Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1901 cc
- Leistung
- 90.0 ch (66.2 kW)
- Drehmoment
- 162.7 Nm @ 2900 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 11.0:1
- Bohrung × Hub
- 103.2 x 113.0 mm (4.1 x 4.4 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Closed Loop Sequential Port injection, 54mm
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Cast Aluminum Frame with Integrated Air-Box
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Belt (final drive)
- Kupplung
- Gear Drive Wet Clutch
- Vorderradaufhängung
- KYB telescopic fork, 43 mm
- Hinterradaufhängung
- Dual Fox® Piggyback Shocks
- Federweg vorne
- 130 mm (5.1 inches)
- Federweg hinten
- 102 mm (4.0 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Brembo. Floating discs. 4 piston caliper.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Brembo. Floating Rotor. 2 piston caliper
- Vorderreifen
- 130/60-B19
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 180/65-B16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 686.00 mm
- Radstand
- 1640.00 mm
- Bodenfreiheit
- 150.00 mm
- Länge
- 2301.00 mm
- Breite
- 922.00 mm
- Höhe
- 1270.00 mm
- Tankinhalt
- 15.14 L
- Gewicht
- 310.70 kg
- Trockengewicht
- 301.60 kg
- Neupreis
- 21 990 €
Übersicht
Wer bei Indian hatte die Idee, das Wort „Sport" auf einen 310 kg schweren Cruiser zu kleben? Die Frage darf durchaus gestellt werden. Auf dem Papier wirkt die Indian Sport Chief 2023 wie ein rollendes Oxymoron. Die Amerikaner – zur Erinnerung – schicken Bagger auf die Rennstrecke, während Europa 200 kg leichte, PS-strotzende Hypersportler schärft. Zwei Weltanschauungen, zwei Philosophien. Und doch begnügt sich diese Sport Chief bei genauerem Hinsehen nicht mit einem Sportabzeichen auf einem umlackierten Tank. Die Grundlagenarbeit am Fahrwerk ist real, und genau das macht diese Maschine interessanter, als es den Anschein hat.

Die wesentliche Veränderung findet unter dem Lenkkopf statt. Indian hat die 43-mm-USD-Gabel von KYB übernommen, die auch die Challenger-Baureihe bestückt – eine Entscheidung, die das Vorderradverhalten grundlegend verändert. Der spektakulärste Zugewinn betrifft die Bremsanlage. Wo die Standard-Chief ihre 300 kg mit einer einzelnen Scheibe verzögert, setzt die Sport-Variante auf zwei schwimmend gelagerte Scheiben, die von radialen Brembo-Vierkolben-Sätteln gepackt werden. Der Unterschied in der Praxis ist erheblich. Am Heck ersetzen Fox-Piggyback-Dämpfer die Serieneinheiten und bieten zwar einen bescheidenen, aber ausreichenden Federweg, damit die Hinterradfederung mit einem Mindestmaß an Ernsthaftigkeit arbeitet. Der Lenkkopfwinkel wird steiler, das Motorrad lässt sich bereitwilliger in die Kurve dirigieren. Von einem Rennstreckengerät kann keine Rede sein, aber von einem Custom, der endlich einlenkt, ohne vorherige Verhandlungen.
Die Sitzposition bestätigt die Philosophie der Maschine. Der um 15 cm erhöhte Lenker, die skulptierte und dicke Sitzbank, die mittig am V-Twin platzierten Fußrasten: Alles bringt Sie in eine Power-Cruiser-Haltung, nicht in eine Kämpferposition. Vergessen Sie den Vergleich mit einem europäischen Roadster oder einem japanischen Streetfighter. Die Indian Sport Chief RT oder die Custom-Version richten sich an jene, die mit Charakter fahren wollen, nicht an Zeitenjäger. Die Bodenfreiheit von 150 mm und der Radstand von 1 640 mm setzen die Grenzen: Man lenkt ein, begleitet, brutalisiert nicht.
Unter dem Aluminiumgussrahmen spuckt der Thunderstroke 116 mit seinen 1 901 cc 90 PS und vor allem 162,7 Nm Drehmoment bereits bei 2 900 U/min. Dieser V-Twin mit zwei Ventilen pro Zylinder sucht keine Papierleistung. Sein Metier ist der sofortige, unmissverständliche Schub – die Art Motor, die Sie bei jedem Zwischenspurt in die Sitzbank presst, ohne jemals hochzudrehen. Der Riemenantrieb und das Sechsganggetriebe verrichten ihren Dienst unauffällig. Der 15-Liter-Tank begrenzt die Reichweite, besonders bei schwerem Gasgriff, aber die auf 180 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit legt nahe, dass dieses Motorrad nicht dafür gebaut ist, Autobahn zu fressen. Bei der Elektronik: keine Traktionskontrolle, kein Anti-Wheelie. Drei Motormappings, ein Brembo-ABS, schlüsselloses Starten, ein rundes TFT-Display mit dem Ride-Command-System für Navigation und Smartphone. Das Wesentliche, ohne überflüssigen Schnickschnack.
Für 21 990 Euro positioniert sich die Indian Sport Chief 2023 gegenüber der Harley-Davidson Low Rider ST und diversen Breakout in einem Segment, in dem der Preis mit dem Indian Sport Chief Zubehör schnell klettert. Sie erhebt nicht den Anspruch, einer Ducati Diavel oder einer BMW R 18 auf dem Terrain der reinen Sportlichkeit Paroli zu bieten. Ihr Versprechen ist subtiler: den Liebhabern amerikanischer Customs eine Fahrbasis zu bieten, die endlich straßentauglich bleibt, wenn der Asphalt anfängt, Kurven zu schlagen. Für einen überzeugenden Indian Sport Chief Test muss man den Vertrag akzeptieren. Es ist keine verkleidete Sportmaschine, sondern ein Cruiser, der beschlossen hat, nicht mehr zu schlurfen. Und in dieser sehr spezifischen Kategorie erfüllt er seine Mission mit einer mechanischen Ehrlichkeit, die erfrischend ist. Der Motorradfahrer, der eine muskulöse Tourenmaschine mit Nachdruck und Stil sucht, findet hier genug, um seine Wünsche zu befriedigen, ohne den Custom-Geist zu verraten. Alle anderen ziehen weiter, und das ist auch gut so.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
- Nombre de mode de conduite : 3
- Taille de l'écran TFT couleur : 10,16 cm / 4 pouces
- Indicateur de vitesse engagée
- Régulateur de vitesse
- Bluetooth
- Prise USB
- Démarrage sans clé
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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