Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 745 cc
- Leistung
- 41.0 ch @ 5500 tr/min (30.2 kW)
- Drehmoment
- 51.0 Nm @ 4000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre à plat, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Bohrung × Hub
- 78 x 78 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- tubulaire double berceau en acier soudé
- Getriebe
- boîte à 4 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléscopique Ø nc
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage Brembo
Abmessungen
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Trockengewicht
- 320.00 kg
- Neupreis
- 13 850 €
Übersicht
Zwanzig Einheiten. Die Zahl genügt, um den kommerziellen Anspruch von Ural mit dieser Transsib-Edition zusammenzufassen: Das ist kein Motorrad, das man kauft, sondern eine Haltung, die man annimmt. Die des Abenteurers, der die Karten des tiefen Russlands betrachtet und darin kein Hindernis sieht, sondern ein Programm.

Der liegende Zweizylinder mit 745 cc entwickelt 41 PS bei 5500 U/min und 51 Nm Drehmoment bei 4000 U/min. Man darf sagen, dass hier die Physik mehr regiert als die Mechanik. Mit 320 kg Trockengewicht und einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h spielt die Transsib weder im Revier der modernen Maxi-Trails noch bei den angesagten Abenteuermaschinen, die darauf ausgelegt sind, 500 km pro Tag mit Limousinen-Komfort zu verschlingen. Die Ural ist woanders – in einer Logik des langsamen Reisens, der erzwungenen Kontemplation, kurzer Etappen und langer Biwaks. Ihr Viergang-Getriebe mit Kardanantrieb sucht keine Leistung, sondern Langlebigkeit. In der Theorie.
Denn das Thema Zuverlässigkeit bleibt der dauerhafte Reibungspunkt mit dieser Marke. Das sowjetische Militärerbe beschränkt sich nicht auf den Stil, es erstreckt sich auf die Wartungsphilosophie, die davon ausgeht, dass der Fahrer in der Lage ist, einen Motor auf einem sibirischen Feld mit dem Bordwerkzeug zu überholen. Das ist keine billige Kritik – es ist eine Realität, die der Käufer von Anfang an einkalkulieren muss. Eine BMW R 1300 GS oder auch eine Royal Enfield Himalayan bieten zeitgemäße Zuverlässigkeit, ohne den Abenteuergeist aufzugeben. Die Ural Transsib hingegen verlangt einen anderen Pakt.
Was alles wettmacht – und das großzügig – ist die Sorgfalt bei der Inszenierung. Das Waggongrün der Lackierung, etwas kräftiger getönt als das Original, die leicht verblassten gelben Streifen, die braune Sitzbank mit Marketerien, die zum Seitenkoffer abgestimmte Tonneauabdeckung: Das Ensemble beschwört eine sowjetische Ästhetik, ohne in touristischen Basarkitsch zu verfallen. Der Beiwagen erhält eine Schutzscheibe, Armlehnen, eine Kopfstütze und ein großes Gepäckträger. Zwei vordere Koffer vervollständigen die Passagierausstattung. Und dann gibt es das Detail, das zur Legende wird: ein falscher Reservekanister, der eine Flasche Samovar-Wodka samt vier Gläsern beherbergt. Denn man durchquert Sibirien nicht, ohne mindestens einmal anzustoßen, irgendwo zwischen zwei Zeitzonen.
Die Kälte, eine weitere Realität des russischen Abenteuers, wird ernst genommen. Eine maßgefertigte gefütterte Haube, hergestellt von einem spezialisierten Tiroler Handwerker, umhüllt den Beiwagen. Ein Paar elektrisch beheizte Handschuhe vervollständigt das Kit. Ural hat offensichtlich ebenso an den Beifahrer wie an den Fahrer gedacht, was in dieser Kategorie nicht selbstverständlich ist. Die Standard-Teleskopgabel ersetzt hier das übliche Schwingenmodell der CT-Baureihe für ein etwas besser berechenbares Fahrverhalten auf schadhaftem Asphalt. Die Sitzbank auf der Motorradseite wurde ebenfalls besser gepolstert – ein Zeichen dafür, dass die 10 000 Kilometer der Transsibirischen Eisenbahn in die Rücken der Ingenieure einberechnet wurden.
Bei 13 850 Euro netto – und ohne Zollüberraschungen – ist der genannte Preis ein Boden, keine Obergrenze. Der kundige Käufer wird einen komfortablen Puffer für Zulassungskosten, mögliche Steuern und, seien wir ehrlich, die erste gründliche technische Inspektion vor Reiseantritt einplanen. Dieser Seitenwagen richtet sich an ein sehr spezifisches Publikum: geschichtsbegeistert, empfänglich für seltene Objekte, handwerklich geschickt und bereit zu akzeptieren, dass die Reise das Ziel ist – nicht die Destination. Das ist kein Motorrad für jedermann. Mit nur zwanzig produzierten Exemplaren passt das gut zusammen.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : no
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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