Schlüsselleistung
Technische Daten
- Neupreis
- 14 999 € → 13 499 €
Motor
- Hubraum
- 1000 cc
- Leistung
- 167.0 ch @ 11500 tr/min (122.8 kW)
- Drehmoment
- 109.8 Nm @ 9500 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en V à 65°, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13 : 1
- Bohrung × Hub
- 78 x 52.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 48 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double poutre périmétrique en alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 130 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.30 bar
- Hinterreifen
- 190/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 835.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Trockengewicht
- 179.00 kg
- Neupreis
- 13 499 €
Übersicht
Als eine Superbike-Weltmeisterin ihre Verkleidung verliert, was bleibt dann übrig? Die Frage verdient eine ehrliche Antwort, denn die Antwort, die Aprilia mit der aprilia tuono 1000 v4 r aprc darauf gibt, ist gleichzeitig offensichtlich und brutal. Man nehme die RSV4, ziehe ihr die Hülle ab, montiere einen geraden Lenker, optimiere die Ergonomie für einen Sozius – und behalte strikt alles andere. Den doppelten Aluminium-Brückenrahmen, die 43-mm-Upside-down-Gabel, die radialen Vierkolben-Brembo-Sättel, die zwei 320-mm-Scheiben beißen. Nichts wandert in den Schrottcontainer. Das ist eine Ingenieurphilosophie, die den Kompromiss verweigert, und das spürt man schon beim ersten Blick auf diese Maschine, die im Zivilkleid erscheint, aber bis an die Zähne bewaffnet ist.

Der 65-Grad-V4 mit 999,6 cc dreht auf 167 PS bei 11.500 U/min – eine Handvoll weniger als die ursprüngliche Streckenversion. Dieses kalkulierte Opfer erklärt sich durch sorgfältige Arbeit am Drehmoment, das auf 109,8 Nm angehoben wurde und bereits ab 9.500 U/min verfügbar ist, dank einer trägereren Kurbelwelle und verlängerten Einlasskanälen, die das Ansprechverhalten im mittleren Drehzahlbereich füllen. Die ersten drei Gänge des Sechsganggetriebes sind enger gestuft. Das Ergebnis ist ein Motorrad, das einem in den Rücken fährt, noch bevor man den roten Bereich erreicht hat. Die Tuono mit einer Streetfighter V4 oder einer KTM Super Duke 1290 R zu vergleichen ist auf dem Papier legitim, doch im Einsatz spielt das Aprilia-V4 in einer eigenen Kategorie der Gewalt. Den Gasgriff im dritten Gang voll aufzureißen bedeutet, mit der Physik zu verhandeln – nicht gegen sie.
Was diese APRC-Version tatsächlich vom Standardmodell unterscheidet, ist die eingebaute Elektronikeinheit, direkt von der RSV4 Factory APRC SE geerbt. Das Aprilia Performance Ride Control vereint eine Traktionskontrolle mit acht Einstellstufen, eine regelbare Anti-Wheelie-Funktion, eine Launch-Control in drei Positionen und einen kupplungslosen Quickshifter beim Hochschalten. Die Traktionskontrolle geht sogar so weit, das Verhalten in Abhängigkeit vom montierten Reifen zu speichern – was sie technisch über viele Konkurrenzsysteme der damaligen Zeit stellt. Diese Assistenzsysteme machen das Motorrad nicht zahm; sie ermöglichen es lediglich, die 167 PS zu nutzen, ohne beim ersten Gasfehler in der Landschaft zu landen.

Um das alles in 179 kg Vollgetankt zu bändigen, hat Aprilia zwei Kilogramm am Auspuff und zwei weitere an den Felgen eingespart. Das entspricht exakt dem Trockengewicht der RSV4 Factory – was alles über das Niveau der Sorgfalt bei der Gewichtsoptimierung sagt. Die Geometrie wurde gegenüber der Basis-Sportlerin leicht überarbeitet: Lenkkopfwinkel auf 25 Grad gebracht, Gabelversatz um 10 mm erhöht, Radstand um 20 mm verlängert. Das Motorrad gewinnt an Stabilität, ohne an Agilität zu verlieren, wobei der um 5 mm im Rahmen abgesenkte Motor zur Absenkung des Schwerpunkts beiträgt. Die Sitzhöhe von 835 mm filtert natürlich Fahrer unter 1,75 m aus, doch die restliche Roadster-Ergonomie bleibt für den täglichen Einsatz vertretbar. Drei Motorkennfelder – Road, Sport und Track – erlauben es, den Charakter der Maschine je nach Stimmung oder Umgebung anzupassen.

Zum Markteinführungspreis von 13.499 Euro richtet sich die aprilia tuono 1000 v4 r aprc offensichtlich nicht an Anfänger. Sie zielt auf erfahrene Fahrer, die das Gefühl eines Hochleistungs-Sportmotorrads wollen, ohne die zusammengekauerte Position erdulden zu müssen. Für sie stellt sie wohl den bestgerüsteten Roadster des Segments im Jahr 2012 dar – vor einer Ducati Streetfighter 848 oder einer noch ausstehenden BMW S 1000 R. Für die anderen sei ehrlich gesagt: Diese Maschine ist eine permanente Einladung, die eigenen Grenzen zu überschreiten – und das ist nicht immer eine gute Nachricht.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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