Schlüsselleistung
Technische Daten
- Rahmen
- Tubular ALS450 steel trellis → Treillis tubulaire en acier
- Vorderradaufhängung
- Showa 43 mm upside-down fully adjustable fork with TiN surface treatment → Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 125 mm
- Hinterradaufhängung
- Progressive linkage with fully adjustable Showa monoshock → Mono-amortisseur, déb : 128 mm
- Sitztyp
- — → Selle biplaces
- Gewicht
- 199.00 kg → 215.00 kg
- Trockengewicht
- 197.00 kg → 199.00 kg
Motor
- Hubraum
- 998 cc
- Leistung
- 124.0 ch @ 9500 tr/min (90.5 kW)
- Drehmoment
- 102.0 Nm @ 8000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 11.4:1
- Bohrung × Hub
- 100.0 x 63.5 mm (3.9 x 2.5 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Steuerung
- Desmodromic valve control
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 125 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 128 mm
- Federweg vorne
- 125 mm (4.9 inches)
- Federweg hinten
- 128 mm (5.0 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Vorderreifendruck
- 2.10 bar
- Hinterreifen
- 190/50-ZR17
- Hinterreifendruck
- 2.20 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 780.00 mm
- Sitztyp
- Selle biplaces
- Radstand
- 1420.00 mm
- Länge
- 2095.00 mm
- Höhe
- 1090.00 mm
- Tankinhalt
- 15.50 L
- Gewicht
- 215.00 kg
- Trockengewicht
- 199.00 kg
- Neupreis
- 17 000 €
Übersicht
Wie ersetzt man eine Ikone? Als Ducati 2003 die 999 enthüllte, lag diese Frage allen auf den Lippen. Tamburinis 916 hatte einen derartigen ästhetischen Meilenstein gesetzt, dass jede Nachfolgerin mit einem Handicap an den Start ging. Borgo Panigale entschied sich für den Bruch statt für Kontinuität, und das Ergebnis spaltete die Gemüter. Massivere Linien, Wegfall der Einarmschwinge, die Schalldämpfer unter der Sitzbank wichen einem klassischen seitlichen Auspuff. Die Puristen knirschten mit den Zähnen. Doch hinter dieser im Windkanal geformten Verkleidung verbirgt sich eine Kampfmaschine. Die Ducati 999 2003 besitzt vielleicht nicht die Eleganz ihrer Vorgängerin, macht dies aber durch beeindruckende Effizienz und ein auf die Rennstrecke zugeschnittenes Datenblatt wett.

Der V-Twin Testastretta mit 998 cc leistet 124 PS bei 9 500 U/min und 102 Nm Drehmoment bei 8 000 Touren. Ehrliche Werte für die damalige Zeit, ohne gegenüber der japanischen Konkurrenz zu dominieren. Doch die nackten Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte. Dieser desmodromische Zweizylinder besitzt einen Charakter, den die japanischen Vierzylinder nicht nachahmen können. Bereits ab mittleren Drehzahlen großzügig, gewinnt er oberhalb von 7 500 Touren eine völlig neue Dimension und zieht mit Wut bis in den roten Bereich. Das Verdichtungsverhältnis von 11,4:1, die Bohrung von 100 mm und der kurze Hub von 63,5 mm bestätigen die sportliche Berufung des Triebwerks. Die Ducati 999 S schiebt den Regler dank schärferer Abstimmung und Öhlins-Federung auf 136 PS, für jene, die sich dem Niveau der werkseitigen Ducati 999 R annähern wollen. Auf dem Gebrauchtmarkt bleiben diese S- und R-Versionen bei Sammlern und Rennstreckenfahrern äußerst begehrt.
Was beim Besteigen dieser Italienerin am meisten auffällt, ist der Philosophiewechsel gegenüber den Modellen 916 und 998. Die Sitzposition erweist sich als weniger belastend für die Handgelenke. Die Sitzbank, mit nur 780 mm Höhe, senkt den Schwerpunkt und gibt im Stand Sicherheit. Die in fünf Positionen verstellbaren Fußrasten, der einstellbare Nachlaufwinkel und sogar die Möglichkeit, die Position Sitzbank-Tank in der Einsitzerversion um 10 mm zu verändern, bringen diese Seriensportlerin einem echten Rennprototyp nahe. Der Stahlgitter-Rohrrahmen, Markenzeichen Bolognas, nimmt eine 43-mm-Upside-down-Gabel und ein Zentralfederbein mit 125 bzw. 128 mm Federweg auf. Das Ganze bei 199 kg trocken, also 215 kg fahrfertig mit einem 15,5-Liter-Tank. Kein Leichtgewicht, aber die Steifigkeit der neuen klassischen Zweiarmschwinge bringt eine Kurvenstabilität, die der alten Plattform fehlte.
Auf der Rennstrecke zeigt sich die Ducati 999 intuitiver als ihre Vorgängerinnen. Wo die 998 einen kraftvollen und vorausschauenden Fahrstil verlangte, akzeptiert die 999 späte Linienwechsel und beherztes Gasaufziehen am Kurvenausgang mit einer für eine Italienerin dieses Kalibers überraschenden Gutmütigkeit. Die Bremsanlage mit doppelter Bremsscheibe vorne bietet ein gutes Feedback am Hebel, auch wenn die Standzeit der Originalbeläge bei intensivem Einsatz im Auge behalten werden sollte. Im Vergleich zur Aprilia RSV 1000 R, ihrer direkten Rivalin, bleibt die Ducati in Schräglage weniger agil, gleicht dies aber durch chirurgische Präzision und überlegene Traktion am Kurvenausgang aus. Suchen Sie keinen Vergleich mit den Japanerinnen jener Ära – das Register ist grundlegend ein anderes.

Mit einem Neupreis von 17 000 Euro bei Markteinführung stellte die 999 eine beträchtliche, aber angesichts ihres Ausstattungsniveaus und ihrer Einstellmöglichkeiten stimmige Investition dar. Rechnen Sie 4 000 Euro zusätzlich für die Ducati 999 S 2005 oder die Jahrgänge Ducati 999 2005 und 2006 der Phase 2, die willkommene ästhetische und technische Korrekturen brachten. Heute bleibt eine gebrauchte Ducati 999 gut auffindbar, auch auf Kleinanzeigenportalen, und die Preise schwanken je nach Zustand und Version stark. Die Ducati 999 Fila Lackierung in Rot-Weiß ist zum Sammlerstück geworden. Manch ein Besitzer verwandelt sie in einen Ducati 999 Cafe Racer – Beweis dafür, dass diese mechanische Basis nach wie vor inspiriert. Schwarz, rot oder in Rennfarben: Die 999 hat ästhetisch nie Einstimmigkeit erzielt. Aber auf der Rennstrecke und in der Superbike hat sie die Skeptiker zum Schweigen gebracht. Das ist vielleicht die beste Zusammenfassung ihres Charakters: eine Ducati, die man sich verdienen muss, die den anspruchsvollen Fahrer belohnt und die weitaus besser altert, als ihre Kritiker es vorhergesagt hatten.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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