Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1170 cc
- Leistung
- 105.0 ch @ 7000 tr/min (77.2 kW)
- Drehmoment
- 112.8 Nm @ 5500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre à plat, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 11 : 1
- Bohrung × Hub
- 101 x 73 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 47 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier, moteur porteur
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 45 mm, déb : 270 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur et monobras Paralever, déb : 250 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 305 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 265 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 90/90-21
- Vorderreifendruck
- 2.20 bar
- Hinterreifen
- 140/80-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 920.00 mm
- Tankinhalt
- 13.00 L
- Gewicht
- 196.50 kg
- Trockengewicht
- 175.00 kg
- Neupreis
- 17 250 €
Übersicht
Wenn München beschließt, außerhalb der gewohnten Bahnen zu spielen, kommt dabei selten etwas Lauwarmes heraus. Als japanische Hersteller 2006 den Markt mit Supermotards für die breite Masse überschwemmten, schlugen die Bayern einen radikalen Weg ein: Ein kleines Team interner Enthusiasten sollte eine Maschine ohne kommerzielle Kompromisse entwickeln. Das Ergebnis trägt zwei Buchstaben und eine Zahl — HP2, für High Performance 2 Zylinder — und klingt wie eine Warnung.

Von der R 1200 GS zu diesem Ergebnis zu gelangen, grenzt fast an ein Kunststück. Der 1 170 cc große Boxermotor wurde von seiner Ausgleichswelle befreit und leistet nun 105 PS bei 7 000 U/min, mit 112,8 Nm Drehmoment, das bereits ab 5 500 U/min verfügbar ist. Doch das Gewicht ist das eigentlich Verblüffende: 175 kg trocken, mit allen Betriebsflüssigkeiten kaum mehr als 196 kg. Für einen Zweizylinder-Reiseenduro dieser Hubraumklasse bewegt man sich damit im Bereich japanischer Sportler — nicht der üblichen bayerischen Abenteurer. BMW hat offensichtlich entschieden, dass das Diktat des Kilogramms über allem anderen steht.
Das Fahrwerk verrät diese Obsession. Schluss mit dem Telelever, der hausinternen Signatur seit Jahrzehnten: Die HP2 trägt eine 45-mm-Upside-down-Gabel mit 270 mm Federweg — ein Wert, der mit der traditionellen Architektur unerreichbar wäre. Die Dämpfung ist federwegsabhängig ausgelegt, die Druckstufe bleibt von den Anti-Durchschlag-Einstellungen weitgehend unbeeinflusst, und die Tauchrohre erhalten eine robuste Oberflächenbehandlung, um den Anforderungen des Geländebetriebs standzuhalten. Hinten verlängert sich der Paralever-Arm gegenüber der GS um 30 mm, doch das Luftfederbein zieht die eigentliche Aufmerksamkeit auf sich: halb so schwer wie ein konventionelles Federbein, hitzefest, ohne Durchschlagen. Auf dem Papier elegant. Auf den Pisten bewährt.
Das Bremssystem beschränkt sich auf eine einzelne 305-mm-Scheibe mit Vierkolben-Bremssattel vorne, unterstützt von einer 265-mm-Scheibe mit Zweikolben-Sattel hinten, serienmäßig mit Stahlflexleitungen. Bei der Markteinführung ohne ABS — eine Einschränkung, die im Gelände nachvollziehbar ist, auf nassem Asphalt jedoch irritieren kann. Der durchsichtige 13-Liter-Tank ermöglicht einen Blick auf den Füllstand, was sich als nützlich erweist, wenn man weit von jeder Tankstelle entfernt unterwegs ist. Die Reichweite bleibt die Achillesferse der Maschine: Bei diesem Fassungsvermögen und diesem Motor muss man seine Etappen sorgfältig planen. Die verkürzte Auspuffanlage gewinnt an optischer Aggressivität, was sie an Länge und Masse verliert — zwei Kilogramm weniger — macht jedoch die Montage von Seitenkoffern unmöglich. Man wählt sein Lager.
Die HP2 wird mit einem vollständigen Schutzpaket geliefert: Motorschutzplatte, Handprotektoren, Windschild, Gehäuseschutz — BMW antizipiert den realen Einsatz. Zum Preis von 17 250 Euro im Jahr 2006 schließt das Angebot von vornherein Neugierige aus und spricht nur Überzeugte an. Diese Maschine richtet sich weder an Neulinge noch an bepackte Fernreisende; sie spricht erfahrene Fahrer an, die anspruchsvolles Terrain mit einem Referenzmotor unter sich angreifen wollen. Die Sitzhöhe von 920 mm bestätigt diese Positionierung: Es bedarf einer gewissen Statur und echter Beherrschung, um sich darauf wohlzufühlen. Mit der HP2 öffnete BMW eine Tür. Was sich hinter dieser Tür aufbauen ließ — eine Hochleistungsbaureihe, die auf andere Modelle übertragen wird, ähnlich dem, was die M-Reihe im Automobilbereich leistet — gab reichlich Stoff zum Träumen. Das Weitere gehört zur Geschichte der Marke.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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