Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 749 cc
- Leistung
- 41.0 ch @ 5500 tr/min (30.2 kW)
- Drehmoment
- 57.9 Nm @ 4300 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre à plat, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 8.6 : 1
- Bohrung × Hub
- 78 x 78 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- tubulaire double berceau en acier soudé
- Getriebe
- boîte à 4 rapports
- Vorderradaufhängung
- fourche à balancier et à amortisseurs hydrauliques verticaux à 5 positions
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage Brembo
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque
Abmessungen
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Trockengewicht
- 331.00 kg
- Neupreis
- 15 700 €
Übersicht
Eine Drohne auf einem sowjetischen Beiwagen. Ein Satz, der es verdient, dass man bei ihm verweilt, fasst er doch allein die gewaltige Spreizung zusammen, die sich Ural mit dieser auf nur 40 Exemplare limitierten AIR-Sonderedition geleistet hat.

Der russische Hersteller hat sein Gespann in die Farben des „Strategic Air Command" gekleidet, jener amerikanischen Militärdoktrin des Kalten Krieges, die strategische Bomber wie Metronome der nuklearen Apokalypse taktete. Die ästhetische Entscheidung sagt viel über den Geist des Projekts aus: Hier geht es nicht darum, Autobahnkilometer zu fressen, sondern in Forstpisten einzutauchen, auf vergessenen Lichtungen zu biwakieren und mit Sammleretat den Abenteurer zu spielen. Der Boxermotor mit 749 cm³, seine 41 PS bei 5 500 U/min und sein Drehmoment von 57,9 Nm bei 4 300 U/min werden einen ohnehin nicht über 100 km/h Höchstgeschwindigkeit hinaustragen. Auf der Schnellstraße wäre dieses 331 Kilogramm schwere Gefährt schlicht fehl am Platz.
Was die AIR von ihren Artgenossen unterscheidet, ist das Vorhandensein einer DJI Spark, untergebracht in einem von Stratasys konzipierten, im 3D-Druckverfahren gefertigten und in die Nassspitze des Beiwagens eingelassenen Fach. Die Abdeckung öffnet sich auf Knopfdruck per einem für den Beifahrer erreichbaren Schalter, unterstützt von kleinen Hydraulikzylindern, und die so freigegebene Plattform zeigt ein „H" als Landeplatz, wie auf einem Hubschrauberdeck. Eine integrierte USB-Buchse ermöglicht das Aufladen der Drohne zwischen zwei Erkundungsflügen. RAM Mounts lieferte die Fernsteuerungshalterung, damit der Beifahrer das fliegende Gerät steuern kann, ohne seinen Sitz zu verlassen. Auf dem Papier kann man die eigenen Spuren filmen, einen Weg erkunden, bevor man ihn befährt, oder sich schlicht amüsieren. In der Praxis handelt es sich eher um ein kommunikatives Gadget als um ein unverzichtbares Geländewerkzeug – und Ural weiß das wahrscheinlich genauso gut wie wir.
Die Zusatzausstattung ist für alle, die echte Autonomie suchen, überzeugender: Ersatzrad, Reservekanister, Schaufel, Nebelscheinwerfer, verstärkter Stoßfänger am Beiwagen. Der Teleskopmast am Heck des Gespanns trägt keine Flagge irgendeiner verschwundenen Nation, sondern eine Windfahne. Denn bevor man eine Drohne in den Himmel schickt, muss man erst die aktuellen Bedingungen kennen. Dieses Detail, in seiner Schlichtheit fast anachronistisch, beschreibt das Pflichtenheft dieses Beiwagens besser als alles andere: durchdacht für weite Landschaften, konzipiert für organisierte Improvisation.
Für 15 700 Euro (der nordamerikanische Einstiegspreis lag bei 17 999 Dollar) kauft man ebenso sehr ein Erlebnis wie ein Motorrad. Die Zielgruppe ist weder der Alltagsmotorradfahrer noch der Reisemotorrist; es ist der Liebhaber langsamer Abenteuer, gefilmter Reisen und selbstbewusster Mechanik. Gegenüber einer BMW R 1250 GS oder selbst einem gut ausgestatteten Yamaha Ténéré hält der Ural keinem Vergleich in Sachen Leistung oder dynamischen Komforts stand. Doch er bewegt sich in einem grundlegend anderen Register: dem des Charaktergespanns, des Einzelstücks, das auf den ersten Blick eine Geschichte erzählt. Vierzig Exemplare weltweit – das ist weniger eine limitierte Serie als eine Absichtserklärung. Die eines Herstellers, der begriffen hat, dass sein Überleben eher durch Originalität als durch das Wettrüsten um PS gesichert wird.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : no
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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