Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 996 cc
- Leistung
- 112.0 ch @ 9250 tr/min (82.5 kW)
- Drehmoment
- 96.0 Nm @ 7000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 11.5:1
- Bohrung × Hub
- 98.0 x 66.0 mm (3.9 x 2.6 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis tubulaire en tube d\'acier
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 127 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 130 mm
- Federweg vorne
- 127 mm (5.0 inches)
- Federweg hinten
- 130 mm (5.1 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Dual disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 120/60-ZR17
- Hinterreifen
- 190/50-ZR17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 790.00 mm
- Radstand
- 1410.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Trockengewicht
- 198.00 kg
- Neupreis
- 15 408 €
Übersicht
Als Massimo Tamburini seine Stifte auf dem Zeichenbrett der 916 ansetzte, konnte er nicht ahnen, dass seine Schöpfung die Maßstäbe italienischer Sportmotorräder für eine ganze Generation neu definieren würde. Die Ducati 996, die 1998 erschien und bis 2002 produziert wurde, ist nichts anderes als die logische Weiterentwicklung dieses Meisterwerks. Carl Fogarty trug sie an die Spitze der Superbike-Weltmeisterschaft, und diese Rennsport-Aura haftet noch immer an ihrer Verkleidung wie der Geruch von Rizinusöl an einer Rennfahrer-Lederkombi. Im Jahr 2001 bleibt die Ducati 996 dem ursprünglichen Rezept treu. Der desmodromische V-Twin mit 996 cc leistet 112 PS bei 9.250 U/min und vor allem 96 Nm Drehmoment bei 7.000 Touren. In diesem Drehzahlbereich hat der Zweizylinder gegenüber der 916 zugelegt: mehr Schub am Kurvenausgang, mehr direkter Vortrieb, wenn man in Schräglage wieder ans Gas geht.

Der Rest des Datenblatts der Ducati 996 ist unverändert geblieben, und niemand beklagt sich darüber. Der Gitterrohrrahmen aus Stahl, Markenzeichen aus Bologna, umhüllt diesen Twin mit chirurgischer Präzision. Die 43-mm-Upside-down-Gabel bietet 127 mm Federweg, das Zentralfederbein hinten 130 mm. Es ist straff, auf die Rennstrecke abgestimmt, und auf kurvenreicher Landstraße verhält sich die Maschine wie ein Skalpell. Man muss sie am Kurveneingang mit Nachdruck kommandieren, sie fast hineinzwingen, doch einmal auf ihrer Linie eingelenkt, hält sie die Spur mit verblüffender Stabilität. Der kurze Radstand von 1.410 mm und das niedrige Trockengewicht von 198 kg tragen maßgeblich dazu bei. Im Vergleich mit einer Honda VTR 1000 SP1 oder einer Aprilia RSV Mille derselben Ära spielt die Ducati die Karte der chirurgischen Präzision statt roher Leistung.
Doch eine 996 zu fahren will verdient sein. Die Sitzhöhe von 790 mm wirkt auf dem Papier bescheiden, dennoch ist die Sitzposition radikal. Abgeknickte Handgelenke, der Oberkörper weit nach vorne gebeugt, die Oberschenkel fest an den 17-Liter-Tank gepresst. Auf einer Strecke von mehr als hundert Kilometern protestiert der Rücken und die Unterarme werden heiß. Das ist keine verkleidete Tourenmaschine, das ist ein reines Pilotengerät. Die sechs Gänge rasten sauber ein, der Kettenantrieb bleibt direkt, die Doppelscheibenbremse vorne beißt mit Überzeugung zu. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h platziert das Tier für einen Twin im oberen Bereich, auch wenn die japanischen Vierzylinder jener Zeit höhere Zahlen vorweisen konnten. Die Ducati 996 lässt sich nicht auf nackte Daten reduzieren. Man erlebt sie durch den dumpfen Klang ihres Unterverkleidungs-Auspuffs, durch die Vibrationen des V2, die in die Fußrasten aufsteigen, durch dieses Gefühl, ohne Filter und ohne Assistenz direkt mit der Mechanik verbunden zu sein.
Auf dem Gebrauchtmarkt für die Ducati 996 variieren die Preise stark je nach Zustand und Version. Die 996 S, die 996 SPS oder die begehrte Ducati 996 R verzeichnen stetig steigende Bewertungen. Die Standardversion, zum Katalogpreis von 15.408 Euro im Jahr 2001, wird heute zu Preisen gehandelt, die ihren Status als zukünftiger Klassiker widerspiegeln. Gelegentlich begegnet man einer gelben Ducati 996, die an die durch den Film populär gewordene Matrix-Version erinnert, oder dezentere Exemplare im traditionellen Ducati-Rot. Die Ducati 996-Umlenkwippe, charakteristisches Bauteil der Einarmschwinge, gehört zu jenen technischen Details, die die Leidenschaft der Sammler befeuern. Was die Ducati 996 S4R oder die 996 Monster betrifft, beweisen sie, dass dieser Motor weit über den sportlichen Rahmen hinaus gewirkt und die gesamte Palette aus Borgo Panigale durchdrungen hat.

Die Ducati 996 der Jahrgänge 1999, 2000 oder 2001 bleibt ein radikales Angebot, vorbehalten für Piloten, die bereit sind, ihre Einschränkungen zu akzeptieren – im Gegenzug für Fahrerlebnisse, die nur wenige Maschinen bieten können. Sie ist weder ein Anfängermotorrad noch ein komfortables Wochenendspielzeug. Sie ist ein Objekt mechanischer Leidenschaft, für die Kurve geschliffen und für die Rennstrecke erdacht, das denjenigen belohnt, der sich die Zeit nimmt, sie zu zähmen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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