Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1832 cc
- Leistung
- 110.0 ch @ 5000 tr/min (80.9 kW)
- Drehmoment
- 176.5 Nm @ 4500 tr/min
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 9.8:1
- Bohrung × Hub
- 74 x 71 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 32 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double poutre alu
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- fourche à parallélogramme, déb : 100 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 100 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 330 mm, étrier 3 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 336 mm, étrier 3 pistons
- Vorderreifen
- 150/60-18
- Hinterreifen
- 180/55-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 691.00 mm
- Tankinhalt
- 23.00 L
- Trockengewicht
- 360.00 kg
- Neupreis
- 30 375 €
Übersicht
Stellen Sie sich einen Honda-Designer vor, der nach einer durchwachten Nacht voller Science-Fiction-Filme in der Entwicklungsabteilung auftaucht – mit Skizzen, die niemand abzulehnen wagt. Das Ergebnis ist die Honda NRX 1800 Rune Valkyrie, ein außergewöhnlicher Cruiser, der 2005 in nur 1 200 Exemplaren pro Jahr produziert und ausschließlich für den nordamerikanischen Markt bestimmt war. Eine Maschine, die nichts im Katalog des japanischen Herstellers auch nur annähernd gleicht – und auch in keinem anderen.

Unter dieser wie ein Stück Art brut geformten Silhouette verbirgt sich der von der Gold Wing abgeleitete und eigens überarbeitete 1832-cm³-Boxermotor mit sechs Zylindern. Die Zahlen sprechen für sich: 110 PS bei 5 000 U/min und vor allem 176,5 Nm Drehmoment bereits bei 4 500 U/min, übertragen über einen Kardanantrieb und ein Fünfganggetriebe. Genug, um die 360 kg Trockengewicht auf bis zu 200 km/h zu beschleunigen – durchaus respektabel für einen Koloss dieses Kalibers. Der Sechszylinder-Boxer bietet eine Laufruhe, die amerikanische V-Twins schlicht nicht reproduzieren können. Der Klang baut sich auf wie ein atmosphärischer V8, bevor er in den oberen Drehzahlen in ein turbinenartiges Grollen übergeht. Ein akustisches Schauspiel für sich allein.
Der Aluminium-Brückenrahmen basiert auf der Gold Wing, doch das Ergebnis überrascht. Die Lenkung zeigt sich präzise, die Stabilität in Kurven wie auf der Geraden beruhigend. Ein kleiner Vorbehalt allerdings: Die wuchtigen Auspuffanlagen begrenzen den Schräglagenwinkel und rufen allzu enthusiastischen Fahrern rasch in Erinnerung, wo die Grenzen liegen. Das Fahrwerk setzt auf bewusste Kontraste. Hinten sorgt ein Zentralfederbein nach dem Vorbild der MotoGP-RC211V dafür, dass die Sitzhöhe auf 691 mm sinkt – ein Vorteil für kleinere Fahrer auf einer Maschine dieser Dimension. Vorne bevorzugt eine Parallelogrammgabel – eine Technologie aus den 1930er-Jahren – den Komfort bei einem kurzen Federweg von 100 mm. Die Bremsanlage mit zwei 330-mm-Scheiben vorn und einer 336-mm-Scheibe hinten, jeweils mit Dreikolben-Sätteln bestückt, wird der zu verzögernden Masse gerecht.
Die Honda NRX 1800 Rune Valkyrie richtet sich weder an Anfänger noch an Langstreckenfahrer, die Kilometer fressen. Ihr 23-Liter-Tank begrenzt die Reichweite, die niedrige Sitzposition und das kolossale Gewicht machen sie zu einem Gefährt für demonstrative Ausfahrten – geschaffen für Sonntagstouren und Treffen, bei denen man Eindruck hinterlassen will. Sie zielt auf Sammler, auf Liebhaber einzigartiger Stücke, die ein Motorrad suchen, das auf jedem Parkplatz den Atem raubt. Gegenüber einer Harley-Davidson V-Rod oder einer Triumph Rocket III derselben Ära spielt die Rune in einer eigenen Kategorie: weder wirklich Custom, noch wirklich Cruiser, sondern ein unklassifizierbares mechanisches Objekt. Die Verarbeitung grenzt an Goldschmiedekunst, jedes Detail verrät eine geradezu manische Sorgfalt in der Konstruktion.
Bleibt der Preis. Bei 30 375 Euro für ein Modell, das in Europa nicht einmal offiziell vertrieben wurde, fällt die Rechnung empfindlich aus. Doch eine Rune kauft man nicht aus Vernunft. Man kauft sie, weil kein anderes Motorrad auf der Welt ihr gleicht und weil Honda die Kühnheit besaß, sie in Serie zu produzieren. Zwanzig Jahre danach bleibt sie eine großartige Anomalie in der Geschichte des Herstellers – der Beweis, dass eine japanische Entwicklungsabteilung, wenn man ihr freie Hand lässt, etwas vollkommen Unvernünftiges erschaffen kann.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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