Schlüsselleistung
Technische Daten
- Leistung
- 140.0 ch @ 9500 tr/min (102.2 kW) → 124.0 ch @ 9500 tr/min (90.5 kW)
- Drehmoment
- 111.0 Nm @ 8000 tr/min → 102.0 Nm @ 8000 tr/min
- Kraftstoffsystem
- Injection. Marelli electronic fuel injection, 54 mm throttle body → Injection
- Starter
- Electric → —
- Rahmen
- Tubular steel trellis → Tubular ALS450 steel trellis
- Kupplung
- Dry multiplate with hydraulic control → —
- Federweg vorne
- 130 mm (5.1 inches) → 125 mm (4.9 inches)
- Federweg hinten
- 148 mm (5.8 inches) → 128 mm (5.0 inches)
- Länge
- — → 2095.00 mm
- Höhe
- — → 1090.00 mm
- Gewicht
- — → 199.00 kg
- Trockengewicht
- 186.00 kg → 197.00 kg
- Neupreis
- 17 195 € → 17 000 €
Motor
- Hubraum
- 998 cc
- Leistung
- 124.0 ch @ 9500 tr/min (90.5 kW)
- Drehmoment
- 102.0 Nm @ 8000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 11.4:1
- Bohrung × Hub
- 100.0 x 63.5 mm (3.9 x 2.5 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Steuerung
- Desmodromic valve control
Fahrwerk
- Rahmen
- Tubular ALS450 steel trellis
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Showa 43 mm upside-down fully adjustable fork with TiN surface treatment
- Hinterradaufhängung
- Progressive linkage with fully adjustable Showa monoshock
- Federweg vorne
- 125 mm (4.9 inches)
- Federweg hinten
- 128 mm (5.0 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Vorderreifendruck
- 2.10 bar
- Hinterreifen
- 190/50-ZR17
- Hinterreifendruck
- 2.20 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 780.00 mm
- Radstand
- 1420.00 mm
- Länge
- 2095.00 mm
- Höhe
- 1090.00 mm
- Tankinhalt
- 15.50 L
- Gewicht
- 199.00 kg
- Trockengewicht
- 197.00 kg
- Neupreis
- 17 000 €
Übersicht
Wie ersetzt man eine Ikone? Als Ducati die 999 im Jahr 2003 enthüllte, lag diese Frage auf aller Lippen. Tamburinis 916 hatte einen ästhetischen Maßstab gesetzt, den niemand anzufechten wagte. Also entschied sich Bologna für den Bruch. Das kantige, fast kubistische Design der Ducati 999 löste ein Beben in den Verkaufsräumen aus. Manche schrien Sakrileg. Andere erkannten, dass sich unter diesem polarisierenden Kleid, das mit der Akribie eines Luftfahrtingenieurs im Windkanal geformt wurde, eine Kampfmaschine verbarg. Die aufgesetzten Seitenverkleidungen, die auf den ersten Blick irritieren, tragen tatsächlich zu einer deutlich verbesserten Windschnittigkeit bei. Seltsam, ja. Aber ungeheuer effektiv.

Nehmen Sie auf der Sitzbank Platz, nur 780 mm über dem Boden, und die erste Erkenntnis drängt sich auf: Diese Ducati 999 von 2004 hat nichts mehr vom Folterinstrument, das die 916 und 998 sein konnten. Die Sitzposition erweist sich als weniger auf das Vorderrad gedrückt, die Handgelenke atmen hinter neu positionierten Stummellenker, und der Oberkörper findet eine für eine italienische Sportmaschine dieses Kalibers ungewohnte Bewegungsfreiheit. Bei der Einsitzerversion lässt sich die Position der Sitz-Tank-Einheit sogar um 10 mm verstellen. Die Fußrasten bieten fünf Einstellpositionen, der Nachlaufwinkel bleibt veränderbar, die Rückspiegel lassen sich mit einem Handgriff für Trackdays abclipsen. Selten hat ein Serienmotorrad derart mit dem Lastenheft einer Werksmaschine geliebäugelt. Das digitale Cockpit vollendet die Inszenierung: Wir schreiben 2004, und Ducati hat einen klaren technologischen Kurswechsel vollzogen.
Der Gitterrohrrahmen aus ALS450-Stahl bleibt der bolognesischen Tradition treu, doch die klassische Zweiarmschwinge ersetzt die legendäre Einarmschwinge. Eine Entscheidung, die bei den Puristen für Zähneknirschen sorgte, aber durch einen Zugewinn an Steifigkeit und eine ausgesprochen beruhigende Kurvenstabilität kompensiert wird. Auf der Rennstrecke offenbart die Ducati 999 ein verwandeltes Temperament. Wo die 998 einen muskulösen Fahrstil verlangte, geprägt von Antizipation und körperlichem Nachdruck, um die Maschine in die Kurve zu zwingen, antwortet die 999 mit einer Spontaneität, die alles verändert. Man kann spät bremsen, das Motorrad am Kurveneingang ruppig behandeln, am Ausgang kräftig ans Gas gehen. Sie steckt es klaglos weg. Die Präzision bleibt chirurgisch, typisch Ducati, aber das Vergnügen wird mit weniger Verkrampfung in den Unterarmen erlebt.
Der V-Twin Testastretta mit 998 cc entwickelt 124 PS bei 9 500 U/min und vor allem 102 Nm Drehmoment bei 8 000 Touren. Bereits aus mittleren Drehzahlen großzügig, entfaltet er jenseits von 7 500 U/min eine ganz andere Dimension, wo der Schub unverblümt und gierig bis in den roten Bereich wird. Das Datenblatt vermeldet 275 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die Bremsanlage mit doppelter Bremsscheibe vorn bietet ein beruhigendes Feedback und überzeugende Verzögerung, auch wenn die Standzeit der Beläge bei längeren Rundstrecken-Sessions ein aufmerksames Auge verdient. Das Sechsganggetriebe erledigt seine Arbeit ohne besonderen Glanz, der Kettenantrieb bleibt eine logische Wahl für diese Kategorie. Der 15,5-Liter-Tank erzwingt regelmäßige Stopps, ein Punkt, den man bei intensiven Trackdays im Auge behalten sollte. Das Gewicht von nur 199 kg fahrfertig bei einem Radstand von 1 420 mm trägt zu dieser neuen Agilität bei. Täuschen Sie sich dennoch nicht: Gegenüber einer Aprilia RSV 1000 R bewahrt die 999 jenen Ducati-Charakter, der Einsatz verlangt. Das ist kein zahmes japanisches Fahrrad. Es ist eine Italienerin, die bereit ist zusammenzuarbeiten, vorausgesetzt der Fahrer erfüllt seinen Teil des Vertrags.

Zum Neupreis von 17 000 Euro im Jahr 2004 positionierte sich die Ducati 999 angesichts der eingeflossenen Weiterentwicklungen aggressiv. Die Ducati 999 S mit ihrem auf 136 PS erstarkten Twin und Öhlins-Federung verlangte 4 000 Euro Aufpreis für einen substanziellen Qualitätssprung. Die Ducati 999 R, den Anspruchsvollsten vorbehalten, trieb den Maßstab noch weiter. Heute stellt eine gebrauchte Ducati 999 eine ernsthafte Gelegenheit für all jene dar, die eine charakterstarke italienische Sportmaschine suchen, sei es in schlichtem Schwarz oder in der zum Sammlerstück gewordenen Fila-Lackierung. Manche verwandeln sie sogar mit wechselhaftem Erfolg in einen Ducati 999 Cafe Racer. Ob für die Straße, die Rennstrecke oder die Garage als Stück Geschichte bestimmt – diese Phase 2 des bolognesischen Superbikes bleibt eine Maschine der Überzeugung. Nicht die schönste Ducati, die je gebaut wurde, gewiss. Aber vielleicht die dynamisch ausgereifteste ihrer Generation.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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