Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 999 cc
- Leistung
- 150.0 ch @ 9750 tr/min (107.7 kW)
- Drehmoment
- 108.9 Nm @ 8000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 12.5:1
- Bohrung × Hub
- 104.0 x 58.8 mm (4.1 x 2.3 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection. Marelli electronic fuel injection, 54 mm throttle body
- Steuerung
- Desmodromic valve control
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Tubular steel trellis
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Kupplung
- Dry multiplate with hydraulic control
- Vorderradaufhängung
- Öhlins 43 mm upside-down fully adjustable fork with TiN surface treatment, for radial calipers
- Hinterradaufhängung
- Progressive linkage with fully adjustable Öhlins monoshock
- Federweg vorne
- 120 mm (4.7 inches)
- Federweg hinten
- 128 mm (5.0 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Vorderreifendruck
- 2.10 bar
- Hinterreifen
- 190/50-ZR17
- Hinterreifendruck
- 2.20 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 780.00 mm
- Radstand
- 1420.00 mm
- Tankinhalt
- 15.50 L
- Trockengewicht
- 181.00 kg
- Neupreis
- 30 000 €
Übersicht
Was unterscheidet ein außergewöhnliches Sportmotorrad von einem einfach schnellen Motorrad? Manchmal genügt ein einziger Jahrgang. Die Ducati 999 R in der Version 2006 verkörpert dieses obsessive Streben nach Leistung, getrieben bis an die äußersten Grenzen. Bologna hat nachgebessert, Unzulänglichkeiten beseitigt und eine noch schärfere Maschine als die Vorgängerin abgeliefert. Wir sprechen hier von einer für die Straße homologierten Superbike, einem Renngerät, das durch ein Paar Blinker und einen Scheinwerfer nur notdürftig zivilisiert wurde.

Der V-Twin mit 999 cc leistet nun 150 PS bei 9750 U/min, also 11 mehr als der vorherige Jahrgang. Das Drehmoment steigt auf 108,9 Nm bei 8000 Touren. Um diese zusätzlichen Pferdestärken herauszukitzeln, haben die italienischen Ingenieure den Zylinderkopf grundlegend überarbeitet. Titanventile mit vergrößertem Durchmesser, Verdichtungsverhältnis auf 12,5:1 angehoben, Motorelektronik neu programmiert. Das Ergebnis spürt man bereits im mittleren Drehzahlbereich, wo der Twin kräftig und gleichmäßig schiebt, bevor er in den letzten tausend Touren regelrecht explodiert. Im Vergleich zu einer Aprilia RSV 1000 R oder einer Honda CBR 1000 RR derselben Ära spielt die Ducati eine andere Partitur. Weniger Drehzahl, mehr Charakter. Dieser Zweizylinder hat eine Stimme, eine Persönlichkeit, die die japanischen Vierzylinder kaum nachahmen können.
Beim Fahrwerk bleibt der Stahl-Gitterrohrrahmen der Tradition aus Bologna treu. Die vollständig einstellbaren Öhlins-Federelemente mit 43-mm-USD-Gabel und TiN-Beschichtung stecken selbst die härtesten Belastungen klaglos weg. Die Schwinge wurde verstärkt und ihre Achsaufnahme auf Aluminium umgestellt. Der großzügige Einsatz von Carbon für die Verkleidung und zahlreiche Anbauteile hält das Trockengewicht bei 181 kg. Das ist bemerkenswert leicht für eine Maschine dieses Hubraums in jener Epoche. Die neu gestaltete Scheibe gewinnt an Höhe – ein Detail, das Fahrer auf den langen Geraden zu schätzen wissen, wenn der Tacho mit 285 km/h flirtet. Der Radstand von 1420 mm und die niedrige Sitzhöhe von 780 mm begünstigen eine engagierte, fast instinktive Fahrweise in Schräglage.
Die überarbeitete Verkleidung im Bereich des Gabelkopfs verliert ihre früheren oberen Lufteinlässe. Das Design von Terblanche polarisiert nach wie vor. Manche finden diese Front zu untypisch im Vergleich zur legendären 916. Andere sehen darin eine eigenständige Identität, eine bewusste ästhetische Entscheidung. Wer das technische Datenblatt der Ducati 999 R studiert, erkennt, dass jede Konstruktionsentscheidung der Performance dient. Der 15,5-Liter-Tank erfordert auf der Rennstrecke eine gewisse Disziplin, aber dieses Motorrad hat nie den Anspruch erhoben, ein Tourenfahrzeug zu sein.
Was kostet eine Ducati 999 R? Bei Markteinführung musste man rund 30 000 Euro auf den Tisch legen. Ein Preis, der sie klar außerhalb der Reichweite des durchschnittlichen Motorradfahrers platzierte. Die Produktion war vertraulich, mit kaum einer Handvoll Exemplaren für den französischen Markt. Heute gleicht die Suche nach einer gebrauchten Ducati 999 R einer Schatzsuche. Exemplare in gutem Zustand werden zu stabilen Preisen gehandelt, getragen von der Wertentwicklung italienischer Sportmotorräder dieser Generation. Die Fila-Version mit ihrer unverkennbaren Rennlackierung treibt die Gebote noch weiter in die Höhe. Diese Maschine richtet sich an kenntnisreiche Enthusiasten, an Fahrer, die ein reinrassiges Sportmotorrad mit einem Charakter suchen, den die heutigen Standards weitgehend sterilisiert haben. Die 999 R ist kein einfaches Motorrad, weder komfortabel noch vielseitig. Sie ist genau das, was sie vorgibt zu sein: ein reinrassiges Rennpferd, das sich herablässt, auf der Straße zu fahren. Und genau deshalb fasziniert sie noch immer.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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