig, bei einem 15-Liter-Tank, was die Reichweite auf langen Etappen einschränkt. Die Sitzbank auf 800 mm Höhe bleibt für die meisten Staturen erreichbar. Die Bremsanlage hingegen stellt den offensichtlichsten Schwachpunkt im Datenblatt dar: eine einzelne Scheibe vorne und eine Trommelbremse hinten. Gegenüber einer Triumph Bonneville T100, die bereits eine Doppelscheibe bot, zeigt die Kawasaki W 650 Classic in diesem Bereich ihr Alter. Die Felgen in 19 Zoll vorne und 18 Zoll hinten, bereift in 100/90 und 130/80, tragen zum Retro-Look bei, schränken aber die Auswahl an modernen Reifen ein.
Was den Reiz dieser Maschine ausmacht, ist ihre Fähigkeit, über das reine Fahren hinaus zu begeistern. Schön anzusehen, mit blitzendem Chrom und großzügigen Formen hervorragend verarbeitet, richtet sich die Kawasaki W 650 vor allem an Liebhaber schöner Mechanik, die Leidenschaft vor Leistung stellen. Nostalgiker kommen ebenso auf ihre Kosten wie jene, die eine zuverlässige und leicht beherrschbare Maschine suchen. Sie gefällt Anfängern durch ihre Sanftheit, Stadtfahrern durch ihre kompakten Abmessungen und inspirierten Schraubern, die sie gerne mit ein paar gezielten Umbauten zum Café Racer oder Scrambler verwandeln. Auf dem Gebrauchtmarkt bleibt die Kawasaki W 650 übrigens eine sichere Anlage: Die Preise liegen bei rund 3 990 Euro für ein Modell in gutem Zustand, und der Marktwert hält sich dank einer mechanischen Zuverlässigkeit, die Respekt einflößt. Ersatzteile findet man noch ohne größere Schwierigkeiten, und die technische Überprüfung offenbart in der Regel keine größeren Probleme, sofern die Wartung eingehalten wurde.
Die W 650 hat nie den Anspruch erhoben, mit den nervösen Roadstern oder den abenteuerlichen Enduros ihrer Zeit zu konkurrieren. Sie besetzt eine ganz eigene Nische, die des Genuss-Motorrads, der sonntäglichen Spazierfahrt, des täglichen Arbeitswegs, der zum Ritual wird. Kawasaki hat mit ihr bewiesen, dass man eine aufrichtige Neo-Retro bauen kann, ohne in die Karikatur abzugleiten oder die japanische Fertigungsqualität zu opfern. Fünfundzwanzig Jahre später sind die Meinungen zur Kawasaki W 650 einhellig: Es ist ein Motorrad, das gut altert, das mit der Zeit sogar an Wert gewinnt. Nicht das schnellste, nicht das am besten verzögerte, aber eines von denen, die man lange in der Garage behält. Und das ist unbezahlbar.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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