Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 947 cc
- Leistung
- 130.0 ch (95.6 kW)
- Drehmoment
- 103.0 Nm @ 10500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 92.5 x 70.4 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 46 mm
- Starter
- électrique
- Euro-Norm
- Euro 5+
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis en tubes d'acier au chrome molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée WP Ø nc, déb : 147 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur WP, déb : 134 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Brembo Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons (Hypure)
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Brembo Ø 240 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 180/55-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 845.00 mm
- Sitztyp
- Selle biplaces
- Tankinhalt
- 15.70 L
- Gewicht
- 184.00 kg
- Neupreis
- 15 949 €
Übersicht
Als KTM die ausschließlich für die Rennstrecke konzipierte RC 8C 890 enthüllte, bissen sich die Straßenfahrer auf die Zähne. Ein wunderschönes Sportmotorrad, dem öffentlichen Asphalt verwehrt. Die Frustration hielt an, bringt aber endlich etwas Konkretes hervor: Die RC R 990 kommt auf die Straße, mit ihren Winglets, ihrem Gitterrohrrahmen und dem Anspruch, als Kurvenkillerin aufzutreten. Mattighofen kehrt nach Jahren der Abwesenheit in den Kreis der großen Sportmotorräder zurück, und der Zeitpunkt war längst überfällig. Die RC 125 und 390 als Aushängeschilder für Geschwindigkeit ins Feld zu führen, während man Prototypen in der MotoGP einsetzt – das war ein kaum noch haltbares Paradox.

Stilistisch hebt sich die RC R 990 deutlich von der aggressiven Linie der 1390er ab. Die Linien sind scharf, aber zurückhaltend, die Frontverkleidung schneidig, ohne ins Insektoide abzugleiten. Die aerodynamischen Anbauteile bleiben dezenter als bei der 8C, erzeugen bei hoher Geschwindigkeit dennoch beachtlichen Abtrieb. Das Gesamtbild strahlt eine echte sportliche Geschlossenheit aus, auch wenn manche Details die späte Homologation verraten: Die Blinker wirken wie in letzter Minute angebracht, und der Sozius-Platz ist eher ein Symbol als eine Einladung zum Reisen zu zweit.
Unter der Verkleidung steckt der bekannte LC8c-Reihenzweizylinder mit 947 cm3 aus der 990 Duke. Ein kompakter, leichter Block, der hier dank überarbeiteter Mappings 130 PS und 103 Nm Drehmoment bei 10.500 U/min leistet. Das ist ordentlich, sogar solide. Aber genau hier liegt auch der Knackpunkt. Die Yamaha R9 musste sich dieselbe Kritik gefallen lassen, als sie den Dreizylinder der MT-09 ohne Leistungssteigerung übernahm – und KTM tappt in dieselbe Falle. Sieben PS mehr als die Standard-Duke, null mehr als die Duke R. Für ein Sportmotorrad mit einem Preisschild von 15.949 Euro hätte man sich ein Mehr an mechanischem Charakter gewünscht, einen Hauch zusätzlicher Aggressivität, um die Verkleidung und die Sitzposition zu rechtfertigen.
Das Fahrwerk hingegen kennt keinerlei Kompromisse. Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl, in dem der Motor als tragendes Element arbeitet, Aluminium-Schwinge, WP-APEX-Federelemente mit vollständiger Einstellbarkeit inklusive High- und Low-Speed-Druckstufe am Federbein. Bei der Bremsanlage kommen die brandneuen radial montierten Brembo-Hypure-Vierkolbensättel zum Einsatz, die auf 320-mm-Scheiben zubeißen. Die serienmäßig aufgezogenen Michelin Power Cup 2 auf Felgen der 1390 Super Duke R erlauben es, ohne jede Änderung einen Trackday in Angriff zu nehmen. Die Fußrasten sind verstellbar, die Sitzhöhe liegt bei 845 mm, und die 184 kg fahrfertig bleiben vernünftig – auch wenn Nostalgiker der RC 8C mit ihren 142 kg trocken leicht die Stirn runzeln dürften.

Das Kapitel Elektronik verdient besondere Aufmerksamkeit, und nicht nur um deren Vorzüge zu loben. Vier Fahrmodi, Cornering-ABS, eine IMU-gesteuerte Traktionskontrolle, ein 8,8-Zoll-TFT-Display mit GPS-Navigation: Die Basis ist solide. Aber ein Quickshifter als Option bei einem Sportmotorrad dieses Kalibers ist schwer zu schlucken. Schlimmer noch: KTM bietet ein Track Pack und ein Tech Pack an, die für 1.500 Kilometer kostenlos freigeschaltet sind – danach kostenpflichtig. Das Prinzip der Testphase nach Art eines Software-Abonnements, angewandt auf ein Motorrad für knapp 16.000 Euro, sorgt für Unmut. Das Track Pack schaltet Launch Control, Telemetrie sowie Feineinstellungen für Traktions- und Wheelie-Kontrolle frei. Das Tech Pack fügt den besagten Quickshifter, den Tempomat und die einstellbare Motorbremse hinzu. Ausstattungen, die man sich schlicht serienmäßig wünschen würde.
KTM ergänzt das Angebot mit einer für die Rennstrecke abgespeckten RC R 990 Track und startet im Frühjahr 2026 einen europäischen Markenpokal, offen für beide Versionen, mit sechs Läufen und maximal fünfunddreißig Fahrern. Das Ökosystem ist darauf ausgelegt, den ambitionierten Hobbyfahrer abzuholen, der den Schritt in den Wettbewerb wagen will, ohne sich mit den Profis messen zu müssen. Auf dem Papier erfüllt die RC R 990 nahezu alle Kriterien eines modernen, gelungenen Sportmotorrads. Es fehlt ihr lediglich ein Motor, der etwas nachdrücklicher zuschlägt, und eine weniger knauserige Preispolitik bei der Ausstattung, um zur Selbstverständlichkeit gegenüber den Japanerinnen zu werden.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
- Nombre de mode de conduite : 4
- Taille de l'écran TFT couleur : 22,56 cm / 8.88 pouces
- Jantes aluminium
- Contrôle de traction
- Modes de conduite supplémentaires
- Centrale inertielle
- Repose-pieds réglables
- ABS déconnectable
- Bluetooth
- GPS
- Indicateur de vitesse engagée
- Jantes aluminium
- Winglets
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
- Pays de fabrication : Autriche
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