Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 898 cc
- Leistung
- 148.0 ch @ 10750 tr/min (106.7 kW)
- Drehmoment
- 99.0 Nm @ 9000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 12.5:1
- Bohrung × Hub
- 100.0 x 57.2 mm (3.9 x 2.3 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection. Electronic fuel injection system. Single injector per cylinder. Full ride-by-wire elliptical throttle bodies.
- Steuerung
- Desmodromic valve control
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Monocoque Aluminium
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Kupplung
- Wet multiplate clutch with hydraulic control
- Vorderradaufhängung
- Fully adjustable BPF forks. 43 mm chromed inner tubes
- Hinterradaufhängung
- Fully adjustable unit. Aluminum double-sided swingarm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Floating discs. Four-piston calipers. Radially mounted.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Two-piston calipers.
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Hinterreifen
- 180/60-ZR17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 830.00 mm
- Radstand
- 1426.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Gewicht
- 193.00 kg
- Trockengewicht
- 169.00 kg
- Neupreis
- 15 790 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die 848, jenes Eingangstor zur Superbike-Welt aus Bologna? Die Ducati 899 Panigale 2014 tritt ihre Nachfolge mit einem klaren Ziel an: die Panigale-Linie zu demokratisieren, ohne sie zu verfälschen. Wo die 1199 als unangefochtene Königin des Superbike-Segments thront, positioniert sich die 899 als zugängliche Sportlerin im Katalog. Zugänglich, ja. Zahm, keineswegs. Ihr Superquadro-V-Twin mit 898 cc leistet 148 PS bei 10 750 U/min und 99 Nm Drehmoment bei 9 000 Touren. Für einen Zweizylinder unter der 900-cc-Marke ist das eine Leistung, die so manchen japanischen Vierzylinder derselben Ära erröten lassen würde. Die überquadratischen Maße von 100 mm Bohrung bei 57,2 mm Hub verraten ein auf hohe Drehzahlen ausgelegtes Temperament, mit einem Verdichtungsverhältnis von 12,5:1, das keinerlei Kompromisse bei der Kraftstoffqualität duldet.

Auf der Straße zeigt die Ducati 899 Panigale ein vielseitigeres Temperament als ihre große Schwester. Ihr etwas dickerer Sitz, die neu abgestimmte Sekundärübersetzung und ihre 193 kg fahrfertig machen sie alltagstauglich. Sie ist eine Sportlerin, die sich in der Stadt bewegen lässt, ohne jede rote Ampel zur Folter für die Handgelenke werden zu lassen. Doch man täusche sich nicht: Mit einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h und einem von der 1199 übernommenen Aluminium-Monocoque-Chassis bleibt sie eine für die Rennstrecke geschnittene Maschine. Die Gewichtsverteilung von 52 % vorne und 48 % hinten ist mit der des Superbike-Modells identisch. Der Rahmen bildet eine Einheit mit den Motorgehäusen – eine Architektur, die die Massen konzentriert und den Schwerpunkt absenkt.
Bei den Federungselementen hat Ducati pragmatische Entscheidungen getroffen. Die 43-mm-Showa-BPF-Gabel ersetzt die 50-mm-Marzocchi der 1199. Der seitlich montierte Sachs-Federbein bleibt vollständig einstellbar und wirkt in seiner versetzten Anordnung visuell eindrucksvoll. Für die Bremsanlage kommen radial verschraubte Brembo-Monoblock-Sättel M4-32 zum Einsatz – eine Stufe unter den M50 der großen Schwester, aber kombiniert mit einem dreistufig programmierbaren Bosch-ABS und einer EBC-Motorbremsregelung. Der erste ABS-Modus wirkt nur an der Vorderachse für den Rennstreckeneinsatz, der zweite fügt eine Anti-Stoppie-Funktion hinten hinzu, der dritte maximiert die Stabilität. Drei Fahrmodi vervollständigen das elektronische Arsenal: Race gibt die vollen 148 PS mit direktem Gasansprechverhalten frei; Sport behält die volle Leistung bei, glättet aber die Gasannahme; Rain drosselt den Motor auf 110 PS bei maximaler Traktionskontrolle. Ein Quickshifter rundet die für damalige Verhältnisse recht großzügige Ausstattung ab.

Der Hauptkritikpunkt im Datenblatt der Ducati 899 Panigale betrifft die Schwinge. Die markante Einarmschwinge, die der 1199 so viel Eleganz verleiht, weicht einer klassischen Zweiarmschwinge aus Aluminium. Die Linie büßt dadurch an Persönlichkeit ein. Gleiches gilt für das Cockpit: Statt des prächtigen TFT-Displays der großen Panigale wählte Ducati ein LCD mit Balkenanzeige aus dem Erbe der 1198 und 848. Einsparungen, die schwer zu schlucken sind, wenn man weiß, dass die direkte Konkurrenz – Triumph Daytona 675R oder MV Agusta F3 800 – in diesem Preissegment mehr Sorgfalt auf solche Details legte. Die Zuverlässigkeit der Ducati 899 Panigale erwies sich dennoch als ordentlich für einen Desmo-Twin, sofern die Wartungsintervalle eingehalten werden.
Mit 15 790 Euro im Jahr 2014 stellte der Preis der Ducati 899 Panigale eine erhebliche Investition dar – rund 1 000 Euro mehr als die 848, die sie ersetzte, aber über 3 000 Euro unter der Marke der 1199. Heute wird die Ducati 899 Panigale gebraucht zu Preisen gehandelt, die sie zu einem der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse im Supersport-Markt machen. Für den Motorradfahrer, der eine rasseechte Italienerin sucht, ohne das Budget oder die Kompromisslosigkeit eines Superbikes, bleibt die 899 eine relevante Wahl. Sie besitzt weder den mechanischen Adel ihrer großen Schwester noch die Raffinesse der Panigale 959, die ihr nachfolgen sollte, aber sie hat das Verdienst, den Panigale-Traum für ein breiteres Publikum greifbar gemacht zu haben. Sonntagsfahrer auf der Rennstrecke, anspruchsvolle Tourenfahrer, Liebhaber feiner italienischer Mechanik: An euch richtet sie sich.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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