Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 998 cc
- Leistung
- 118.0 ch @ 9250 tr/min (86.8 kW)
- Drehmoment
- 94.1 Nm @ 7000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 60°, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 10.8:1
- Bohrung × Hub
- 97 x 67.5 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- double poutre en alliage alu-magnésium
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- fourche téléhydraulique inversée , déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 130 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.40 bar
- Hinterreifen
- 180/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 815.00 mm
- Tankinhalt
- 21.00 L
- Gewicht
- 219.00 kg
- Trockengewicht
- 190.00 kg
- Neupreis
- 9 999 €
Übersicht
Wenn ein Hersteller einen Motor so weit beherrscht, dass er zum schlagenden Herz seiner Streckenbombe wird, ist die Versuchung groß, ihn anderswo einzubauen. Aprilia hat genau das mit dem 60°-V-Twin der RSV getan, und das Ergebnis nennt sich Aprilia SL 1000 Falco. Keine Hypersportlerin, keine echte GT, sondern etwas dazwischen: eine schlanke, gespannte Silhouette, Linien aus Noale, eine Italianità, die bis zur kleinsten Verkleidung beansprucht wird. Zum Einführungspreis von 9999 Euro richtete sich die Falco an Fahrer, die Charakter wollten, ohne den bewusst in Kauf genommenen Komfortverzicht einer reinrassigen Sportmaschine.

Der Motor wurde überarbeitet, um sein Drehmoment früher im Drehzahlband bereitzustellen. Es bleibt ein V-Zweizylinder mit 997,6 cc, Bohrung 97 mm, Hub 67,5 mm, Verdichtungsverhältnis 10,8:1, aber die 94,1 Nm liegen bei 7000 U/min an und die 118 PS spitzen bei 9250 U/min. Was die technischen Daten der Aprilia SL 1000 Falco betrifft, ergibt sich daraus ein Motorrad, das bereits beim Wiederanfahren kräftig schiebt, ohne dass man auf eine hochdrehende Nadel warten muss. Gegenüber einer Suzuki TL-S oder einer Honda VTR 1000 ist das Temperament vergleichbar, doch der Aluminium-Magnesium-Doppelrahmen der Falco verleiht ihr eine Steifigkeit und Leichtigkeit, die die Waage bestätigt: 190 kg trocken gegenüber 219 kg fahrfertig. Das ist gegenüber einer Konkurrenz, die oft mehr als 200 kg Leergewicht auf die Waage bringt, kein unerheblicher Vorteil.
Das Fahrwerk folgt einer sportlichen Logik: umgekehrte Telegabel mit 120 mm Federweg, hinteres Mono-Federbein mit 130 mm Federweg, vordere Bremsanlage mit zwei 320-mm-Scheiben, die von Vier-Kolben-Zangen gebissen werden. Das ist weit entfernt von der Ausstattung einer Reisemaschine – und das ist so gewollt. Die Sitzhöhe von 815 mm positioniert diese Maschine klar für mittlere bis große Körpergrößen, und die Sitzposition, höher als auf der RSV, erlaubt längere Etappen, ohne die Handgelenke zu malträtieren. Der 21-Liter-Tank unterstützt dieses Argument: Die Aprilia SL 1000 Falco kann Kilometer fressen, was der im Praxiseinsatz vernünftige Kraftstoffverbrauch der Aprilia SL 1000 Falco bestätigt.
Wo die Falco ihre Grenzen zeigt, ist beim Windschutz. Für eine Maschine, die Sport-GT-Ansprüche stellt, ist die Verkleidung unzureichend, sobald sich die Autobahn in die Länge zieht. Die Aprilia Futura aus derselben Modellpalette hatte diesen Punkt besser gelöst. Auch der Soziusplatz verdient eine nüchterne Erwähnung: Die hinteren Haltegriffe sind hübsch, aber wenig funktional, und die Doppelsitzbank wird nach 200 Kilometern keinen Couchersatz liefern. Es ist kein Reisemotorrad zu zweit, und das sollte man akzeptieren, bevor man kauft.
Dennoch bleibt die Aprilia SL 1000 Falco als Gebrauchtmotorrad heute ein sinnvoller Kauf. Die Versionen 2000, 2001, 2002, 2003 und 2004 teilen das Wesentliche der Mechanik, die bei regelmäßiger Wartung zuverlässig ist, und der Gebrauchtmarkt bietet Exemplare zu Preisen, die zum Nachdenken anregen. Das Sechsganggetriebe ist präzise, der Kettenantrieb problemlos. Liebhaber von Café Racern oder Fightern haben diese Maschinen gelegentlich umgebaut, und die Aprilia SL 1000 Falco als Café Racer oder Fighter ergibt optisch tatsächlich etwas sehr Sauberes – der Rahmen eignet sich gut dafür. Für die Drosselung der Aprilia SL 1000 Falco in Ländern mit entsprechenden gesetzlichen Vorgaben existieren Kits, die keine besonderen Schwierigkeiten bereiten.

Kurz gesagt: Die Falco ist kein perfektes Motorrad, aber ein ehrliches. Sie bietet einen generösen V-Twin, ein gesundes Fahrwerk, eine Linie, die gut altert, und eine ausreichende Vielseitigkeit, damit ein Alleinfahrer sie sowohl im Alltag als auch am sportlichen Wochenende einsetzen kann. Weder Tourenmaschine noch Renngerät – einfach ein Fahrersmotorrad.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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